„Perfekter Nachmittag: der Regen prasselt gleichmäßig gegen die Scheibe, Tori Amos singt „Past the mission“, die Kinder spielen ruhig vor sich hin, Christine sitzt neben mir und ich lese den letzten Teil von Kraussers Tagebüchern. Ein kurzer Moment des Glücks.“
Aber die Harmonie täuscht über die Realität etwas hinweg. Beides ist von Nöten, Dualität des Alltäglichen. Schnell kann das Schöne durch das Andere ersetzt werden, manchmal schneller als man denkt:
„Habe soeben Kraussers Tagebücher fertig gelesen. Nach dem letzten Satz das Buch zur Seite gelegt und einen kurzen Seufzer des Respekts und der Trauer ausgestoßen. Christine schaut von ihrem Buch hoch und fragt was sei. Ich versuche diesen wichtigen Moment zu erklären, was aber offensichtlich nicht gelingt. Ihr lapidarer Kommentar: „Der schreibt mal wieder was!“ Nichts verstanden. Es gibt Dinge die lassen sich nicht wiederholen. Sind Geschichte. Zwölf Jahre ging die Geschichte der Tagebücher. Jetzt ist diese Geschichte zu Ende. Ignoranz. Christine kann meine Sentimentalität nicht verstehen und verlässt brummelnd den Raum. Die Kinder streiten lauthals um ein rotes Kissen, obwohl sieben Identische um sie herum liegen und Tori Amos hört auf zu singen.“
Aber in diesem Urlaub haben die schönen Momente bei weitem überwogen, worüber ich sehr dankbar bin. Wiederholenswert...






