Dienstag, Juni 06, 2006

"linke evangelikale Visionen"

Pfingsten hat gut getan. Nach den doch stressigen letzten Wochen, kam das Pfingstwochenende gerade recht und das Beste war, keine Predigt, kein Dienst, gar nichts. Nur Zeit zum Durchschnaufen und zur Ruhe kommen. Das habe ich echt genossen und erst da so richtig gemerkt, wie nötig wir als ganze family eine Pause gebraucht haben.
Jetzt hat wieder der Alltag begonnen, die Studierenden sind von ihren Praktika zurück und der Unterricht hat begonnen, bei mir heute mit NT Exegese 1. Korinther 8-10: Das Leben als Christ in einer heidnischen Gesellschaft. Spannend.

Im Spiegel zwei interessante Berichte gelesen, einmal ein Interview mit dem Philosophen Sloterdijk zur Fußball WM. Sehr amüsant – irgendwo zwischen Metaebene & Grasnarbe. Und dann noch über die religiöse Linke in den USA (Die Rückeroberung von Jesus Christus).

Beim Lesen dachte ich, dass sich die „religiöse evangelikale Linke“ von jungen Leiterinnen und Leitern auch mal in Deutschland formieren müsste. Nicht als politische Macht, sondern als eine geistliche Bewegung, von der Basis ausgehend, die sich wieder neu für eine ganzheitliche Gerechtigkeit (schalom) einsetzt, gegen die Unterdrückung der Armen (das fängt schon beim Einkaufen an), für einen Lebensstil, der das versucht zu leben, was selbst gepredigt wird (und nicht das predigt, was gelebt werden sollte), für ein Evangelium, das seine Schärfe nicht nur in der Apologetik zeigt, sondern in der Nächstenliebe, für einen Missionsbegriff, der sich dem Mensch als Ganzes widmet und nicht nur auf eine evangelistische Wortverkündigung hinaus zielt (holistic mission), für eine Wertschätzung der Schöpfung als Gottes Gabe und Aufgabe. Glauben, der sich nicht durch Abgrenzung definiert und von Angst nährt, sondern aus dem Frieden der Beziehungen von Mensch (en) und Gott erwächst.
Ich weiß, dass mich das selbst täglich herausfordert, aber ich möchte mich diesen Herausforderungen stellen. Lernen dies und noch viel mehr in den Alltag „herunterzubrechen“, so dass es zum Indikativ des Glaubens wird und nicht in der täglichen Besserwisserei des Konjunktivs stecken bleibt.

Kommentare:

sabine hat gesagt…

Ich finde das auch ne riesige Herausforderung!bin so oft frustiert, dass "links" immer gleich nicht viel mit Jesus zu tun hat, aber "christlich" wenig mit sozial, zumindest in Kölle...nicht nur parteipolitisch gesehen sondern einstellungsmäßig...

Toby Faix hat gesagt…

Ich glaube, dass es Zeit wird, die alten Strzukturen aufzulösen und neu mit Leben zu füllen. Von den "Jungen" hat doch keiner mehr Lust über rechts oder links zu diskutieren, sondern mit Gott zu lesen.