Montag, Januar 23, 2006

Der innere Zusammenhang zwischen Fight Club, Jesus & Nouwen.

Gestern Abend ein bisschen „Fight Club“ geguckt. Immer wieder genial. Edward Norton und Brat Bitt geben die beste Symbiose von Freuds Psychoanalyse ab, die je auf Zelluloid gebracht worden ist. Ich kann diesen Film immer wieder schauen und finde immer wieder Dialoge und/oder einzelne Sätze die mich inspirieren und zum Nachdenken bringen. „Mein“ Satz gestern Abend: „Erst wenn wir alles verloren haben, sind wir bereit alles zu gewinnen.“ Dazu kamen mir zwei Gedanken: Zum einen das Wort Jesu aus Matthäus 16,25: „Wer sein Leben erhalten will, der wird´s verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird´s finden.“ Die radikalste Herausforderung Jesu, die alle gesellschaftlichen Maßstäbe auf den Kopf stellt. Zum anderen eine Stelle aus Henry Nouwens „Ich hörte auf die Stille“, was ich gestern Morgen gelesen habe. Er schriebt darin: „Wir sind berufen, uns radikal von uns selbst zu lösen und uns total Gott auszuliefern.“ Nouwen beschreibt auf den folgenden Seiten sehr ehrlich seine Selbstsucht nach Annerkennung, seinen Stolz und sein Kampf, sich mit allem Gott auszuliefern. Darin finde ich mich total wieder, meine Träume, meine Fähigkeiten, mein Stolz sind oftmals Dinge die ich „erhalten“ will, nicht abgeben, nicht heiligen lassen. Wie schreibt Krausser so schön, die Selbstsucht zeige sich bei ihm, im Zwanghaften nachschauen, wie viele Einträge er bei google heute unter seinem Namen finde. (ertappt!) Loslassen – um frei zu werden, Dinge nicht zu tun. Unabhängig werden von eigenen Handlungsmustern und menschlichen Gefälligkeiten. Ja, das ist meine tägliche Herausforderung und ich bin dankbar, dass Christus den Weg vorausgegangen ist. Dazu, quasi zum Abschluss und Zusammenfassung, meiner Gedanken ein Zitat von Nick Cave, (Einleitung ins Markusevangelium):

Christus ist als Befreier gekommen. Er hat verstanden, dass wir Menschen für immer von der Schwerkraft zu Boden gezogen werden – unsere Gewöhnlichkeit, unsere Mittelmäßigkeit-, und durch sein Beispiel hat er unserer Phantasie die Freiheit gegeben, aufzusteigen und zu fliegen. Kurz: Christus ähnlich zu sein.

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