Mittwoch, Januar 25, 2006

Männer, Predigt & die Feministische Theologie

Habe heute ein Seminar für das Wochenende (agje Tagung) vorbereitet, in dem es darum geht, wie Männer in ihrer Sprache, Stil und ihrem Inhalt auf (besonders) Frauen wirken. Das ist echt ein spannendes Thema. Muss gestehen, dass ich mir darüber noch kaum Gedanken gemacht habe, so ein bisschen mit inklusiver Sprache, sicher, aber wenn ich meine Predigten durchschaue, muss ich ehrlich gestehen, dass ich doch meistens die maskulinen Formen benutze. Asche über mein Haupt (und das als Homiletiklehrer). Aber es gibt zu diesem Thema kaum Literatur (jedenfalls hab ich keine gefunden), ich habe 13 Homiletikbücher durchgeschaut, von den JesusFreaks bis zum Unilehrbuch – nichts – aber auch nicht einen Satz zum Thema. Frustrierend und erschreckend, und zeigt doch die Wichtigkeit (und Wirklichkeit) des Themas. Im Internet habe ich einiges innerhalb der Feministischen Theologie gefunden, manches hilfreich und inspirierend, manches aber auch übertrieben (für mich als Mann!?). Ich bleibe also dran.
Bei den Recherchen bin ich auf ein schönes Gedicht von Klara von Assisi gestoßen:

„Leg dein liebendes Selbst
auf den Spiegel der Ewigkeit
Leg deine Seele
auf den Glanz der Herrlichkeit
Leg dein Herz
auf die Gestalt des göttlichen Wesens
und verwandle dich ganz
durch den beschaulichen Blick
auf das Bild seiner Gottheit
So wirst du selbst verspüren,
was die Freunde verspüren,
wenn sie die verborgene Süßigkeit
verkosten,
welche Gott selbst
jenen vorbehalten hat, die ihn lieben.“

Herausfordend, für Frauen & Männer.

Kommentare:

Josha Eisenhut hat gesagt…

Wäre ebenfalls an möglichen Ergebnissen interessiert.

storch hat gesagt…

in anderem zusammenhang aber in ähnliche richtung gehend hat josha in "die prinzessin auf der kanzel" (herausgegeben von storch, orkrist-verlag) einen artikel über "männliche spiritualität" geschrieben. dabei geht es natürlich nicht um männliche predigtsprache, sondern um leitung als männerbastion. dennoch kann ich mir denken, dass die ursachen (und die ausprägungen) ähnlich sind.
wenn du willst, schick ich dir den artikel mal zu. sag am besten via mail bescheid.
deine ausarbeitungen zu dem thema würden mich auch interessieren. suche ständig progressive gedanken und ansätze zum gender mainstreaming in der gemeinde.

Toby Faix hat gesagt…

Das Buch "die Prinzessin auf der Kanzel" (geilster Titel des Jahres)hab ich selbstverständlich und werde den Artikel von Joshua gleich noch mal lesen. Danke für den Tipp.

Uli´s Blog hat gesagt…

hey tobi,
fettes Lob von mir, meistens interessieren sich Männer dafür nicht, sind wenig offen und schieben solche Themen gerne auf die negativ behaftete feministische Schiene, wie gut es jedoch in der Seele tut, wenn Männer sich ernsthaft damit befassen und z.B. ihrer Sprache (Predigt, Thema, Vortrag...ist ja nicht nur für Homiletik ein Thema)verfeinern (ist wirklich nicht so schwer), kann man(n) sich nicht vorstellen. Darum nochmals, danke
PS. dass du keine Literatur gefunden hast wundert mich nicht, aber solltest du was finden, ich hätte auch Interesse dran