Sonntag, September 24, 2006

"Beziehungsnetzwerk Gemeinde"

Habe heute über 1. Petrus 5,1-6 im CT gepredigt. In dem Text geht es zum einen um die Wichtigkeit von Strukturen und Leiterschaft in einer neu entstehenden Gemeinde und zum anderen um die Motive die dahinter stehen. Dabei ist mir wieder neu wichtig geworden, dass Strukturen nur helfende Gebilde sind, um in der Gemeinde Beziehungsnetzwerke zu leben. Ich glaube, dass wir in Deutschland in unseren Gemeinden eher zu viel Strukturen und Hierarchien haben und diese dem Reich Gottes eher hindern als dienen. Strukturen müssen verändert werden, wenn sie die Gemeinschaft nicht fördern. Das zweite ist, dass bei allen Begabungen, Charakter bei Leitern und Mitarbeitern wichtiger ist als Charisma. Wir schauen zu schnell und zu oft nach Begabungen und schnellen Erfolgen, aber um langfristig Reich Gottes zu bauen, müssen wir durch Seine Charakterschule gehen. Petrus betont das noch mal sehr, dass nicht Herrschaft, sondern Demut, nicht Macht, sondern Dienen, nicht Pflicht, sondern Freiwilligkeit, nicht Hochmut, sondern Liebe für geistliche Leiterschaft angesagt sind. Wer sich in diesem Sinne selbst vor Gott und den Menschen erniedrigt, der wird von Christus erhöht werden. Das fordert mich sehr heraus und ich möchte da bei mir in den nächsten Tagen und Wochen verstärkt drauf achten.

Kommentare:

handgemacht hat gesagt…

Ach ja! Da hast Du sicher recht. Aber hast Du denn auch die Gemeinden im Blick, die diese Strukturen brauchen, wollen, gar vehement einklagen? Gemeinden wollen doch nicht immer gemeinschaftliche Strukturen suchen. Oft suchen Gemeindeglieder doch auch die, die vormachen (sollen), was ich selbst nicht hinkriege. Ich möchte das wirklich gern: Durch Gottes Charakterschule gehen und langfristig arbeiten. - Aber erwartet das auch die Gemeinde von mir? Die will doch eigentlich zuerst, daß ich funktioniere, und dann auch, daß ich irgendwie erfolgreich bin... Ich will damit nur sagen: Es liegt ja nicht immer nur an den "hauptamtlichen Schafen"... Viele von denen bringen vielleicht so viel "Charakter" ein, wie sie eben nun mal haben, und an "vorzeigbarem Charisma", spektakulären Erfolgen ist da so wenig. Ich mag trotzdem nicht glauben, daß Jesus uns nicht brauchen kann.
Ich lese - das wollte ich auch noch sagen - Dein Blog gern und interessiert, danke für die Denkanstöße. Herzlichen Gruß und "Friede sei mit Dir!",
Barbara

Toby Faix hat gesagt…

Du hats absolut recht, die Erwartungen der Gemeinde und die Erwartzungen gottes liegen oftmals weit auseinander. Das ist eine gefährliche Spannung in wir uns manchmal befinden. Eine leichte Lösung gibt es meiner Meinung nach nicht, außer eine ständige Kommunikation zwischen allen Beteiligten über die gegenseitigen Erwartungen. Das ist oft ein müsamer Weg, der aber langfristig tatsächlich "Erfolg" bringen kann.

Katja hat gesagt…

Hallo Toby!

Könntest du mir dein Skript der Predigt über Psalm 8 mailen (rote-pippilotta@gmx.de)? Wäre echt super!!

LG Katja:)