Donnerstag, Dezember 07, 2006

"verführt von Geistesmächten?"

Bei uns im Bibelseminar bekommen wir immer wieder alle möglichen Zeitschriften, Prospekte etc. aus der christlichen Welt, was dann immer im Dozentenkreis die Runde macht. Heute ist mir dabei ein Heft (Zeitjournal. Durchblick im Zeitgeschehen) in die Hände gefallen was mich echt umgehauen hat. Ich habe ja schon viel im „frommen Bereich“ gelesen und dachte mich könnte nichts mehr überraschen, aber dieser Artikel von Rudolf Ebertshäuser über emerging church und McManus hat alles getoppt, was ich bisher gelesen habe. Ich glaube auch, dass man die ganze emerging church Bewegung durchaus auch kritisch begleiten muss, nicht alles was gerade „hochgejubelt“ wird, ist auch dauerhaft gut. Aber zwischen kritischer und ehrlicher Auseinandersetzung und einem blinden draufschlagen und verurteilen ist doch ein himmelweiter Unterschied. Ich finde es schade, dass es immer wieder Christen gibt, denen es nicht um konstruktive Kritik, Erbauung oder Hilfe geht, sondern nur um Verurteilung und Besserwisserei. Was treibt diese Pseudoapologeten an? Warum spricht man mal einfach einer ganzen Generation den Glauben ab? Woher nimmt man sich mit einer unglaublichen Arroganz diesen Absolutheitsanspruch? Mich macht das ehrlich traurig und wütend zugleich.

Zum Schluss des Artikels warnt der Autor:

„Ich kann nur vor der Bewegung der „Emerging Church“ warnen. Sie kommt nicht aus dem Geist Gottes, sondern aus den verführerischen Geistesmächten, die in der Endzeit immer offener eine falsche Christenheit aufbauen […]da gibt es keinen festen Halt mehr, und der Strom des gegenwärtigen Zeitlaufs trägt die irregeführten „modernen“ und „postmodernen“ Christen immer weiter in den Abgrund der Hure Babylon, deren Ende das Gericht und der Feuersee ist.

Kommentare:

Hufi hat gesagt…

Da fragt man sich echt, ob man da lachen oder weinen sollte.
Weinen wahrscheinlich...

Anonym hat gesagt…

Mich stimmt das Zitat eher traurig. Von welcher Macht wurde denn der Autor verführt, dass er sich hinreißen ließ so etwas zu schreiben.
Das Problem, dass es auch schon einmal gab, als vor der charismatischen "Bedrohung" gewarnt wurde, hat meiner Meinung nach äußerst fleischliche Gründe. Das Problem am Christsein mit dem Geist Gottes ist, dass wir unser Leben nicht unter Kontrolle haben, der Geist kontrolliert es. Dass das Leuten nicht passt, die zwar "fromm" aber selbstbestimmt leben wollen, ist klar.

Anonym hat gesagt…

kann mich eigentlich nicht dazu äussern aber ich glaube sie wissen nicht was sie mit solchen artikeln kaputt machen. wie du sagst kritik ist gut und muss es geben aber nicht in dieser form. einfach nur lieblos und besserwisserisch.

solche typen hat es zu allen zeiten immer wieder gegeben. es ist schwierig ihnen mit liebe zu begegnen.

Christof Lenzen hat gesagt…

Einfach nur traurig. Aber solche Artikel, die ja nunmehr seit Jahrzehnten unverändert gebetsmühlemäßig dieselben Feindbilder pflegen, sind einfach nur unglaublich langweilig und billig. Diese selbsternannten Wächter lesen die Bibel historisch kritischer als sie es selbst glauben würden, nämlich durch eine eigene verkrümmte Prägung hindurch plus einer falschen, nicht christuszentrierten Hermeneutik, sprich: Schriftauslegung. Dabei akzeptieren sie nicht, was Jesus selbst ausgezeichnet hat: die extreme Polarität aus Liebe und Wahrheit, die beide einander im Extrem brauchen, weil sie sonst zur Waffe werden - entweder zur zahnlosen Weichheit oder zum Krieg.

Diese Wächter machen mir mit ihrer mangelnden Weisheit Sorge und manchmal auch eine kräftige Wut im Bauch. Denn sie zerstören Gemeinden - und treffen in diesem Anliegen auf die ihnen verhassten Hypercharismatiker. Und wenn ich diese Wächter sehe, sehe ich die Bombengürtel bereits am Horizont, gar nicht ferne. Und ich sag das mal so ganz persönlich - auch das darf ein Pastor mal: solche Leute kotzen mich vor allem an, weil sie so viele Verletzungen hervorbringen (ja! auch in meinem Herzen!) und weil sie unseren großartigen Herrn in den Schmutz ziehen. Und so schwanke ich zwischen Wut, Trauer über so verletzte Seelen, Unverständnis, intellektueller Empörung und schlicht dem Wunsch nach Vergeltung. Und ich denke, zwischen diesen Polen schwankt irgendwo auch Gott, denn er ist ein leidenschaftlicher Gott. So, genug. Jesus rules!

Ketzer Manni hat gesagt…

Naja, die Frage ist auch, WER solchen Mist verlegt?
Das kostet ja Geld und Platz kann man auch anders füllen.

Ich denke, es kann schon nichts mehr werden, wenn Menschen nur Himmel oder Hölle denken. Wenn große Faktor "menschlich" weggstrichen wird oder in die beiden ersten Kategorien aufgeht, kann man nur solch einem Ergebnis kommen! Aber das gilt für jede Kirche und Bewegung etc.

Weisheit schreit halt nicht am lautesten.

Manni in Rütlideutsch hat gesagt…

... das grenzt an Legastheni

Christian hat gesagt…

Ich könnte jetzt gemein sein und sagen, dass man den Gehalt schon an der Gestalt (Layout der Website) sehen kann. Aber das tu ich nicht, weil ich ja nicht gemein bin ;)

Ne, im Ernst will kurz was hierzu schreiben:
>Was treibt diese Pseudoapologeten an?

Trotz diesem harten Stoff würde ich Ebertshäuser (u.a.) nicht die positive Motivation absprechen. Es geht ihm glaube ich wirklich darum aus Liebe zu warnen.
Ich kenne R.E. nicht persönlich, aber einiges von ihm über "Die charismatische Bewegung". Mittlerweile hab ich die Sachen bei Ebay vertickt oder die Kassetten überspielt.
Aber weil ich selbst früher viel kritischer - wie ich heute denke - am falschen Fleck war, kann ich mich ein bisschen da rein versetzen.

Was ich mich frage ist, wie man solchen Geschwistern helfen kann aus der Einbahnstraße rauszukommen.
Mir hat diesbezüglich meine Zeit in Brake sehr geholfen ... auch wenn das vielleicht jetzt bei dem ein oder anderen ein Vorurteil gegenüber dieser Bibelschule zerstört ;).

So kann man diese Geschwister ja leider nicht mehr wirklich ernst nehmen.

Schrotty hat gesagt…

Hi,
ich habe den Artikel auch in der Zeitschrift gelesen und der hat mich echt umgehauen.
Ich habe auf halber Strecke aufgehört zu lesen, weil mir das alles zu blöd wurde.

Was ich mich nur frage ist, wie soll man solchen Menschen am besten begegnen? Ich meine die trauen sich sogar Leuten das Heil abzusprechen... Kann man da überhaupt normal diskutieren?

Christian hat gesagt…

Ich schätze man könnte fast alles zitieren, aber als ich jetzt den eigentlichen Artikel angelesen habe ist mir diese Unterstellung als zuerst aufgestoßen:
"Die Verfechter der „Emerging-Church“-Bewegung sind sich bei allen unterschiedlichen Ausprägungen darin einig, daß die Bibel für sie nicht mehr die verbindliche, völlig genügende Grundlage und Norm für all ihr Glauben, Denken und Leben ist."
Der hat sich ganz bestimmt nicht bei Danny umgesehen ... der jetzt übrigens wieder bloggt ... hier:
http://www.soomah.de/

Manni again hat gesagt…

@christian

"Ich könnte jetzt gemein sein und sagen, dass man den Gehalt schon an der Gestalt (Layout der Website) sehen kann. Aber das tu ich nicht, weil ich ja nicht gemein bin ;)"

Verstehe ich nicht...

Dann aber die Sache mit reden und so. Haut halt oft nicht hin, wenn es schon so weit ist. Was willst Du reden, wenn die Sache schon verdammt ist?

Das hat nicht mehr viel mit aus Liebe warnen zu tun.. Vor allem: warum sollte man vor EC warnen?

(An dieser Stelle, sollte ich - wie auch der Rest - den ollen Artikel wohl erst mal lesen...)

Christian hat gesagt…

@manni
... guck dir halt die Seite mal an. Schön ist das nicht. Aber wie gesagt, darauf kommts ja echt nicht an. Hab wieder ein Stück weitergelesen und das ist schon krass undifferenziert und verleumdend

>reden und so
Ich denke auch das reden nicht viel hilft. Beten ist gewiss nicht verkehrt ... auch wenn es die "Patentantwort aus der Jungschar" ist.

Co hat gesagt…

Also, dass Rudolf Ebertshäuser das schreibt wundert mich ja gar nicht. Der Name steht für sowas ;)

Anonym hat gesagt…

"Was treibt diese Pseudoapologeten an? Warum spricht man mal einfach einer ganzen Generation den Glauben ab? Woher nimmt man sich mit einer unglaublichen Arroganz diesen Absolutheitsanspruch?"

Angst?
Angst vor Machtlosigkeit, Einflusslosigkeit, Angst davor, man koennte ja selbst falsch liegen, Angst vor (den eigenen!) Zweifeln?

dan hat gesagt…

Auch ich finde das absolut nervig, dass es so eine Wächterschiene gibt. Oft wird da einfach nur lieblos drauflosgehauen. Allerdings, geht mir oft genug auch "die andere Seite" auf die nerven. Diese Typen, die meinen mit jedem neuen Trend gefunden zu haben, den das Christsein gerade braucht und gleichzeitig damit zu wissen, weshalb unserer Kirchen nicht mehr wachsen. So sehr ich auch Fan bin von Gemeindewachstumsbewegung, Lobpreis usw. Aber mir geht dieses unkritische Nachlaufen und mitschwimmen auf jeder amerikanischen Welle wirklich auf den Keks.
Ein Versuch einer Antwort auf die Frage: Was hilft gegen solche krasse Typen wie R.E.?
1. Auf keinen Fall mit gleicher Art und Weise zurückschlagen. Damit begibt man sich auf das flasche Niveau
2. Selbst versuchen, im Umgang mit neuen Wellen kritischer zu sein und deutlich machen, dass man versucht das Gut zu behalten. Wenn wir selbst die nötige Kritik aussprechen, fehlt den großen Kritikern die Bühne
3. Kritikfähig werden: D.h. gelassener darauf reagieren, wenn uns menschen kritisieren. Wir dienen Gott.
4. Klare Standpunkte beziehen: Wenn z.B. Bibeltreue nur noch das Markenzeichen von "Bibel und Gemeinde" und dem "Bibelbund" ist, dann haben wir ein Problem. Zumindest habe ich dann ein Problem: Ich selbst will bibeltreu sein, denn alle Trennung von Jesustreue und Bibeltreue ist ja Quatsch. Ich kenne keinen anderen Jesus als den der Bibel und wer der Bibel nicht treu bleibt, wie will der sagen können was es heisst Jesus treu zu bleiben?
Was denkt ihr?

dan hat gesagt…

Korrigiere: Meinte nicht "flasche" Niveau, sondern falsche Niveau. Sorry, denn "flasche Niveau" wäre auch wieder das falsche Niveau

Manni hat gesagt…

Hm... ich wollte gerade den Text lesen, aber da muss man nicht weit. Oder: Ich komme nicht weit... Ich hätte nicht gedacht, dass er dermaßen auf anti geht.

Naja.. ich bin so froh, dass Jesus der Richter ist - über uns alle.
Der kennt sich aus =)

LG

Toby Faix hat gesagt…

Vielen Dank für eure Kommentare. Da kann ich noch eine Menge lernen!

Anonym hat gesagt…

Hallo Tobias,
auf dieem Weg sag ich jetzt mal Hallo! Ich "kenne" dich noch aus alten Teen Street-Zeiten und lese seit bestimmt einem Jahr regelmäßig deinen Blog und bin im Moment auch voll drin beim Thema "Emerging churches".

Am Wochenende habe ich bei meiner Mutter dieses ZeitJournal gelesen und war echt entsetzt - da geht´s mir ähnlich wie dir! Das ganze hat zu einem ziemlich guten Gespräch mit meiner Mutter geführt, die jetzt auch mal eine "Emerging Kirche" besuchen will. Nun denn...

Meine Frage ist, ob du es dir vorstellen kannst, auch wenn es dir vielleicht echt zu blöd vorkommt, ein wenig detaillierter Stellung zu beziehen zu den beiden Artikeln in der Zeitschrift!

Grüße von Viola
www.netzwerk-csj.de

Anonym hat gesagt…

Ich stimme mit der Beurteilung des Herrn Ebertshäuser überein, besonders die Kommentare die hier zu lesen sind Unterstreichen dies in besonderer Weise - die emergente Bewegung ist ein ganzer Irrtum.