Donnerstag, Januar 18, 2007

"Beziehungen zwischen Wunsch & Wirklichkeit"

Mich beschäftigt schon seit einiger Zeit der Schalom Begriff im AT. Finde es sehr spannend zu sehen, dass Schalom weit mehr ist als nur ein Friedensgruß. Schalom beschreibt diese Sehnsucht, dieses Beziehungsgeflächt in dem wir leben, ganz realistisch mit allem was möglich und manchmal unmöglich erscheint. Schalom ist mehr als das was ich unter dem deutschen Wort Frieden verstehe, es geht tiefer, tiefer hinein in meine Beziehungen, ja in meine Seele. Auf der einen Seite hab ich davor auch Angst. Angst enttäuscht zu werden. Angst dem scheinbar hohen Ideal nicht gerecht zu werden, sowohl vor Gott als auch vor Menschen. Auf der anderen Seite weiß ich, dass Schalom immer Versöhnung beinhaltet. Das fasziniert mich. Ich meine Gott wollte von Anfang an Beziehungen haben (warum ihm seine Dreieinigkeit nicht gereicht hat, dazu ein paar Legionen Engel und Sonstiges – schwere Frage?), er hat die Menschen als Gegenüber geschaffen, ebenbildlich und beziehungsfähig. Dann ist vieles kaputt gegangen, der Schalom zerstört und Gott war ziemlich desillusioniert über sein Gegenüber, aber er hat immer wieder die Versöhnung gesucht. Das ganze AT ist die Geschichte von der Wirklichkeit dieser Welt und den Wiederherstellungsversuchen einer Beziehung. So brutal, so ehrlich, so realistisch, dass ich es manchmal kaum aushalte. Dabei geht soviel zu Bruch (wie die ersten Tafeln der zehn Gebote) und genauso oft gibt es wieder eine neue Chance (Und was passier mit den kaputten Tafeln überhaupt? Wo landen die?), die oft mühseliger und anstrengender ist, aber neue Beziehungen, neue Möglichkeiten schafft. Gott kämpft um die Beziehung zu mir, zu uns. Gibt nicht auf. Das gibt mir Mut. Mut auch an meinen Beziehungen zu arbeiten in denen ich stehe und mein Idealbild und meine daran geknüpften unrealistischen Erwartungen abzugeben. Wer dieses Ideal von paradiesischen Beziehungen mehr liebt als das was möglich ist, wird die Beziehungen in denen er steht auf Dauer zerstören. Schalom heißt nicht den verklärten Blick auf meine Beziehungen zu haben, sondern den versöhnten. Dabei macht Gott immer wider den Anfang, kommt immer wieder auf uns Menschen zu und spricht uns seine Liebe zu. Einer meiner Lieblingspropheten drückt dies im Auftrag Gottes wunderbar aus: „Ich schließe die Ehe mit dir für alle Zeiten; mein Brautgeschenk für dich sind meine Hilfe und mein Schutz, meine Liebe, mein Erbarmen und meine unwandelbare Treue. Du wirst erkennen, wer ich bin – ich der HERR.“ Wunderbare Verse die die Beziehungsbereitschaft Gottes beschreiben und die mich ermutigen, dass trotz aller Krisen, aller Untreue, allen Fallens Gemeinschaft möglich ist, zu Gott und unter uns Menschen.

Kommentare:

Schrotty hat gesagt…

WOW, super Beitrag!! gefällt mir sehr!!

Toby Faix hat gesagt…

Danke. :)

vulli hat gesagt…

ahoi,
bin ein neuerer blog-leser von dir (und klassenkamerad von karl k.)...
find deinen beitrag und die praktische sicht vom at her darin echt... naja, wie soll ich sagen... "inspirierend" :-)
so gesehen kann gottes liebe und sein handeln uns echt ganz neu ermutigen, unsere beziehungen schalom-mäßig zu leben - weil jesus unser schalom ist... :-)

danke für den impuls...

Toby Faix hat gesagt…

Herzlich willkommen. Und Grüße an Karl.