Montag, Januar 01, 2007

„Das Evangelium nach Pilatus von Eric-Emmanuel Schmitt"


Nutze die arbeitsfreie Zeit aus, um angefangene und neue Bücher zu lesen. Was ich oftmals während der vollen Semesterwochen nicht schaffe, genieße ich an freien Tagen, zum einen mit Christine zusammen und auch alleine: einfach lesen. Ein Buch, das ich heute beendet habe trägt den schönen Titel „Das Evangelium nach Pilatus“ und ist von Eric-Emmanuel Schmitt, der mit „Oskar und die Dame in Rosa“ und „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“ schon zwei internationale große Erfolge gefeiert hat. Nun also das Evangelium nach Pilatus. Wie der Titel schon andeutet geht es um ein weiteres, das fünfte Evangelium, das Evangelium, das Schmitt Pilatus in Briefen (die er an seinen Freund Titus schreibt) schreiben lässt. Eingeführt von einer sehr menschlichen Beschreibung Jesu (im Roman Jeshua ben Josef genannt) über die erwähnten Briefwechsel bis zu einer persönlichen Erklärung des Autors zur Entstehung des Buches im Schlussteil. Der Zweifel des Pilatus und der Glauben seiner Frau durchziehen das Buch und man könnte es mit Schmitts Worten folgender maßen Zusammenfassen: „Die Grundpfeiler des Christentums sind zwei Mysterien: die Fleischwerdung und die Auferstehung. Sie verwirren den Geist: ein Gott, der zum Menschen wird, und eine Rückkehr ins Leben. Ich kann verstehen, wenn ein rationaler Geist sich vom Christentum abwendet….“ (Seite 276). Die Auferstehung als zentraler Punkt des Christentums steht bei Pilatus auf dem Prüfstand. Und er versucht alle Möglichkeiten, alle Theorien auszuloten, ob dies möglich ist und landet am Ende beim Glauben. Ein sehr anregender Roman, der biblische Fakten, religionsgeschichtliche Hintergründe und Fiktion in einem Mix aus Zweifel und Glauben verbindet. Lesenswert.

Kommentare:

Daniel hat gesagt…

Stimmt - ich fand das Buch auch lesenswert.

Allerdings ist der zweite Teil doch um Welten besser als der erste (den auch Adolf von Harnack geschrieben haben könnte... ;))

Toby Faix hat gesagt…

Ja, der erste ist Teil ist gewöhnungsbedürftig und erklärt sich erst durch den Schlussteil.