Montag, September 18, 2006

„emerging church in der Wirtschaft!?“

  • Habe einen interessanten Artikel in der aktuellen Cicero über die Veränderung der Leitungsstrukturen in der Wirtschaft gelesen. Dort wird eine neue Generation an Managern beschrieben, die, von der Postmoderne geprägt, ein neues Leitungsverständnis haben. Sie stellen sich gegen Hierarchien und Protz und wollen wieder „down to earth“ sein. Am Beispiel des neuen Siemenschef Kleinfeld wird die neue Generation portraitiert, was sehr interessant ist und vor allem viele Parallelen zur Leiterstruktur der emerging church Bewegung hat.

  • Generation Wirtschaftswunder

    Generation Schrempp

    Generation
    Kleinfeld

    Leitspruch

    „Wir sind wieder wer“

    „Think global, act local“

    „Fix, close or sell“

    Leitmotiv

    Pflicht

    Vision

    Problemlösung

    Medium

    FAZ

    Wall Street Journal

    Google

    Statussymbol

    Villa

    Ferienvilla

    Moderne Kunst

    Getränk

    Cognac

    Rotwein

    Mineralwasser


  • Wenn man das mal auf die internationale emerging church Bewegung überträgt, würde das vielleicht so aussehen:

  • Generation

    Billy Graham

    Generation

    Bill Hybels

    Generation

    Brian McLaren

    Leiterschaft

    hierarchisch

    hierarchisch/charismatisch

    teamorientiert

    Verkündigung

    massenorientiert

    sucherorientiert

    prozessorientiert

    Leitmotiv

    traditionell

    visionär

    missional

    Medium

    Druck/Predigt

    Radio/Präsentationen

    Internet/Interaktiv

    Kirche/Gemeinde

    Mache Kirche

    Erneuere Kirche

    Sei Kirche


  • Und für Deutschland…?

Kommentare:

Pastor Sandy hat gesagt…

Sehr cooler Post. Besonders dann die Übertragung auf Graham, Hybels und McLaren. Fragt sich dann echt wo Deutschland in der Tabelle bleibt...

Mike hat gesagt…

Robert Webber hat in seinem Buch "The younger Evangelicals" genau die drei Typen so beschrieben, wie du es gemacht hast. Das ist was, dran...

daniel hat gesagt…

Super Gedanken und Anstöße. Aber denke oft, dass in D. oft noch nach dem Gemeindeideal "Hybels" geträumt wird, außer einigen Ausnahmen. Hängt nicht der Mainstream noch bei dieser Stufe?

Manni hat gesagt…

@pastor sandy: deutschland hat halt keine megakirchen mehr (füher gab es ja mal volkskirchen^^)

was ich genau aus der statistik nehmen soll, weiß ich aber ehrlich gesagt auch nicht - außer vlt, dass die manager der letzten generation mehr geschmack hatten.

michael w. hat gesagt…

Ich finde für Deutschland gilt, dass "Leiterschaftsepochen" nicht so leicht an Peronen festgemacht werden können wie in den USA.

Vielleicht lassen sich die drei Leiterschafsepochen auch so beschreiben:

1. "GROSSE" Leiter bauen "große" Organisationen mit "Para"gemeindlichen Struckturen. (Evangelisationswerke)

2. Die "reale" Gemeinde rückt in den Fokus. Das Leiterdilemma liegt bei bestehenden Gemeinden in der Diskrepanz zwischen dem Ideal einer expandierenden Gemeinde und den kleinschrittigen Erneuerungsversuchen vor Ort. Die größte Annäherung an den Leitertyp Hybels entsteht vor allem in neugegründeten Gemeinden, die sich (ursprünglich) an dem Ideal von Willow etc. orientieren (feg Rebland, icf-zürich)Ich vermute, dass in evangelikalen Gruppen das Ideal des Leitungstyp 2. - in abegschwächter Form - am stärksten verbreitet ist.

3. Die "eigentliche" Gemeinde hällt überall dort Einzug wo "junge" Gemeinden gegründet werden, die sich nicht mit dem Balast der Traditionen herumschlagen müssen und sich gleichzeigit kritisch mit den "Neuerungen" der letzten 15 Jahren auseinandersetzen.
Dieses "neue" Verständniss von Gemeinde gibt sich nicht mit kosmetischen Eingriffen zufreiden sondern Formt neben einem neuen Gemeindeverständnis (sei Kirche)auch ein neues selbstverständniss von Leitung.

Meien Vermutung: Erst mit einem "veränderten" Verständnis von Gemeinde wird sich die Leitung in der Gemeinde verändern.
Bis dahin wird der Gemeinde(-leitung) eine Veräderung der Leitungskultur kaum notwendig erscheinen.

Toby Faix hat gesagt…

Die Frage die sich durch den post stellt ist ja, ob nicht beides zusammen kommen muss, die Erneuerung der Gemeinde und der Einfluss einer neuen Generation an Leiterinnen und Leitern. Ich denke, dass zweiteres schneller geht und deshlab zum einen viele Konflikte in traditionallen Gemeinden entstehen und zum anderen neue Gemeinden entstehen (müssen), mit einem neuen Verständnis von Leiterschaft.

Uli´s Blog hat gesagt…

aber doch hoffentlich nicht vergleichbar mit der wirtschaft, oder glaubst du allen ernstes, dass die heutigen manager weniger protz und macht bze. hirarchien wollen? vielleicht machen sie es anders, aber das ziel bleibt doch das gleiche.ob man gemeinde mit der wirtschaft vergleichen sollte? mir zieht es da ein wenig den kalten schauer über den rücken! dass neue gemeinden entstehen müssen, denke ich auch, aber ich bin mir nicht sicher, ob das immer was mit methode zu tun haben muss, und da meine ich sowohl die traditionellen, als auch die neuen evangelikalen gemeinden.

Toby Faix hat gesagt…

Ich glaube nicht, dass man Gemeinden mit Wirtschaftsunternehmen vergleichne sollte, die Ziele sind (zum Glück) völlig verschieden. Aber ich finde es interessant, dass bestimmte psotmoderne Gedanken eine ganze Generation beeinflussen, egal in welchen Bereichen der Gesellschaft.

kairos hat gesagt…

natürlich ist Gemeinde != Unternehmen, aber dass sich Veränderungen des Leitungsverständnisses in beiden Auswirken, da beide Leiter in der selben Kultur aufwachsen, dürfte auch außer Frage stehen.
Die Frage, die man sich dabei stellen muss: ist das derzeit aktuelle Leitungsverständnis hilfreich für Gemeindebau oder nicht. Wenn es hilfreich ist, dann sollten wir es verstärkt nutzen, wenn es dem biblischen Verständnis von Leitunge widerspricht, dann sollten wir es kritisch hinterfragen.
Wahrscheinlich wird es aber darauf hinauslaufen, dass in dem Leitungsverständnis jeder Epoche es gute und schlechte Ansätze gibt. Wobei ich persönlich auch meine Probleme mit der Episkopalkirche habe und somit die "McLaren-Struktur" für besser erachte. Kommt halt 1Kor 12 irgendwie näher ...
aber wie gesagt: man muss dann halt immer noch schauen, ob ich das so sehe, weil ich von meiner Umwelt so geprägt bin, oder weil ich es aus der Bibel herausgeholt habe.

DemDamianseinBlog hat gesagt…

Ich muss sagen dass ich es eher gefährlich finde wenn man die Gemeinde mit der Wirtschaft vergleicht, denn dadurch kommen oft auch Ideeen aus der Wirtschaft in die Gemeinden, und das führt dann zu unchristlichen Strukturen und zu vielen Problemen.
Ich finde es nur am wichtigsten das der Bau neuer Gemeinden und die Reform der Bestehenden nur nach dem Bild der Gemeinde, das in der Bibel beschrieben ist ( Apg 2,42-47 und eben Röm 12)
und die allein in Christus gegründet ist geschehen sollte.