Dienstag, September 12, 2006

"Flugzeuglyrik"

Auf dem Flug nach Johannesburg hatte ich eine interessante Begegnung. Neben mir saß ein Mann, Mitte 50 (schätze ich), Psychologe und Lyriker (hat schon mehrere Gedichtbände veröffentlicht). Auf alle Fälle haben wir uns sehr angeregt unterhalten und am Ende des Flugs steckte er mir einen Zettel zu mit einem Gedicht über und für mich.

Für T.

Kein Blickfänger

Am Tellerrand
Warte jonglieren
ohne Beifall
die Blicke zählen
die Aufblicke
an dir vorbei
zur Sonne.

Von W.

Für Interpretationshilfen bin ich dankbar.

Kommentare:

martin nagel hat gesagt…

das glaube ich dir. mit lyrik ist es ja immer so eine sache. man kann sich absolut als idioten outen wenn man den tieferen sinn, geschriebener wort nicht versteht.
zuerst wollte ich ja nicht interpretieren aber da es mich reizt:
hat wahrscheinlich mit terrorismus (zur sonne, ohne beifall, die aufblicke) und homosexualität (die blicke zählen, an dir vorbei) zu tun.

es gibt zuviele künstler auf diese welt.

martina kasten hat gesagt…

"kein blickfänger"????
da fällt mir ein:
denkst du bitte dran, die biometrischen sofortbildphotos einzuscannen?
hab dich ja schon lange nicht mehr gesehen.... hast du dich denn so verändert?
lieben gruss

storch hat gesagt…

erst mal eine frage: schrieb er wirklich "Warte jonglieren"? nicht "WORTE"?
dann wäre meine interpretation dass du jemand bist der von worten lebt, sie wohlbemessen zuteilt, entweder ein künstler oder ein lehrer. da du am rand stehst und der beifall nicht das kernelement deiner motivation ist wirst du kein künstler sein sondern ein lehrer. dafür spricht auch dass die blicke zählen: du willst dass leute genau zusehen und hinhören.
dabei geht es aber nicht um dich sondern dein thema. du willst die blicke an dir vorbeilenken zur sonne über dir. also dient dein dienst einem grösseren.
hier endet die reine interpretation. in einer predigt kämen jetzt die übertragung auf dein leben und die anwendung. letztere total ermutigend: mach weiter, weise auf stille tiefe weise auf die sonne des lebens hin - christus.

Toby Faix hat gesagt…

Danke für die ersten Interpretationen. Sehr cool. Ihr sehr Sachen, die ich bisher nicht gesehen habe. Hilfreich.

Toby Faix hat gesagt…

@storch: Du hast natürlich völlig Recht, es muss "Worte" heißen! Sorry.

@Martina: Hi, schön von dir zu hören! Bin wahrscheinlich nur alt geworden! ;)

martina kasten hat gesagt…

toby, seh dich bei SPRING, da werd ich mich davon überzeugen, wie alt du geworden bist :-)
@storch: alle achtung! coole interpretation! jetzt seh ich das auch so :-)

Steffi hat gesagt…

Jo, also nach Storchs Interpretation erscheint mir das jetzt sogar logisch.

Uli´s Blog hat gesagt…

habe das Gedicht lange versucht zu interpretieren und kam zum SChluss:
T. muss für Tina stehen.
Ansonsten ist es das beste Gedicht, das ich je gelesen habe!!!

Toby Faix hat gesagt…

vielleicht stellt Tina die weibliche Seite von Toby da???

Manni hat gesagt…

es ist ein lob^^

storch hat gesagt…

ich glaube der typ wollte dich einfach beschäftigen. du hast gelangweilt geguckt da wollte er helfen. ein poetischer altruist.