Freitag, Januar 13, 2006

Symbolischen Interaktionismus & die Bibel in gerechter Sprache




Was siehst du auf diesem Bild?


Das hab ich heute meine Klasse in Soziologie gefragt. Eigentlich wollte ich anhand der Äußerungen nur eine Einführung in den symbolischen Interaktionismus geben, der sich mit dem Denken, Fühlen und Handeln von zwischenmenschlichen Beziehungen beschäftigt. Aber die Reaktionen haben mich schon etwas überrascht. Da wurde relativ hart über Bettler im speziellen und allgemeinen geredet und meine Provokationen „Also ich finde es wichtig Bettlern Alkohol zu geben“, wurden willig aufgenommen.
Hat mich sehr nachdenklich gemacht, vor allem mein eigenes Verhalten. Gehe nämlich selbst am liebsten mit schlechten Gewissen eilend und viel beschäftigt vorbei. Hört meine Nächstenliebe bei gesellschaftsgeschädigten Alkoholikern auf und was ist da meine Aufgabe. Werde mich empirisch beim nächsten Innenstadt besuch damit beschäftigen. Meine Theorie bringt mich hier, glaube ich, nicht wirklich weiter.

Dann einen interessanter blog von „storch“ gefunden (der mir schon vor Wochen, in seinem hervorragend Predigerseminar „begegnet“ ist). Es ging um eine neue Bibelübersetzung, die demnächst im Gütersloher Verlag rauskommt und „Die Bibel in gerechter Sprache“ heißt. Darin geht es neben einer zeitgemäßen Sprache darum, die die weiblichen Formen nicht länger auszulassen, sondern „Diakonin“, „Apostelin“ oder „Jüngerin“ zu schreiben. Hört sich sehr interessant an. Hab mir gleich mal das Buch dazu bestellt. Später dann mehr dazu.

Zum Schluss noch ein Satz, der mich heute ermutigt hat:
„Gott hat seine Geschichte mit Menschen geschrieben, nicht mit Heiligen.“

Kommentare:

storch hat gesagt…

vielen dank für das nette feedback!

bin gespannt, was du zu dem buch postest. habe gerade keine lust und zeit, es selbest zu lesen, bin aber sehr an einer rezension interessiert.

kapeka hat gesagt…

Ich war auf einer Lesung der "Bibel in gerechter Sprache" und ich war wenig begeistert. Ich habe nix gegen inklusive Bibelübersetzungen, wie es bei der Guten Nachricht der Fall ist. Aber bei dieser übersetzung erschien mir das schon übertrieben und erzwungen (und sie ist ja nicht die erste Bibel, die so etwas versucht).
Gott wird dort, zumindest in der Fassung der Lesung, fast ausschließlich weiblich übersetzt. Ist das nicht eine neue Form des Exklusivismus? Und an manchen anderen Stellen, wie bei der Übersetzung von "Heiliger Geist", oder "Seraphim" hatte ich schon einige Probleme. Sprachlich-stilistisch hat die Übersetzung sicherlich was für sich. Man findet dort ein stilistisch gehobeneres und geschliffenes Deutsch.

Bei der Lesung hatte ich auch den Eindruck, dass einzelne Bücher beim Stil der Übersetung sehr weit auseinander gehen. Manchmal wurden gleiche Begriffe vollkommen anders übersetzt.

Wie gesagt, das war nur eine Lesung aus einer Vorausgabe. Und eventuell wird das in der Endredaktion noch gebügelt, hoffe ich. Trotzdem habe ich so meine Bauchschmerzen bei dieser Bibel.

Toby Faix hat gesagt…

Interessant. Ich bin echt mal gespannt. Leider ist es in der Vergangenheit ja oft so gewesen, dass Dinge, aus laute rFrust über die bisherigen Verhältnisse, ins Gegenteil um geschlagen sind. Hier hört sich das ganz ähnlich an. Habe mir das Buch zur "Entstehung" bestellt und bin mal gespannt, was die Autoren als Begründung für ihre Entscheidungen angeben.