Sonntag, Dezember 31, 2006

"Das wars."

Das Jahr ist rum. Das nächste steht schon vor der Tür. Es kann losgehen. Neues kommt und doch nimmt man vieles Alte mit. Zuviel vielleicht. Aber das zurücklassen fällt schwer und ist zudem nicht einfach. Anderseits bleiben viele Momente zurück, das Leben schnellt voran und manchmal gelingt es mir nicht es festzuhalten. Besonders im Schönen.
Vieles hab ich erlebt, manches davon auf dem blog festgehalten. Chronologie eines Jahres. Interessant nachzulesen und festzustellen wie lange Situationen und Geschehnisse her sind, gefühlt schon lange vorbei oder gerade erst geschehen. Subjektives erleben vor objektiven Geschehen. Das macht Leben aus.
Insgesamt ein gutes Jahr 2006, in dem wir als Familie in Marburg heimisch geworden sind, Freunde gefunden haben und sesshaft werden wollen. Manches muss ich lernen, die richtige Verantwortung zwischen Familie und Arbeit ist dabei eine ständige Herausforderung, auch 2007.
Gutes und Schlechtes exemplarisch festgehalten an zwei Büchern. Pole des Jahres mit viel Raum dazwischen. Das geistlich herausfordernste Buch war für mich Leonardo Boff „Psalm 123“, darüber habe ich ja schon geschrieben. Das schlechteste Buch war zweifelsohne Eva Herman „Das Eva Prinzip“. Habe das Buch gelesen, da ich dachte ich könne nur mitdiskutieren, wenn ich das „Original“ gelesen habe. Das war ein Fehler. Zeitverschwendung der schlimmsten Art. Das Buch ist sehr schlecht geschrieben und hat dazu einen noch schlechteren Inhalt. Selbst wenn man die Familie liebt und in manchem innerlich zustimmen würde, kann man es nicht, da es so schlecht argumentiert ist, so oberflächlich geschrieben und so polemisch und gesetzlich ist. Subjektive und öffentliche Psychotherapie einer Frau in der Midlifecrisis. Thema verfehlt. Chance vertan. Zeit verschwendet.

Was mich stolz gemacht hat war, dass meine kleine Schwester den diesjährigen Integrationspreis der Stadt Berlin für ihre Arbeit unter muslimischen Mädchen bekommen hat. Seit Jahren arbeitet sie in Wedding unter schwersten Bedingungen mit arabischen und türkischen Mädchen zusammen und versucht sie auf ein selbstständiges Leben vorzubereiten. Dabei gibt sie alles und muss selbst viel entbehren. Keiner hat diesen Preis mehr verdient!

1 Kommentar:

Simon hat gesagt…

Großartig, was Deine Schwester da macht. Da kann man wirklich mal einen Glückwunsch aussprechen!