Dienstag, Juli 25, 2006

"Biller am Pranger"

Was passiert, wenn ein Autor für seine Bücher aus dem Leben schöpft? Nichts, klar - macht doch jeder. Heikel wird es dann, wenn sich noch lebende Personen im Roman wieder erkennen und feststellen, dass sie dabei nicht gerade positiv wegkommen. So geschehen, im Jahr 2003 bei Maxim Billers Roman „Esra“. Die besagten Personen haben gegen den Schriftsteller geklagt und gewonnen. Das Buch wurde eingestampft, alle Exemplare aus den Buchläden und Bibliotheken konfisziert (nur meines haben sie nicht bekommen!) und somit gibt es dieses Buch offiziell nicht mehr (im Schwarzhandel liegt es gerade bei 175€). Aber dem nicht genug. Die klagenden Personen haben sich vom Erfolg der ersten Klage berauschen lassen und verklagen Biller jetzt auf 100.000 € Schadensersatz! Dabei geht es aber nicht nur um Gerechtigkeit und Geld, sondern auch um verletzte Ehre, gescheiterte Beziehungen und Rache. Anyway das ganze läuft unter der Rubrik: „Wie ruiniere ich meinen Ex!“ Zu dem ganzen Thema gibt es jetzt drei Grundlagenartikel in der FAZ (u.a. von Daniel Kehlmann) und eine Initiative „100 Namen gegen 100.000€“ (u.a. mit Günter Grass, Helmut Krausser, Uwe Timm).

Eine spannende Sache. Wie wahr dürfen Romane sein? Wie und wo darf das Leben abgebildet werden? Wann sind die Persönlichkeitsrechte verletzt?

Das letzte Wort haben die Richter! Eine eigene Meinung hat jeder selbst!

1 Kommentar:

martin nagel hat gesagt…

interessant wusste ich nicht -
verrückt - weiber