Dienstag, September 02, 2008

„Bad news – good news oder was ist denn gut an der Guten Nachricht?“

In Homiletik sind wir gerade bei der „evangelistischen Predigt“ und kamen heute zur Frage, was denn eigentlich gut sei an der guten Nachricht? Eine einfache Frage, vor allem für Christen, aber schon bald stellte sich heraus, dass diese Frage doch nicht so einfach zu beantworten ist und dass wir manchmal zu schnell bei der „Sünde“, beim „Verlorensein“, der „Trennung“ und den „Konsequenzen“ daraus sind. Aber sind das gute Nachrichten? Nein, aber wenn die schlechten Nachrichten erst mal alle untergebracht sind, dann kommen sie, die guten Nachrichten: Jesus ist stärker als dein Versagen, deine Sünde etc. Manchmal kommt es mir vor wie ein „Spiel“, erst, die bad news und wenn alle am Boden liegen, dann die good news. Ist dass das Evangelium? Sicher, ein Teil des Evangeliums ist es, aber eben auch nur ein Teil. Manchmal habe ich den Eindruck, dass wir vor lauter „Humanismusapologetik“ den Menschen an sich so schlecht machen, dass die „bad news“ gerade für Menschen mit einem schlechten Selbstwertgefühl wie eine selbsterfüllende Prophetie ist. Und dann wundern wir uns, wenn daraus schlechte Gottesbilder und haufenweise Seelsorge erwächst. Ich weiß, dass ist sicher nicht der einzige Grund und man kann von beiden Seiten vom Pferd fallen, aber ich glaube es wird Zeit, dass wir wirklich wissen müssen, was gut ist an der Guten Nachricht, sonst machen wir uns unglaubwürdig.

Kommentare:

rinkeson hat gesagt…

Sehr interessanter Post. Ich bin sehr gespannt, wie die Diskussion hier verläuft ;-)

Hier mein Einwurf: Lk 5,31: "Die Gesunden brauchen keinen Arzt, wohl aber die Kranken"

Vielleicht rührt die badnews-Haltung ja daher, dass man die falsche Zielgruppe fokussiert. Leute, denen man ihre Krankheit erst einzureden versucht. Leute, die in ihrem Selbstverständnis vor Gesundheit strotzen.

Ich habe meine Entscheidung getroffen: Ich will ein Botschafter der Hoffnung sein. Und wem ich erst erklären muss, warum ich Hoffnung besser finde als Resignation, der bringt mich ernsthaft an Grenzen ;-)

Tobias Faix hat gesagt…

Genau, aber was ist mit den Leuten die "vor Gesundheit" nur so strotzen?. Gibt es für die auch eine "Gute Nachricht"?

march. hat gesagt…

schon mal römer drei gelesen? :-P

J. Clemens hat gesagt…

Hallo ...
Hast Du nicht bei Deinem Seminar auf dem Christival darüber erzählt, dass man in der Postmoderen nicht (auch) darüber nachdenken sollte, dass die Paulus-zentrierte-Theologie NUR eine Art & Weise ist wie man mit Jesus / Gott leben kann.

Soweit ich mich erinnern kann war der Tenor von Deiner Aussage, dass auch Leute, die diesen Schwenk von den "bad news" zu den "good news" (noch?) nicht gemacht haben einen Zugang zu Gott finden können.

Ich fand / und finde es einfach befreiend! -> Auch und gerade in meiner Mitarbeiterschaft:
Es geht nicht nur darum, dass Leute an einem -zentralem- Punkt Ihr Leben fest an Jesus machen um so gerettet zu sein / zu werden.
Sondern mehr mit darum, dass Leute in Gemeinde / christlichen Kreisen dabei sind um so mehr und mehr mit Jesus im Alltag zu leben und "wir" als christliche Kirche auch in der heutigen Zeit / Gesellschaft einen wichtigen Platz einnehmen.

Und eben in diesem Platz dann doch & auch Gute Nachricht vermitteln:
Du bist geliebt!!!
Dein Leben gelingt, selbst wenn es nach irdischen Maßstäben ( Hartz IV, Arbeitslosigkeit, Krankheit ) nicht so aussieht.
Das Leben hat ein Ziel.
Und vor allem es kommt etwas, was viel, viel besser ist, als das was die Welt bieten kann.

*hehe*
Ich merke, dass "rinkeson" in seinem ersten Kommentar Recht hatte ...
Ist spannend sich darüber Gednaken zu machen und zu schauen wie sich die Diskussion hier entwickelt!

Grüße & blessings!
*JC

martin hat gesagt…

ja da machst du ja ein interessantes Fass auf. ich wundere mich immer wieder wenn ich in einer christl. Buchhandlung bin. was ist das nur für eine religion der wir so eng verbunden sind.
es geht m.e. in gut 2/3 der ratgeberbücher, darum noch frömmer zu werden. immer vom minus (es reicht noch nicht)ins plus (so müsste es sein). und die bücher werden gekauft.
Ja auch ich wünsche mir mehr selbstbewusstsein unter den christen und viel mehr lebensbejahung.

beate u. michael wesner hat gesagt…

Die "Bad news" von Jesus waren (fast) ausschließlich für die frommen und religiösen Heuchler. Keiner nimmt im NT das Wort Hölle öfter in den Mund als er, aber eben immer im Zusammenhang mit dieser Zuhörergruppe. Den Verwundeten bringt er good news / god news. Bei ihnen ist das Thema Hölle erstaunlich unwichtig... Und da Christus für das Christentum schon irgendwie doch auch zentral ist... .-)
_ _
michael

context21 hat gesagt…

Paulus kann da vielleicht eine Hilfe sein.

Auf dem Areopag predigt er anders als in einer Synagoge.
Das "Good news - Bad news - Paradigma" greift vielleicht nur im jüdisch-christlichen Kulturkontext.

Auf dem Areopag beginnt er ganz anders: »Bürger von Athen! Ich habe mich mit eigenen Augen davon überzeugen können, dass ihr außergewöhnlich religiöse Leute seid. Als ich nämlich durch die Straßen eurer Stadt ging und mir eure Heiligtümer ansah, stieß ich auf einen Altar mit der Inschrift: ›Für einen unbekannten Gott‹. Ihr verehrt also ´ein göttliches Wesen`, ohne es zu kennen. Nun, gerade diese ´euch unbekannte Gottheit` verkünde ich euch...

Wir sollten endlich begreifen, dass wir in einem "heidnischen" und nicht in einem "christlichen" Kontext Leben. Der Appell an das "Sündenbewustsein", oder an die Einsicht des "Verlorenseins" als Backdrop der Good News ist in der heutigen Kultur eher abstoßend...

Das hat auch nichts damit zu tun, dass nun das "wahre Evangelium verwässert" werden soll, sondern eher damit, dass die Kirche heute (auch der durchaus erweckte Teil von ihr) für diese Welt irrelevant ist. Wir geben Antworten auf Fragen, die keiner gestellt hat und wir gehen dabei von Voraussetzungen aus, die eher vor 100 Jahren als heute aktuell sind...

rinkeson hat gesagt…

Ich glaube natürlich, dass es auch für satte und selbstzufriedene für "gesunde" und sich wohlfühlende Menschen eine gute Nachricht gibt. Aber diese entwertet nicht deren Werte sondern transzendiert diese.

Ich muss Leute nicht davon überzeugen, dass sie falsch liegen. Wenn das Evangelium "gute Nachricht" ist, dann merken sie es selbst (z.B. wie beim "reichen Jüngling"). Und jeder Mensch hat das Recht, sich auch mal zu irren.

Ralf hat gesagt…

@ Tobi: Spitzen Frage! Finde ich ebenso spannend und interessant. Und ich halte es mit Rinkeson: "Wenn das Evangelium `gute Nachricht` ist, dann merken sie es selbst (z.B. wie beim ´reichen Jüngling´). Und jeder Mensch hat das Recht, sich auch mal zu irren." Mein Ansatz wäre also "stop talking, start walking" Leben leben und das zu geniessen. Irgendwann fragen die Leute eh, warum man glaubt, was man glaubt... :)

J. Clemens hat gesagt…

@ralf:
"stop talking, start walking"
Leben leben und das zu geniessen

Ja, dass ist ein prägnanter Satz, der vieles gut zusammenfasst...

Tobias Faix hat gesagt…

oh, kaum ist man mal ein paar Stunden nicht da, geht die Diskussion ja schon richtig los. Sehr schön.
Ich will ja nicht pingelich sein, aber es ging bisher mehr um "Ansätze" der Vermittlungen und nicht so um die "guten Argumente". Außer natürlich unser LEben... :)

Susi hat gesagt…

Vielleicht gibt es ja gar nicht DIE Gute Nachricht. Wenn es heißt: "...die Blinden sehen und die Lahmen gehen, die Aussätzigen werden rein und die Tauben hören ..." oder in Jesaja 61, dass die zerbrochenen Herzen verbunden werden, die Gefangenen und Gebundenen Freiheit erlangen werden, dann sieht doch die Gute Nachricht für jeden etwas anders aus. Der Gefangene möchte nicht sehen, sondern frei werden, und der Blinde braucht keinen Herzensverband, sondern sehende Augen. Die GN ist also vielleicht ganz individuell zu sehen bzw. zu erleben. Das hängt damit zusammen, dass die GN untrennbar mit der Person Jesus verbunden ist, und da Jesus jedem Menschen sehr individuell begegnet, sieht auch die GN für jeden anders aus.
Sicher gelten darüber hinaus für alle die Begriffe Freiheit, Liebe, Vergebung, Sinnerfüllung. Doch wie sie gefüllt und gelebt werden, ist sicher unterschiedlich.
Im Übrigen glaube ich nicht mehr so recht an Leute, die vor Gesundheit strotzen - weder Christen noch Nichtchristen. Kratze ein bißchen an der Oberfläche, und man staunt, was da so zu Tage kommt ...

Johannes Otto hat gesagt…

Hallo Tobias,

Du hast gesagt: "Manchmal kommt es mir vor wie ein „Spiel“, erst, die bad news und wenn alle am Boden liegen, dann die good news. Ist dass das Evangelium?"

Das würde ich als psychologische Manipulation einstufen. Erst die Leute fertig machen, um sie dann wieder aufzurichten. Genauso fragwürdig finde ich es, den Menschen zu verkündigen, das Leben sei schön. Das ist es sicher auch (und soll genossen werden!), aber sicher eben auch nicht immer. Viele seelsorgerliche Probleme entstehen eben auch gerade dort, wo man verkündigt hat, Christsein sei heiter Sonnenschein und man dann an Gott verzagt, wenn schwere Stunden kommen.

Evangelium zu verkündigen bedeutet doch zunächst, die Menschen mit der Realität zu konfrontieren. Mit der Realität einer gefallenen Welt, die von Gott getrennt ist, und um es biblisch auszudrücken, in der Finsternis liegt. Das ist übrigens nicht etwas, das dem Evangelium voran geht sondern, wie Du bereits gesagt hast, fester Teil des Evangeliums. Denn das "Licht scheint in der Finsternis". Die gute Nachricht fröhlich aufnehmen, kann also nur jemand, der mit der Realität unserer Welt vor Gott und von Gott her konfrontiert wurde.

Es geht daher m.E. weniger um "gute Argumente" als vielmehr darum, den Leuten die Wahrheit Gottes zu sagen. So wird der, der ohnehin schon niedergeschlagen ist und an sich und der Welt leidet verm. schneller Trost und Ermutigung bei dem Gott finden, der das geknickte Rohr nicht zerbricht und den glimmenden Docht nicht auslischt. Der selbstherrliche und stolze Mensch wird sich im Angesicht der Wahrheit Gottes seiner Selbstsucht und seinem Hochmut (o.ä.) zu stellen haben. (Übrigens hat Bonhoeffer sich dazu einige Gedanken gemacht. Er wollte es möglichst vermeiden, den Menschen bei seiner schwachen Seite zu packen. Vielmehr sollten die starken und willentlichen Sünden Anküpfungspunkt für das Evangelium sein.)

Oben hat jemand die Rede von Paulus auf dem Areopag erwähnt. Sicherlich ist unser Verkündigung je nach Umgebeung in ihrer Form etwas anders - nicht aber im Inhalt. Denn in der selben Predigt spricht Paulus davon, dass Gott den Hörern gebietet (!) Buße zu tun - nichts anderes sagt er den Juden. Sie sollen sich von den falschen Göttern hin zu dem wahren Gott bekehren (1.-3. Gebot). Paulus geht also davon aus, dass die Heiden moralische Urteile fällen können und dass ihnen deutlich wird, dass sie bisher falsch (!) gelebt haben. Es gibt also keinen Grund etwa die 10 Gebote aus der Evangelisation fern zu halten - ganz im Gegenteil. Heute ist es, genau wie damals, wichtig den ganzen Ratschluss Gottes zu berkündigen. Und je "heidnischer" unsere Umgebung, desto früher (biblisch/zeitlich gesehen) muss die Verkündigung beginnen. Paulus spricht in dieser Predigt u.a. von Gen 3 und davon, dass der Mensch sich von Gott entfernt hat, während Gott immer noch unsere Nähe sucht (das ist doch eine "gute Nachricht" :-) oder?)

Das als einige Gedanken dazu. Liebe Grüße, johannes

Suse hat gesagt…

Bad news - good news - Tobi, was machst Du da für einen Gegensatz auf? Ich verstehe den nicht wirklich.
Es geht doch erstmal nicht um die Frage nach dem Gefühlshaushalt (ob nun sich gut oder schlecht fühlt, starkes oder schwaches Selbstbewußtsein habe), sondern darum, dass die Bibel als Tatsache beschreibt, dass jeder Mensch getrennt von Gott lebt. Ohne die persönliche Anerkenntnis dieser Tatsache (die mich dann durchaus auch in meinem Gefühlshaushalt mal durchschütteln sollte) kann man die andere Tatsache, dass Jesus diese Verbindung wieder herstellt, gar nicht begreifen. Ich würde sagen: Je weniger ich von meiner eigenen Verlorenheit ohne Jesus begreife, je weniger begreife ich die Dimensionen meiner Rettung. Das sind 2 Seiten ein und dergleichen Medaille.
Und noch etwas: Wo wird eigentlich heute noch so verkündigt wie Du beschreibst? Ich habe eher den Eindruck, dass die "bad-news" abgeschafft worden sind.

Tobias Faix hat gesagt…

@johannes: Genau gegen dieses "Spiel" geht es mir aber. Ich glaube, dass es darum geht die Menschen ernst zu nehmen und nicht darum möglichst schnell die "ganze Wahrheit" zu sagen. Ich glaube, dass wir hier oftmals zu dogmatisch denken und wir uns so von den Menschen um uns herum entfernen. Aber vielleicht geht das auch nur mir so...

Tobias Faix hat gesagt…

@suse: Ich würde sogar noch weiter gehen, wenn ich außerhalb der Verkündigung hinschaue, nämlich in den Alltag, dort wurde, nicht immer udn bei allen, nicht nur die bad news abgeschafft, sondern auch die good news. Deshlab ja der ganze blog udn die diskussion. Viele Christen sind sich der "Guten Nachricht" gar nicht mehr sicher und leben sie kaum noch. Was hinterlassen wir denn, an geistlichen Fußabdrücken? Wo wird diese Gute nachricht denn sichtbar? Das sind für mich ehrliche Fragen. Ich glaube, dass eher aus dieser Unsicherheit, wieder zu den klassisch apologetischen Themen gegriffen wird.

Suse hat gesagt…

Wie meinst Du das jetzt: "Ich glaube, dass eher aus dieser Unsicherheit, wieder zu den klassisch apologetischen Themen gegriffen wird".
Wer greift wann u. wo zu was für klassischen apologetischen Themen?
Wenn man beide "news" nicht mehr hört oder lebt - was meinst Du, woran es liegt?

Tobias Faix hat gesagt…

Meine Beobachtung ist, dass es Christen gibt, die sich gerne hinter "Schlagwortthemen" verstecken und so eine negative Front aufbauen. Für was stehen Christen denn? Für was stehen christliche GEmeinden in ihrem Dorf, ihrer Stadt? Für was sind sie bekannt. Ich freue mich sehr, wenn da bei dir und in deiner Stadt die Christen für die "Gute Nachricht" stehen, aber ich erlebe das leider nicht immer, selbst bei mir nicht.

Suse hat gesagt…

Du machst jetzt mehrere "Fässer" gleichzeitig auf. Ich würde gern erst mal bei einer Sache bleiben: Wenn es stimmt, dass viele Christen gar nicht mehr richtig verstehen, was die gute Nachricht eigentlich bedeutet, dann sollten wir uns darauf konzentrieren, diesem Defizit nachzugehen. Liegt es daran, dass Verkündigung zu viel vorraussetzt? Dass zu einseitig "gelehrt" wird, dass die "Verkündiger" sich zu wenig mit den Denk-u.Lebenswelten der Zuhörer beschäftigen? Liegt es am Zuhörer, der bestimmte Dinge nicht hören will oder wegblendet? An der fehlenden Bereitschaft, das Gehörte auch umzusetzen?
Woran liegt es Deiner Meinung nach, dass die gute Nachricht "nicht mehr greift"?

Tobias Faix hat gesagt…

Oh, sehr viele Fragen. Kann ich bestimmt nicht alle beantworten. :)
Ich schreibe einfach mal ein paar EIndrücke auf. Ich bin ja Dozent am Bibelseminar und habe viel mit theologischer Ausbildung zu tun und glaube schon, dass das in der Ausbildung von Pastore, Jugendreferenten etc. ein Defizit gibt. Viele haben viel Theologie im Kopf, tun sich aber schwer diese zu vermitteln oder gar zu leben. Stichwort: Transformation, wo verändert sich in unserem Umfeld was durch diese Gute Nachricht. Außerdem glaube ich, dass es immer noch eine "alte Apologetik" vorherrscht, die den Glauben "nur" verteidigt, was aber meiner Ansicht nach zu wenig ist. In den Gemeinden wird es ganz unterschiedlich gelebt, da gibt es so viele Richtungen, dass es schwer ist überhaupt pauschal was zu sagen. Aber die "klassisch" pietistisch/evangelikal geprägten Gemeinden haben sich jahrelang eher isoliert von "der Welt" als diese als "Salz & Licht" zu verändern.
Ich gebe zu, dass es nicht so einfach ist und natürlich auch sehr individuell, aber wenn das Gute an der Guten Nachricht nicht im Vordergrund steht, haben wir glaube ich ein echtes Problem, oder?

Gabriel hat gesagt…

good news - bad news; verbirgt sich dahinter nicht die abgrundtiefe fromme Dichotomie? Der Gegensatz löst sich auf, wenn wir die Zuhörer auf eine gemeinsame Reise einladen, statt auf sie mit Formeln und dogmatischen "Einsichten" einzudreschen.
Interessante Gedanken liefern dazu Brian Mcaren und Tony Campolo in "Adverntures in Missing the Point", S. 18f.

johannes hat gesagt…

Hallo Tobias,

danke für Deine Antwort! Was meinst Du mit "Spiel". Ich halte es für selbstverständlich, dass wir unser Gegenüber ernst nehmen, denn das ist ein Ausdruck von Liebe. Wie schnell wir die "ganze Wahrheit" sagen, ist von vielem Abhängig. Ich weiß zwar nicht, was Du unter dogmatisch verstehst, aber ich denke, dass wir als Christen einen Inhalt, eine klare Botschaft weiter zu geben haben und diese Botschaft mag dann auch Distanz schaffen. Wir können ja nicht um jeden Preis alles tun, um von der Welt um uns herum akzeptiert zu werden.

Viele Grüße und einen schönen Abend ...

Kristina hat gesagt…

Hey Toby!
Als frisch gestarteter Blogger wage ich mich nun auch mal in diese Diskussion.. :-)
Und als ehemaliger Nichtchrist kann ich aus Erfahrung sprechen, dass mich an predigenden Christen am meisten beeindruckt hat, wenn sie mit Leidenschaft und "leuchtenden Augen" von Jesus, Gott, Himmel, etc. gesprochen haben. Die Einzelheiten des Evangeliums hab ich sowieso erst NACH meiner Entscheidung für Jesus kapiert. Davor hab ich die Ausstrahlung der Christen gesehen, habe im Innersten gespürt, dass sie die Wahrheit reden und hab Sehnsucht nach diesem tiefen PERSÖNLICHEN Glauben bekommen, den diese Leute zu haben schienen. Die tiefe persönliche Freundschaft(!) zu Gott war für mich der Anreiz und die "good news"!
Lieben Gruß von nebenan,
Kristina

Tobias Faix hat gesagt…

@gabriel: Ja, da geb ich dir absolut recht! Kann ich auch sehr empfehlen. Danke für den Hinweis.

Tobias Faix hat gesagt…

@johannes & Kristina: ich meine damit, dass wir manchmal versuchen die "ganze Wahrheit" oder "unsere Wahrheit" zu sagen und dabei den Menschen der uns gegenüber steht "vergessen". Die Fähigkeit einen Dialog auszuhalten, eine andere MEinung stehen zu lassen geht dabei manchmal verloren. Es nützt manchmal nichts die "Argumentation" zu gewinnen, wenn wir die Menschen verlieren. Aber das würdest du, wie ich es verstanden habe, auch sagen. Ansonsten hat Kristina das ja wunderbar beantwortet. Danke. Das ist sehr ermutigend...

Anonym hat gesagt…

So, ich steig mal quer ein - ohne alles gelesen zu haben.

bad news - good news
Ein befreundeter Pastor führt in seiner Gemeinde Glaubensinfokurse durch und geht einen Abend speziell auf Sünde ein, und lässt die Leute dann eine Woche bis zum nächsten Abend "zappeln" und kommt dann mit der Lösung. Ich fand das eigentlich immer ziemlich gemein. Mittlerweile, nach eigenen Glaubenskursen, versteh ich eher was er damit erreichen will. Und ich stell immer wieder fest, wie schwer es für Menschen ist die "good news" zu verstehen. Und ich denk, es geht nicht ohne die "bad news" zu begreifen. Weil wenn alles schon gut und rosa ist brauch ich nichts anderes.
Ich stell oft fest, dass die Leute keine "good news" brauchen, weil es ihnen schon gut geht... "mir geht´s gut, ich hab nix böses getan, spende regelmäßig an..."

@Toby:
Ich finde, dass viele Jugendreferenten, Pfarrer,... keine Ahnung vom "wirklichen Leben" haben. Viele Jugendreferenten die ich kenne, haben nach der Schule ein FSJ und danach eine theologische Ausbildung gemacht oder Abi, Zivi und dann Theologiestudium und Pfarrer,... D.h. für mich, die haben sich die ganze Zeit in einer "frommen" Welt bewegt, wo die Welt vielleich doch noch ein bisschen heiler ist...
Aber wie wollen sie verstehen wie sich ein Azubi fühlt, der jeden Tag von seinem Meister angemotzt wird oder einen Arbeiter, der Streß unter seinen Kollegen hat, oder einen Arbeitnehmer, der einfach die Spielregeln seiner Firma einhalten muss, um nicht seinen Job zu verlieren...
Ich hab lang gedacht (und ich will es immer noch denken) Christ sein in der Wirtschaft geht und ich kann was verändern. Aber ich komm immer wieder an den Punkt, wo ich denke, nein, es geht nicht...


Salz und Licht sein:
Ich denk´ wir sind schon Salz, nur finden wir die Suppe nicht bzw. wollen wir nicht in die Suppe rein, weil sie uns nicht "schmeckt" oder wir da ja verbraucht werden (Salz löst sich in der Suppe ja auf...). Viel lieber hocken wir im Salzstreuer, mit vielen anderen Salzkörnern... und überlegen, wie toll die Suppe wäre, wenn da ein bisschen Salz drin wäre...
Außerdem wäre es viel besser, wenn die Suppe zu uns kommt, am besten in den Salzstreuer.... in Form von Salz...

Siggi

J. Clemens hat gesagt…

@ siggi:
Du hast von dem befreundetem Pastor mit den Glaubeskursen geschrieben:

Einfach mal eine provokante Frage:

Was ist / wäre mit einem Teilnehmer, der in der Woche nach dem Thema Sünde stirbt oder sich im sterben befindet ...

Er weiß, dass er sündig ist.
Hat er dann Hoffnung?

- - - - - - -

Irgendwo habe ich mal vonm einem Pastor gelesen, der so eine Situation mal erlebt hat. Er hat in einem Godi über Sünde gepredigt, aber nicht (!) über Erlösung / Jesu Gnader gepredigt bzw. zu einer endgültigen Entschiedung für Jesus aufgerufen. Für einen ( oder mehrere ) Godi Besucher kam dann der nächste Sonntag und die Möglichkeit zu spät.

Dazu meinte der Pastor dann in dem Text, dass diese Erfahrung bei Ihm dazu geführt, hat, dass er den Menschen dann IMMER und sofort die Liebe und die erlösende Nachricht ( die " Gute Nachricht " ) gepredigt hat ....

Dies einfach mal als vllt. provzierenden Gedanken !
( Unabhängig davon, wie Jesus / Gott in so einem Fall tatsächlich mit den verstorbenen Menschen umgehen würde... )


Ansonsten ist mir der Satz in den Kopf gekommen, dass "Gottes Geist weht wo er will".
OHNE Gottes Geist wird NIEMAND so angesprochen, dass er sich für Gott entscheidet.
"Gesunde, oder Kranke" Menschen.
Wenn Gott diese Leute nicht berühert, werden sie nicht verstehen, was die gute Nachricht bedeutet-

Suse hat gesagt…

@tobi: Bevor weiter über die Wirkkraft der GN nachgedacht wird, müsste mal geklärt werden, was Du unter dem Evangelium verstehst. Auf Deinem Post stellst Du ja diese Frage. Man kann nur nach außen tragen, wovon man überzeugt ist. Andererseits scheinst Du vorauszusetzen, dass es diese GN gibt, weil Du ja kritisierst, dass diese zu wenig sichtbar wird. Also, was beinhaltet die GN für Dich?

Anonym hat gesagt…

@ j.clemens: Ich find´ die Frage cool! Ich mag so provokante Fragen :) ! Und ich werd´ den Pastor bestimmt mal fragen...

Die andere Seite ist halt, wenn du einen ganzen Abend über Sünde, Verlorensein, die Kluft zwischen Mensch und Gott,... redest und dann zum Schluß die Lösung bringst, die Wahrscheinlichkeit dass sich jetzt alle (aus Angst?) mal schnell für die Lösung entscheiden ziemlich groß ist. Aber ich weiß nicht, ob dass dann eine wirkliche Entscheidung ist oder halt nur weil das jetzt so sein muss, oder die Verzweiflung so groß ist. Von daher find ich so ein paar Tage Nachdenken gut...
Und das andere ist: so ein Kurs hat ja mehrere Abende und vorher wird ja schon über Bibel, Schöpfung, Gott,... geredet. Die Sünde hängt nicht ganz im "luftleeren Raum". Mein Vertrauen ist, dass der Sterbende dann so viel weiß, dass er zu Gott schreien, rennen, reden,... kann.

Siggi

Tobias Faix hat gesagt…

Manchmal hat Gott ja schon Humor. Ich habe heute meine Kids von der Schule abgeholt und warte so auf sie und dneke über die Diskussion hier auf dem blog nach. Da gesellt sich ein weiterer wartender Vater zu mir, wir unterhalten uns so wie das halt ist, wenn man sich kennt udn doch nicht kennt udn plötzlich fragt er mich, ob er mich was persönliches fragen könnte. Als ich bejahe, sagt er in etwa: "Du bist doch Pfarrer oder so was ähnliches auf alle Fälle glaubst du an Gott, oder? Mich würde das echt interessieren was für gute Gründe es gibt an ihn zu glauben? Ich kenne da nämlich keinen, Gehe eher rational an die Sache ran." Ich stand da und konnte es kaum glauben, dann haben wir uns zum "Bier" verabredet...

Kristina hat gesagt…

Yeah!! :o)

Und gleichzeitig noch eine GUTE NACHRICHT: Gott hat echt Humor!!
Hehe..
Wünsch dir ein richtig gutes Gespräch!

Werner hat gesagt…

Es ist doch so, dass es im Leben immer sehr stark um Unterschiede geht. Darum muss es auch meiner Sicht auch im Glauben gehen. Wenn es keinen Unterschied macht zu glauben kann ich es auch lassen. Die Frage ich nur wer den Unterschied definiert. Meiner Meinung nach kann das jeder nur für sich tun und nicht ein Prediger oder sonstiger evangelistisch orientiert Mensch der womöglich durch Interpretationen aus einem zufriedenen Menschen einen verlorenen Sünder macht. Wer etwas von sich hält wird sich zurecht dagegen wehren. Ich denke auch nicht, dass es Ausdruck einer symetrischen (gleichwertigen) Beziehung ist, wenn eine Person die "news" verkündet. Zumindest handelt es sich hier nicht um ein Gespräch sondern um eine "Belehrung". Ein Ausweg für die bedauernswerte Riege der Prediger ist es meiner Meinung nach Geschichten (von sich oder von anderen) zu erzählen und den Zuhörern viiiel zuzutrauen, was die Übertragung auf das eigenen Leben angeht.

Rainer hat gesagt…

Die Frage ist interessant...

Nur sind die Bad News ja nicht unbedingt News. Ich denke jeder weiß persönlich, was er wo verbockt hat. Keiner ist ohne Sünde/Fehler. In Gesprächen mit unserem Gegenüber wird sich das beim "Kratzen an der Oberfläche" irgendwann zeigen. Ich denke, dann sind wir dran, die wirklichen News zu bringen. Die Good News! Wir müssen unsere Mitmenschen kennen(lenrnen), damit wir ihnen auf ihre Fragen/Fehler eine Gute Nachricht bringen können. Ich denke trennen kann man das einfach nicht. Um die Erlösung verständlich zu machen, muß ich aufzeigen, was Sünde ist. Jesus hat das ja in Johannes 4 auch gemacht. Die Samariterin wusste, was es für Bad "News" in ihrem Leben gab und Jesus hat ihr die wirklichen News gebracht, die Gute Nachricht.

Für mich ist es ehr das Problem mit dem Salz, das Siggi schon angesprochen hat. Kenne ich meine Mitmenschen, die keine Christen sind überhaupt richtig? Lasse ich mich drauf ein, mich mit Ihnen und dann auch Ihren Problemen zu beschäftigen? Oder bin ich lieber mit meinen christlichen Freunden unterwegs. Ist für mich mal wieder sehr herausfordernd! Vielleicht sollte ich mich auch mal mit einem Arbeitskollegen auf ein "Bier" verabreden...
@Tobi: erzähl mal, wie es gelaufen ist.

Norbert hat gesagt…

Wow!
Die gleiche Frage hab ich vor mehr als eineinhalb Jahren mal auf meinem Blog gestellt mit ähnlich großer Resonanz. Das Thema ist wichtig!!!
Wen's interessiert...

http://santacrux.blogspot.com/2007/01/gute-nachrichten_31.html

Und hey, ich bin heute nicht viel weiter. Nur, dass ich begriffen habe, dass Gottes Liebe so klein macht, dass sie in ein für mich verstehbares Kommunikationssystem passt: Eine Botschaft, die auch ohne meine Rezeption einfach nur gut ist - weil Gott gut i s t! Nicht wegen mir - wegen ihm. Er ist gut. Das Evangelium ist: Gott ist, und er ist Liebe und hey, er ist Vater. Evangelium ist eine Rede von Gott und keine Rede über die Wirkungen Gottes. Das ist was anderes...

Suse hat gesagt…

Ich verabschiede mich hier eher frustriert aus dem blog, finde es auch nicht "wow", wie hier diskutiert wird. Sorry, da komm ich einfach nicht mehr mit.

Tobias Faix hat gesagt…

@suse: Tut mir leid, versteh es aber nicht so ganz, was dich frustriert. Kannst du es etwas erklären?

Tobias Faix hat gesagt…

@norbert: Danke. Interessante BEiträge. Würde dir übrigens zustimmen, dass es bei dem , was ich unter der "guten nachricht" verstehe ein wichtiger Punkt ist, dass Gott Liebe IST. Ganz unabhängig von mir, anderne Menschen oder gesellschaftlichen Umständen. Das heißt, seine Liebe ist nicht abhängig von meiner Liebe oder gar meinem Tun, kann aber beides völlig verändern...

johannes hat gesagt…

Hallo Tobias,

Du fragst Dich, warum sich suse frustriert aus diesem Blog verabschiedet? Ganz einfach: Sie hat Dir konkrete Fragen gestellt, aber Du hast keine konkreten Antworten gegeben. Christlicher Glaube besteht eben nicht in einer bloßen Begeisterung, sondern in einem klaren Inhalt. Ein Inhalt bei dem es um Jesus Christus geht, wie ihn die Bibel von ihrer ersten Seite an bezeugt. suse geht es um die Sache, wie dem Mann, mit dem Du Dich zum Bier treffen willst - und ich hoffe, dass Du ihm klarer Antworten geben kannst, als Du es hier getan hast. Es ist nicht unsere Aufgabe Menschen irgendwie zu sammeln, sondern ihnen die Wahrheit Gottes zu sagen - das ist unser Auftrag von Gott her. Wir sollen das in Liebe und einfühlsam tun, aber dennoch deutlich und klar. Natürlich kann man es dabei nicht allen Recht machen, aber wir sollen es auch nicht allen Recht machen, sondern eben unserem Herrn.

Liebe Grüße, Johannes

J. Clemens hat gesagt…

Stimmt ...
Auf die Fragen von suse hast Du nicht geantwortet.

Mich würden die Antworten auch interessieren!

Den Aspekt, den Reiner angesprochen hat ( ob wir nicht nur Zeit mit unseren christlichen Freunden verbringen ) finde ich spannend.

Ich -z.B.- mache viel in der Gemeinde und in der jugendabreit. Erzähle von Gott und begleite Leute, aber in meiner unmittelbaren Nachbarschaft rede ich nicht mit den Leuten. Erst recht nicht über Jesus....
Als in den letzten Wochen zwei meiner Nachbarn an Krebs verstorben sind, hat mich das echt ans nachdenken gebracht!!!

Viele Grüße!
clemens

Tobias Faix hat gesagt…

Also, es stimmt, ichhabe keine Antwort gegeben, wenn man eine dogmatische Antwort erwartet, mit Bibelstellen oder wie Johannes es sagen würde, in der "die Wahrheit" beschrieben ist. Ich habe versucht mich der "guten Nachricht" anders zu nähern, sie zu beschreiben in Form von Beziehungen, da ich glaube, dass es in des bei Jesus nicht um einen statischen Wahrheitsbegriff ging, sondern immer um einen personalen (Ich bin der Weg, die Wahrheit....). Ich glaube, dass in den Beziehungen zu Gott, meinem Nächsten udn mir selbst die gute Nachricht liegt und das ist manchmal ganz praktsich udn alltäglich. Das alleine aussprechen der "Wahrheit" (was auch immer jeder subjektiv darunter verstehet) wird oftmals als abgrenzend verstanden udn ist daher manchmal nicht gewinnend. Jesus beschreibt das ganz plastisch in Mt 25, wenn es um das Gericht geht, erfragt dort nicht nach der ausgesprochenen Wahrheit, sondern der gelebten, personalen (Ich war hungig, durstig...und ihr habt mir oder habt mir nichts gegeben). Von daher habe ich angefangen eine Antwort zu geben, habe es sich ernoch nicht abgeschlossen... :)

Suse hat gesagt…

Oh, jetzt wird es ja doch noch mal spannend! Worte können so schnell missverstanden werden, deshalb frage ich einfach noch mal nach: Verstehe ich dich richtig, Tobi, dass du der Meinung bist, dass sich Evangelium vollzieht, wenn man dem anderen z. B. Gutes tut? Hast Du das gemeint? Und verstehe ich es richtig, dass du der Meinung bist, es gäbe keine allgemeine Wahrheit (die man dann logischer Weise auch nicht wirklich lehren kann), sondern sich im Leben einfach in Beziehungen ausbreitet?
Du möchtest keine "dogmatische Antwort" geben. Hast Du mit Deinen Äußerungen nicht auch eine aufgestellt?

johannes hat gesagt…

Lieber Tobias,

danke für Deine Antwort, in der Du deutlich machst, was Du unter "guter Nachricht" verstehst: "Ich glaube, dass in den Beziehungen zu Gott, meinem Nächsten udn mir selbst die gute Nachricht liegt und das ist manchmal ganz praktsich udn alltäglich."

Aber könnte das nicht jeder Esoteriker, Buddhist, Humanist und Pantheist so sagen? Entspricht das tatsächlich dem Evangelium, das die Evangelisten und Apostel verkündigt haben?

Ich stimme Dir zu, dass Wahrheit nicht etwas rein Intellektuelles ist, sondern unsere ganze Lebenswirklichkeit betrifft und damit besonders auch unser Verhalten. Aber wenn Jesus davon spricht, dass er der Weg, die Wahrheit und das Leben ist, dann meint er mit dieser Wahrheit doch sein Kommen in die Welt, sein Leiden und Sterben und seine Auferstehung. Hier bekommt die Wahrheit eine ganz "statische" und historische Füllung, die nicht nur Grundlage unseres Glaubens ist sondern gemäß den eigenen Worten von Jesus auch der einzige Weg zum Vater. Wenn Du also von einem eher dynamischen Wahrheitsbegriff ausgehst - was meinst Du dann damit?

Liebe Grüße, Johannes

Tobias Faix hat gesagt…

@suse: Jetzt wird es wirklich spannend, da es wieder auf eine entweder - oder Diskussion herausläuft. Natürlich glaube ich, dass es theologische Wahrheiten gibt, aber ich glaube auch, dass wir diese auf unterschiedliche Art udn Weise erstens erkennen (siehe Dogmen- und Kirchengeschichte)und zweitens leben müssen (alltag). Die Ausgangsfrage war ja, die nach dem Guten der Guten Nachricht und da glaube ich tatsächlich, dass es nicht reicht dieses Gute nur in Lehrsätzen oder Wahrheiten apologetisch zu formulieren, sondern dass es in Beziehungen gelebt werden muss. Also ein eindutiges: sowohl als auch. Es geht dabei weder um einen Relativimus, noch um ein geistlich entleertes "social gospel", sondern um das ganzheitliche Heil, das von Christus ausgeht und Menschen in der Begegnung mit ihm und anderen Menschen verändert. Das ist für mich in der Tat eine gute Nachricht... ;)

Suse hat gesagt…

@tobi: Mir geht es einfach darum, zu verstehen, was gemeint ist, um mich dann damit auseinandersetzen zu können. Du provozierst mit Fragen, also ist es doch angemessen, sich dann auch mit evt. gegebenen Antworten zu befassen oder?
Ganzheitliches Heil - Amen!

Tobias Faix hat gesagt…

@suse: Natürlich, ist völlig in Ordnung, finde das sehr spannend und ich finde wir halten usn gut, so eine Diskussion ist über dieses Medium nicht einfach. :)
Außerdem sind gerade die von benutzten Worte so belegt, dass es schwer ist einander zu verstehen.

johannes hat gesagt…

Hallo Tobias,

hast Du noch eine Antwort für mich? :-)

Liebe Grüße und einen schönen Abend!

Anonym hat gesagt…

Ganzheitlich find ich gut! Und ich denke, das ist der Weg die good news heute "zu predigen".
Ich denk, Gutes muss für Menschen erlebbar sein. Nur leere Worte reichen nicht. Vielleicht liegt das einfach auch an unserer Zeit, aber die Leute überlegen doch welcher Nutzen dahinter ist und ob´s ihnen gut tut.
Und das heisst für uns doch, rauszufinden was die Menschen in unserem Umfeld bzw. die Menschen, die wir erreichen wollen brauchen. Um good news an dem Mann/die Frau zu bringen müssen wir ihre Wellenlänge, ihr Umfeld, ihr Milieu kennen und uns drauf einlassen.
Aber die Wahrheit muss die Wahrheit bleiben. Sonst können wir doch austauschen - so wie Johannes schreibt - und vielleicht Esoterik oder Buddha oder ... einsetzen. Nur mit "Gutes tun" oder "Gutem" kommt man nicht in den Himmel.

Siggi

Tobias Faix hat gesagt…

@johannes: Ich dachte mein Kommentar zu Suse beantwortet deine Frage. :)
Ich glaube, dass beides zusammenkommt, die ewige göttliche Wahrheit, die uns gegeben (offenbart) ist und die wir Menschen aufnehmen und leben müssen. Für mich beschreibt das am Besten der BEgriff des Reiches Gottes, in dem die Spannung vom "jetzt und noch nicht" sichtbar wird. Wir leben auf dieser Erde und da scheint die ewige Wahrheit immer wieder bruchstückhaft durch uns Menschen und den HEiligen Geist durch, aber eben noch nicht vollkommen. Natürlich versuche ich als theologischer Lehrer diese Wahrheit auch intellektuell zu fassen und zu beschreiben, was aber bruchstückhaft bleibt. Das Gute an der Guten Nachricht, bringt wenig Frucht, es muss gelebt werden. Aber beides gehört natürlich zusammen.

Tobias Faix hat gesagt…

@siggi: Es geht ja nicht um die Tat allein, das wäre zuwenig, sondern um die Motivation, die Gesinnung, den Lebensstil. Paulus beschreibt es ja in 1. Kor 13 sehr drastisch udn deutlich, wenn die Liebe fehlt, ist alles nichts, die erkenntnis und die Tat...

Anonym hat gesagt…

@toby:
Das ist ja nochmal ein weiterer Punkt. Was treibt mich an? Aus welcher Motivation heraus tu ich was?
Weil ich Jesus lieb hab oder weil´s doch auch cool ist vor vielen Leuten zu stehen und zu predigen oder Gutes tun um Anerkennung und Lob einzukassieren oder als Jungscharleiter von meinen Kids angehimmelt zu werden,...

Siggi

johannes hat gesagt…

Hallo Tobias,

danke für Deine Antwort - auch wenn sie meine konkreten Fragen (wieder) nicht beantwortet. Ich habe das Gefühl, dass Du den konkreten Fragen ausweichst weil Du keine konkreten Antworten geben möchtest. Vielleicht folgst Du damit heutigem Trend, der gerne viel sagt ohne sich dabei festlegen zu wollen? Vielleicht sind mir Deine Gedanken auch einfach zu hoch?
Aber mal unter uns: Wenn ich bei einem Arzt Hilfe suchen würde und den Eindruck hätte, dass er sich um meine Fragen herumwindet, dann würde ich zu einem anderen gehen. Ich glaube, dass wir die Menschen gerade da verlieren, wo wir ihnen keine klaren Antworten geben können - jedenfalls die wirklich suchenden Menschen. Natürlich ist unsere Erkenntnis bruchstückhaft und unvollkommen, dennoch können wir etwas erkennen und dann auch klar bekennen. Auch wenn jeder einen individuellen Weg zum Glauben an das Evangelium gegangen ist, so gibt es doch EIN Evangelium, was am Ende des Weges, sprich bei der Umkehr zu Gott, gegelaubt wird.
Aber auch hier würden wieder Fragen aufkommen, die Du mir sicher nicht konkret beantworten möchtest: Gibt es EIN biblisches Evangelium? Was ist der Inhalt dieses Evangeliums? usw.

Ich wünsche noch eine schönes Wochenende und Gottes Segen beim weiteren Diskutieren!

Liebe Grüße, Johannes

Tobias Faix hat gesagt…

@johannes: Ich glaube, dass ich deine Frage sehr wohl beantwortet habe. :) Vielleicht reden wir einander vorbei oder gehen von unterschiedlichen Grundvoraussetzungen aus. Natürlich wäre es jetzt am einfachsten, wenn ich JA, schreibe, ich glaube an das eine Evangelium. Natürlich glaube ich das. Dann wäre vielleicht alles gut, aber wenn ich ehrlich bin, ist für mich damit die Frage nicht beantwortet, denn die Frage ist doch, was steht dahinter? Was verstehst du unter dem einen Evangelium und was hat das für Folgen und Auswirkungen. Du hälst dich da übrigens auch zurück. :)

Ich versuche es gerne noch mal, vielleicht gelingt es mir jetzt besser:
Gott liebt diese Welt, ausnahmslos und besonders die Menschen darin, all die schönen und schlauen, die verlassenen und einsamen, die zweifelnden und die ganz normalen. Aus dieser Liebe heraus sendet Gott sich selbst in diese Welt hinein und verlässt seine Göttlichkeit um in der Gestalt seines Sohnes ganz in diese Welt zu kommen. Als Mensch lebte er mit all seinen geliebten Menschen zusammen um dann von diesen getötet zu werden, was seine Liebe aber nicht aufhalten konnte. Denn er ist nicht gekommen die Menschen zu verurteilen, sondern um sie zu retten und Gemeinschaft mit ihnen zu haben. Durch die Kraft seiner Auferstehung hat er die Macht des Todes überwunden und die ihm Nachfolgen leben in seinem Reich und das ewige Leben hat für sie schon begonnen.
(frei nach Joh 3,16&17)

johannes hat gesagt…

Hallo Tobias,

ich denke schon, dass wir von unterschiedlichen Grundvoraussetzungen ausgehen. Aber die Frage war ja, was denn die "gute Nachricht" ist. Und dazu hast Du ja jetzt etwas genaueres gesagt - danke ;-)

Du zeichnest das Evangelium anhand von Joh 3,16+17. Ich würde die Verse 18-21 ruhig dazu nehmen. Was ist mit Gottes Zorn, mit seiner Gerechtigkeit und Heiligkeit und demgegenüber unserer Sündhaftigkeit und dem Gericht Gottes. Und was ist mit dem Kreuz (Joh 3,14-15) und mit der Versöhnung? Ist das nicht alles Teil des Evangeliums?
Ich denke schon und ich denke auch, dass wir das den Menschen sagen müssen - auch wenn es uns von ihnen trennt. Es ging ja in diesem Post um die Frage, was die gute Nachricht ist - WIE wir sie dann weitergeben wäre ein neues Thema. Und hier sehe ich eher die Schwierigkeiten die Du ja auch verschiedentlich angesprochen hast: Realitätsferne Theologen und Prediger, in sich zurückgezogene Gemeinden usw. Aber das wäre dann nochmals ein extra Thema.

Freue mich auf Deine Antwort ...

johannes hat gesagt…

Noch eine Frage: Verstehe ich Dich richtig, dass Du an das eine Evangelium glaubst, aber davon ausgehst, dass diese Evangelium für jeden etwas anderes bedeutet?

werner hat gesagt…

vieles im Leben wird durch die Bedeutung, die wir ihm zumessen erst zur Wirklichkeit. Selbst bei den Dingen, die wir greifen und betrachten können ist die Bedeutung für den Einzelnen sehr viel wichtiger als die Daten und Fakten.

Danny hat gesagt…

Die Frage für mich ist, welche bad news es denn heute gibt. Dass Menschen von Gott getrennt sind, sind keine bad news für die Leute heutzutage. Einsamkeit, Isolation, Depressionen sind bad news. Und (simpel) ausgedrückt: Jesus ist die Antwort.

J. Clemens hat gesagt…

@danny:
Wäre es dann nicht eine Aufgabe von uns Christen den Leuten zu sagen, dass diese "Leiden" ( die Du kurz aufgezaählt hast: Einsamkeit, Isolation, Depression ) eine Folge der Entfernung / Abwendung von Gott sein können?

Dann kommt auch beides zu tragen:
Erstens, dass WIR im Umgang mit den Leuten ( das leben als Christ ) ein Stückweit diese "Leiden" ändern können und dass Jesus und seine gute Nachricht noch viel mehr daran ändern kann ( und er es ja auch will ! ).

Somit wäre dann die Gemeinde, wir Christen bei einer unserer Bestimmungen ( Stichwort "stop talking start walking" ) und auch Gott zeigt sich mit seiner Guten Nachricht ( Stichwort "good news").

*Deinen Beitrag weiterhin simpel (!) weitergedacht!*

ben hat gesagt…

Gute Nachricht - Hoffnung für alle! Die Gute NAchricht ist für mich ganz schlicht und einfach die Hoffnung für alle! Ob die Gesunden oder die Kranken, ob der an der Spitze der Nahrungskette oder der "ganz unten" - Hoffnung für alle! Hoffnung auf Hoffnung! Wenn das nicht gut ist ...

Tobias Faix hat gesagt…

@johannes: die Frage von der ich ausging war nicht nach dem "Evangelium an sich", sondern was das Gute an der guten Nachricht ist. Und ich glaube nicht, dass die VErse 3,18ff das beschreiben.

Tobias Faix hat gesagt…

Hufi hat in seinem blog eine schöne "Zusammenfassung" des Evangeliums zitiert, die hier ganz gut hinpasst:
Hier eine “Kurzformel des Evangeliums“, die Klaus Teschner so 1984 formuliert hat:

Wir sind wertvoller, als wir annahmen.
Wir sind verkehrter, als wir wahrhaben wollen.
Wir sind geliebter, als wir wissen.
Gott hat mehr mit uns vor, als wir uns träumen lassen.

Dabei ist wohl die Reihenfolge entscheidend…

Anonym hat gesagt…

Das ist echt eine schöne Zusammenfassung! Wir sind wertvoll, geliebt und Gott hat mit uns etwas vor - von alles ist viel mehr und größer als wir uns es vorstellen können.

Nur wie können wir diese gute Nachricht (die wir für uns verstanden haben) anderen Menschen klar machen, die sie nicht verstehen? Oder die denken, sie brauchen sie gar nicht, weil´s ihnen doch so schon gut geht?
Wie wird unsre gute Nachricht zu einer guten Nachricht für andere?

Siggi

johannes hat gesagt…

Hallo Tobias,

entschuldige - da haben wir wirklich aneinander vorbeigeredet. Ich war davon ausgegangen, dass wir zuletzt über das "eine" Evangelium gesprochen haben und was dieses Evangelium ist. Dann stimme ich Dir natürlich zu, dass das, was Du gesagt hast, zu dem "guten" der guten Nachricht gehört. Wobei mir dabei wieder ein zentrales Element fehlt: Die Rechtfertigung des Sünders. Hältst Du diese Botschaft nicht mehr für zeitgemäß bzw. für zu schwer verständlich für unsere Zeitgenossen? Damit hängt für mich auch die Frage zusammen, die noch offen ist: Gibt es dieses eine Evangelium, was inhaltlich für alle gleich ist (auch wenn es natürlich jeden auf einem anderen Weg und individuell erreicht)?
Denn die Frage, die mich bei dem was Du sagst beschäftigt, ist die, in wie weit der konkrete biblische Inhalt (davon ausgehend, dass es ein unveränderliches biblisches Evangelium gibt) allen gesagt werden soll oder ob man die Botschaft individuell inhaltlich anpassen muss, so dass auch jemand Christ sein oder werden kann, der nichts von der Rechtfertigung des Sünders (um bei diesem Beispiel zu bleiben) weiß. Kurzum: Bestimmt der Inhalt (aus der Bibel gewonnen) unsere Verkündigung oder sollte man die Verkündigung eher von den Umständen/dem Umfeld abhängig machen? Von da aus würden sich dann natürlich ganz unterschiedliche Antworten ergeben, was das gute an der guten Nachricht ist bzw. sein kann.

Freue mich auf die Antwort und wünsche einen guten Start in die Woche ...

rinkeson hat gesagt…

@Johannes: Mich beschäftigt seit nunmehr einigen Tagen deine Reihe von Beiträgen und vor allem deine Fragen. Habe ich doch den Eindruck, dass du mehr Bestätigung für deine Überzeugungen suchst als kritischen Diskurs. Ich kann da gänzlich falsch liegen, aber bei mir kommen deine Fragen so an.
Dabei frage ich mich, was hinter deiner (um Wahrheit) besorgten Haltung steckt. Ist es eher Eifer oder Angst?
Ich finde hier (im Diskussionsverlauf) ganz famose Deutungen, was das unveränderliche Evangelium von Christus ausmacht und bin davon überzeugt, dass die Rechtfertigung des Sünders darin auch schon ausgedrückt ist. Du fragst weiter nach den expliziten Vokabeln. Da interessiert mich, warum? Ich für meinen Teil kenne das auch! Ich habe mich jahrelang unbehaglich gefühlt, wenn nicht die richtigen Schlüsselwörter in einem Gespräch über den Glauben gefallen sind. Weil es meine Prägung ist. Aber das Motiv dahinter war eine Angst, Gottes Anforderung nicht zu erfüllen. Aber das ist ja gerade der Kern des Evangeliums, einfach so, bedingungslos (wenn auch nicht folgenlos) angenommen zu sein.

Suse hat gesagt…

Wir sind hier gemeinsam an einem ganz wichtigen Punkt, wie ich finde. Es geht nämlich um die Frage, wie wir eigentlich miteinder Fragen klären können, so dass man damit leben kann (darum geht es doch oder?). Ich bin der Meinung, dass es nötig ist, Begrifflichkeiten recht genau inhaltlich zu definieren oder durch Rückfragen herauszufinden, weil wir zwar u.U. gemeinsame Vokabeln benutzen, diese aber doch sehr sehr unterschiedlich füllen.
Noch ein inhaltlicher Gedanke zu der Frage nach dem Guten der guten Nachricht: Stellt sich diese Frage eigentlich einem Untergehenden, dem ein Rettungsring zugeworfen wird? Beantwortet sich diese Frage nicht in dem Moment, wo er sich einfach dankbar das Ding unter die Arme klemmen und ans Ufer schwimmt?

johannes hat gesagt…

Hallo rinkeson,

danke für Deine Rückfrage und es freut mich, dass Du Dich damit beschäftigt hast.
Ich bin mir durchaus bewusst, dass meine Erkenntnis nicht vollkommen ist und ich auch nicht perfekt bin. Und es wäre mir offen gesagt auch viel zu anstrengend, solch eine Diskussion zu führen, um Bestätigung zu bekommen. ;-)
Hinter meinem Fragen steht weder Angst noch Eifer, sondern das Bedürfnis nach klaren Antworten. Ich möchte gerne verstehen, was Tobias denkt und wie er darauf kommt. Es geht mir also um Inhalte und einen klaren Austausch und nicht um das Abfragen von Vokabeln. Übrigens bin ich nicht der erste, der "explizite Vokabeln" verwendet (siehe "alte Apologetik, "personale Wahrheit" usw.).
Soweit ich Tobias verstanden habe, geht er davon aus, dass die gute Nachricht sich in Begegnungen ereignet bzw. zum Ausdruck kommt. Und da würde ich mir einfach wünschen, dass - wen dem so ist - das auch mal klar und verständlich gesagt wird. Denn dann wäre auch mir klar, ob Tobias und ich von völlig verschiedenen Positionen ausgehen.
Die Frage, was und wie wir anderen Menschen den lebendigen Gott bezeugen, ist für mich durchaus eine ernste und lebenswichtige Frage und das verlangt m.E. etwas mehr als famose Deutungen, das verlangt klare Antworten auf die Grundfragen des Lebens. Soviel mal in aller kürze.

Liebe Grüße

Tobias Faix hat gesagt…

@johannes: Natuerlich glaube ich, wie schon mal erwaehnt, an ein von Gott offenbartes Evangelium, aber ich glaube auch, dass es von uns Menschen ganz unterschiedlich wahrgenommen wird, je nach Kultur, nach Praegung, nach Intellekt etc. Wenn diese Paradigmen bestimmt sind, dann kann man weiter sehen. Wenn das zu kompliziert ist, koennen wir uns ja auf JEsus einigen, Kreuz und Auferstehung als Basis des Christentums. Das waere vielleicht ein Anfang...

johannes hat gesagt…

Hallo Tobias,

danke für Deine Antwort. Aber ich dachte, Du wolltest über die Frage des Guten an der guten Nachricht diskutieren. Und jetzt machst Du mir einen Einigungsvorschlag? Müssen wir uns denn einig werden? Das raubt mir die Hoffnung auf einen offenen Diskurs und ich glaube nicht, dass eine Diskussion auf dieser Basis weiter Sinn macht. Vielleicht klappt es ein anderes Mal.
Bis dahin herzliche Grüße, Johannes

Ralf P. hat gesagt…

Hallo Tobias,

als ansonsten stummer Leser deines Blogs möchte ich an dieser Stelle auch nochmal nachfragen. Die Thematik beschäftigt mich schon längerem.
Vor allem interessiert mich, wie du in diesem Zusammenhang die Frage nach der individuellen Erlösung siehst.
Klassisch evangelikal wäre wohl ganz grob: Sündenerkenntnis (also "bad news"), darauf folgt das Anerkennen des Opfers von Jesus ("good news"), was wiederum zu Erlösung/Rettung vor dem Verderben/Hölle führt.
Welche Rolle kommt diesem Zusammenhang im postmodernen/emergenten Denken bzw. in deinem eigenen Denken noch zu?
Oder gehört dieses individuelle Verständnis der (modernen) Vergangenheit an?
Und wenn es diese Bedeutung nicht mehr hat - also individuelle Inanspruchnahme des stellvertretenden Opfers nicht mehr "nötig" ist - welche Konsequenzen hat das generell für die Frage nach dem Heil (Stichwort Allversöhnung)?

Ich meine diese Fragen gar nicht provokativ und will auch keine althergebrachten Überzeugungen verteidigen. Es geht mir vor allem um neue Impulse für meinen eigenen gedanklichen Prozess.

rinkeson hat gesagt…

@ralf p. (und vielleicht auch noch johannes):
Ich glaube, ich entdecke inzwischen das Missverständniss im Verständnis der bad news:

Es gibt die grundlegende Erkenntnis, dass der Mensch nicht allein zu seiner Bestimmung findet. Das zeigt sich für den Menschen an unterschiedlichen Stellen. Ein "reicher Jüngling" muss entdecken, dass ihn sein Materialismus vom "ewigen Leben" abhält. Für eine "Frau am Brunnen" (ich gehe einfach mal davon aus, das die dahinter liegenden Geschichten bekannt sind) ist die Hürde vielleicht ihre Lust-Orientierung.

Der Unterschied ist nun, dass die grundlegende Erkenntnis der Bedürftigkeit universell gilt, die Symptome aber individuell.

Die erwähnten "bad news" verstehe ich nun so, dass wir in der Verkündigung bisweilen Summarien aller möglichen Symptome verbreiten und Menschen Probleme unterstellen, die sie in dieser Sache vielleicht gar nicht haben. Die (neue?!) Betonung der "good news" meint aber darum nicht(!) "Allversöhnung" ohne dass es ein grundlegendes Problem gäbe, sondern es soll eine Perspektive deutlich werden, die einen Menschen seine Gott-Bedürftigkeit (individuell) offenbart.

Das Problem der Sünde ist ja gerade nicht dadurch in den Griff zu bekommen, indem ich Alles richtig mache, sondern nur indem ich anerkenne, dass ich eben nicht alles richtig machen kann und Gottes Zuwendung (die sich in Menschwerdung, Sterben und Auferstehung Christi ereignet) brauche.

Könnte das eine Spur sein?

Ralf P. hat gesagt…

Hallo rinkeson,

deine Gedanken bringen das Problem der "bad news" genauer auf den Punkt. Letztendlich ändert aber auch dieses differenziertere Verständnis ja nichts daran, dass es letztendlich darum geht, sein persönliches Leben und Handeln als in (durchaus unterschiedlichen Bereichen) defizitär anzuerkennen. Bis dahin ist das wahrscheinlich auch kein Problem. Problematisch wird's wenn du jemandem erzählst, dass diese Tatsache ihn von Gott trennt (also die eigentlichen "bad news") und nur das Opfer von Jesus - und dann auch noch nur dem der es im Glauben anerkennt - Erlösung bringt.
Gänzlich anders klingt die Formulierung des Evangeliums, die Simon de Vries kürzlich auf seinem Blog im Zusammenhang mit dem Emerging Camp Bremen zitiert (nach Walter Faerber): "Gott erneuert die Welt. Er hat schon damit angefangen. Und du kannst/sollst/darfst dabei sein."
Das klingt nun wirklich nach "good news", denn die Tatsache, dass die Welt der Erneuerung bedarf ("bad news"), ist wohl für jeden, der mit offenen Augen durch die Welt geht, offensichtlich.
Ich frage mich ernsthaft, ob das das biblische Verständnis vom Evangelium eher trifft als das bekannte Muster von individueller Schuld und Vergebung - und vor allem inwieweit es mit diesem kompatibel ist.
(Manchmal Frage ich mich aber auch inwieweit dieses Verständnis noch etwas mit dem evangelikalen Christentum zu tun hat, das ich kennen gelernt habe.)

bcn hat gesagt…

ein bischen off-topic:
Was mir bei dieser Diskussion durch den Kopf gegangen ist (neben den sehr interssanten inhaltlichen einzelnen Standpunkten dazu), ist folgendes:
Kann es vielleicht sein, dass wenn man das (so weitläufig es ersteinmal sei, aber durch Toby und rinkeson m.M. nach schon angenähert erläutert) emerging church Verständnis von Evangelium/"good news" versteht und nicht nur als Gegenposition begreift, dass man dann das Anliegen der emerging church verstehen kann und wenn man diese verstanden hat, sich vollkommen neu durchdenken muss (egal ob man dem emerging church gedanken eher positiv oder negativ gegenüber steht)?!?
Oder platt formuliert: Wenn ich mich auf die emerging church Gedankenwelt einlasse, werde ich meine Position(en) überdenken und zu einem Großteil ändern müssen (oder ist das zu einfach gedacht?)!
Damit würde dann auch eine Diskussion einfacher und fruchtbarer...

Ralf P. hat gesagt…

Was mich persönlich angeht, kann ich das tendenziell bestätigen. Das Einlassen auf die Gedankenwelt "der" emerging church, hat nicht nur meine Theologie, sondern mein gesamtes Verständnis vom Leben als Christ hinterfragt. Und wie vielleicht deutlich geworden ist, ist dieser Vorgang noch lange nicht abgeschlossen.
(Das Leben war vorher soviel einfacher ;-))

Ob dieses Bewusstsein die Diskussion und die eigene Auseinandersetzung viel einfacher macht, weiß ich allerdings nicht...

Tobias Faix hat gesagt…

@johannes: Schade, Kommunikation via blog ist nicht so einfach. DIe Erwartungen sind doch sehr unterschiedlich an Worte, Hintergründe etc. Ich bin immer noch der Meinung, dass ich ernsthaft versucht habe, deine Fragen zu beantworten, dass ich dabei deine Erwartungen vielleicht nicht befriedigt habe, das kann durchaus sein. Das du es als ausweichen bezeichnest, finde ich nicht sehr fair. Ich bin ja nicht deinen Erwartungen verpflichtet, sondern versuche dir meine Position zu erklären, dass mir dies offensichtlich nicht so gut gelungen ist, das tut mir leid.

Tobias Faix hat gesagt…

ralf p: Danke für deine Fragen udn Anmerkungen. Ich glaube, dass die Frage nach der "guten Nachricht" sicherlich im Kontext der emergent Diskussion vorkommt, aber dass diese Frage tatsächlich in der Kirchengeschichte immer wieder vorgekommen ist. Der Hintergrund meine Frage kam tatsächlich eher aus der Praxis, dass ich viele Leute kenne, die nicht an einen biblischen Gott glauben, aber an einem Dialog interessiert sind. Dieser Dialog dreht sich zuerst um das "GUte", daher meine Frage, aber die Fage scheint ja durchaus von großer Brisanz zu sein, ganz ehrlich, damit hatte ich nicht gerechnet...

Ralf P. hat gesagt…

Auch wenn es eigentlich auf der Hand liegt war mir bisher nicht so richtig bewusst, dass bei unserer klassischen Verkündigung vor die "good news" immer die "bad news" kommen.
Im Kontext von Jesus und seiner Verkündigung ist den Zuhörern klar, dass sie eine Gute Nachricht brauchen - allerdings haben sie wohl andere Inhalte mit diesem Begriff verknüpft.
Es ist immer eine Herausforderung, diese Gute Nachricht in einem neuen gesellschaftlichen Kontext zu artikulieren und zu akzentuieren. Paulus könnte wohl ein Lied davon singen. Er wusste wohl, warum er nicht einfach die Worte Jesu wiederholt hat.
Es bleibt spannend...

johannes hat gesagt…

Hallo Tobias,

ich habe gerade erst geshen, dass Du Dich nochmals an mich gewandt hast. Solch ein Thema in einem Blog zu besprechen ist tatsächlich etwas problematisch und zuletzt hatte ich einfach den Eindruck, dass wir uns im Kreis drehen und es keinen großen Sinn mehr macht weiter zu reden. Dabei hat es auf mich so gewirkt, als würdest Du meinen Fragen ausweichen, was daran liegen mag, dass wir vermutlich von ganz unterschiedlichen Seiten an die Antwort heran gehen.
Aus meiner Sicht hat die Bibel eine ganz klare Botschaft, ein Evangelium, dass bei Jesus und bei Paulus und den übrigen Autoren des NT (und auch des AT) inhaltlich identisch ist - auch wenn es unterschiedliche Schwerpunkt in den einzelenen Schriften gibt. Daher sehe ich auch keine Veranlassung unsere Botschaft inhaltlich irgendwie an die Zeit anzupassen. Wenn wir in die Geschichte sehen, dann hat dieses Evangelium - die gute Nachricht - gerade da seine Kraft entfaltet und die Gesellschaft positiv geprägt und verändert, wo es ungeschränkt verkündigt wurde. Denken wir nur an die Reformation und die damit errungenen Freiheiten (guten Nachrichten) für die Menschen oder die Bekämpfung des Sklavenhandels durch William Wlberforce.
Die Frage, die für mich in diesem Blog nach wie vor offen, aber doch ganz entscheidend ist, ist die Frage, ob Gottes Wort, die Bibel verbindliche ist oder ob wir deren Botschaft anpassen müssen. Ich lese aus den meisten Beiträgen hier, das von letzterem ausgegangen wird. Das bedeutet für mich aber nicht nur, dass wir unsere Mitmenschen um den Willen Gottes betrügen und ihnen die einzige umfassende Antwort auf alle Fragen des Lebens vorenthalten, sondern eben auch, dass wir damit die gute Nachricht unterdrücken - die sich eben nicht in dem Satz erschöpfen lässt: Du bist von Gott geliebt. Natürlich - aber was heißt das denn? Du hast mir angeboten, dass wir uns auf Jesus einigen, auf Kreuz und Auferstehung und damit anfangen. Gut, aber von welchem Jesus reden wir hier? Von dem der Heiligen Schrift? Oder reden wir von dem Jesus unserer Empfindungen und Erfahrung? Kreuz - was bedeutet das? Das ich der Welt gekreuzigt bin und die Welt mir? Was bedeute das dann für unsere Verkündigung der guten Nachricht? Dass wir in dieser Welt wirklich glücklich werden können? Wohl kaum! Auferstehung ... Und an dieser Stelle würde ich sagen, ist so ein Blog damit überfordet diese Fragen zu beantworten. Es sei denn, man wollte eine nach der anderen angehen. Du hast selbst festgestellt, dass diese Frage von größerer Brisanz und wohl auch umfangreicher ist, als Du erwartet hättest. Du hast gesagt, dass es Dir um die Praxis geht. Dazu kann ich sagen, dass ich nicht in einem christlichen Elternhaus groß geworden bin und auch nicht in einem christlichen Umfeld aufwuchs. Ich bin noch keine 30 Jahre alt und seit etwa 10 Jahren Christ. Ich habe auch einige Zeit als Prediger gearbeitet. Ich bin zum Glauben gekommen, ohne mit einem Christen gesprochen zu haben. Ich habe nach Gott gesucht - auf verschiedenen Wegen. Ich haben ihn letztlich durch die Bibel und durch Gebet gefunden. Auch habe ich erlebt (in meinem Leben und im Leben anderer), wie viel Schaden es anrichten kann, wenn man nicht die klare Botschaft der Bibel in ihrem vollen Umfang weitergibt. Aufgrund dessen habe ich in meinem Dienst immer versucht klar und offen zu reden, über die Welt, darüber dass sie gefallen ist, darüber dass der Mensch gefallen ist, darüber, dass wir von Gott getrennt sind von unserer Schuld und natürlich darüber dass Gott sich das anders wünscht und uns zu sich ruft in Christus. Manche Hörer waren verärgert oder geschockt, andere sind dadurch fest(er) geworden, im Vertrauen auf Gott durch die Höhen und Tiefen des Lebens zu gehen. Es ist natürlich immer auch die Frage, wie wir das weitergeben und unser Leben sollte sich, wenn auch nicht vollkommen, mit dem decken, was wir verkündigen. Aber bei all unserem Reden und Leben stehen wir vor dem Gott, der einmal unser aller Richter sein wird. Und wir sollten darauf bedacht sein, es ihm Recht zu machen und sein Wort ist unveränderlich. Wir haben heutzutage immer große Angst davor anderen Menschen zu nahe zu treten. Wir haben Angst davor, den Menschen zu sagen, dass bestimmte Dinge in ihrem Leben Sünden vor Gott sind. Und wir meinen, wir wären fortschrittlich und weise, wenn wir dieser Angst/Sorge folgen. Ich denke, dass wir, wenn wir dem folgen, unseren Mitmenschen die Liebe und den Respekt verweigern, den Gott von uns ihnen gegenüber fordert - denn die Liebe freut sich bekanntlich mit der Wahrheit.
Bevor ich hier noch einen Roman schreibe, schließe ich das erstmal ab: Du möchtest das BadNews-GoodNews Spiel nicht. Ich auch nicht. Denn es geht hierbei nicht um ein Spiel, sondern darum, sich mit der Realität der Welt zu konfrontieren, die uns umgibt und ihr vom Wort Gottes her zu begegnen. Du sagst, Du möchtest keine dogmatischen Aussagen und ich vermute, dass Du damit meinst, dass Du den Leuten keine fertigen eindeutigen Antworten liefern willst - dann sage ich, dass Du dann nichts zu sagen hast und den Menschen im Stich lässt.
Lieber Tobias, nur damit wir uns nicht falsch verstehen: Es geht mir nicht darum Dich oder Deine Position zu richten - im Sinne von verdammen (ein Urteil zu fällen, erlaube ich mir schön ;-). Ich bin Dir intellektuell wohl auch nicht ansatzweise gewachsen, aber ich weiß wovon ich rede. Heute verstehen wir uns ja alle als Suchende - das ist modern. Und es stimmt ja auch, dass Nachfolge bedeutet, auf dem Weg zu sein. Aber es macht einen Unterschied, ob ich suche, weil ich ein Suchender bin und so nie zu etwas klarem komme. Oder ob ich suche, um zu finden. Wenn ich letzteres tue, habe ich die Verheißung, dass Gott sich finden lässt. Wenn wir suchenden Menschen dienen wollen, darf das nicht zum endlosen Dialog werden. Wahrheit entsteht nicht im Dialog sondern ist (!) uns von Gott offenbart. Wenn wir wirklich Christen sind, dann haben wir Antworten im Wort Gottes und in diesem Wort wird der Suchende fündig. Das ist auch Teil der guten Nachricht ;-)

Ich hoffe, dass mein Geschreibe hier, etwas weiter hilft. Wie gesagt, ich möchte nicht unfair zu Dir sein - ich kenne Dich nicht und kann mir kein Urteil über Dich erlauben - nur über das, waas Du hier sagst. Dabei geht es mir um die Sache und ich habe in Deinen Antworten einfach keine Antworten gefunden bzw. sie nur mühsam herauslesen können. Das ist nicht böse gemeint, sonder einfach eine Feststellung meinerseits.

Liebe Grüße und alles Gute, Johannes

Johannes hat gesagt…

Hallo Tobias,

ich hoffe, dass ich Dich mit meinem langen Kommentar nicht erschlagen habe - ich wollte einfach mal meinen Standpunkt/meine Ansicht deutlicher machen und Dir damit auch die Möglichkeit geben ggf. dagegen zu argumentieren.
Bitte nimm das alles nicht persönlich. Es geht nicht gegen Dich sondern um die Sache und wenn Du gute Argumente hast, bin ich gerne lernbereit. Und wenn ich Dich völlig missinterpretiere, würde ich auch da gerne umdenken!

In diesem Sinn herzliche Grüße, Johannes

(PS: Wir können auch gerne per eMail weiterreden ...)

Suse hat gesagt…

Derzeit 76 Einträge deuten darauf hin, dass uns dieses Thema beschäftigt. Wieso, Tobi, wunderst Du Dich darüber? Hier geht es doch um das Herzstück des christlichen Glaubens.
Worüber wir bisher diskutiert haben: Was ist das Evangelium (und das Gute daran)? Warum "lebt" dieses nicht überzeugend in uns Christen (Stichwort: Kongruenz zwischen Wort u. Tat/ Theorie u. Praxis); Wie sieht der Verstehenshintergrund heute aus (kann man vor allem die bad news noch verstehen?)?; WAS müssen/sollen wir Christen vermitteln (Stichwort: bad-good news oder einfach nur vorleben?); WIE sollen wir die GN vermitteln (Stichwort: "gemeinsame Reise", ganze Wahrheit verkünden, sich an die richtige Zielgruppe wenden) und: Wie sollen wir sie auf KEINEN FALL vermitteln (nicht erst bad-dann good news= Angstbekehrunge od. falsches Gottesbild; nur reden; Geschichten erzählen, sonst Belehrung)
Zu all diesen 6 Fragenkomplexen gibt es eine Fülle von Antworten, die sich teilweise ergänzen, teilweise aber auch widersprechen oder gar ausschließen. Was machen wir nun damit? Sucht sich jetzt jeder raus, was ihm am angenehmsten erscheint?

Tobias Faix hat gesagt…

Lieber Johannes,
danke für deinen ehrlichen Kommentar und deine biographischen Notizen. Ich verstehe dich jetzt etwas besser und das hilft mir, vielleicht kann ich mich dadurch auch erstmal besser verständlich machen. Du hast auch viele grundsätzliche Fragen gestellt, die ich sicher nicht alle beantworten kann, aber auf ein paar Dinge möchte ich kurz eingehen. Zum einen möchte ich mal betonen, was uns eint, wir sind beide Christen, heißt folgen Jesus nach, dem Jesus, der begonnen hat das Reich Gottes auf Erden aufzubauen, der gepredigt hat, geheilt und am Ende gekreuzigt wurde, dann am dritten Tage auferstanden ist und jetzt zur rechten Gottes sitzt. Wir glauben beide daran, dass der Heilige Geist, ein Teil der Trinität, diesen Jesus hier auf Erden vertritt und uns leitet und führt. Wir glauben auch daran, dass Gott, der Vater der Schöpfer und Herr dieser Welt ist und heilig und machtvoll ist. Und so könnte ich fortfahren, warum? Weil ich glaube, dass uns mehr eint, als uns trennt. Vielleicht ist dir das nicht sympathisch, und es gibt sicher einige Unterschiede, aber wir „kämpfen“ auf derselben Seite. Das ist mir deshalb wichtig, da dies viele Christen leider immer wieder vergessen, ich glaube, dass solche Blogdiskussionen (und die im realen Leben) wichtig sind und wir einander brauchen zur Ermahnung und Ermutigung, aber dass wir dabei nicht vergessen sollten, was uns verbindet. Die christliche Tradition (du hast die Kirchengeschichte angesprochen) ist größer als der Einzelne und hat mehr Raum und Platz als wir uns manchmal vorstellen können. Die Frage nach der guten Nachricht knüpft ja an diesem Punkt an, weil sei das Gute betont, was uns eint und nicht das, was uns abgrenzt. Die Frage nach der Wahrheit begleitet die Christen und viele Nichtchristen schon seit 2000 Jahren und es ist, so meine ich zumindest, etwas vermessen, zu sagen, dass du sie gefunden hättest. Selbst Paulus spricht davon, dass er sie noch nicht ergriffen hat. Nur Jesus behauptet, dass er diese Wahrheit selbst ist! Also hier ist die Wahrheit zumindest kein statischer Begriff, sondern personal zu verstehen. Das wird auch sichtbar, wenn du dir anschaust wie Jesus den Menschen begegnet, er doktriert ihnen nicht eine (immer gleiche) Wahrheit auf, sondern er führt sie in die Wahrheit durch die Begegnung mit ihm. (Bsp. Johannesevangelium: Frau am Jakobsbrunnen, Nikodemus etc.). Dabei lässt Jesus die Klarheit seiner Botschaft nicht vermissen („Geh hole deinen Mann“) und, wenn ich dich recht verstehe, geht es dir auch darum. Jesus möchte Menschen gewinnen, er ist nicht gekommen zu richten, sondern Menschen für sein Reich zu gewinnen, dass die Begegnung mit Jesus verändert, offenbart, in die Buße führt und Stück um Stück heil macht, ist dabei ein zentraler Punkt. Dabei provoziert er, ist unbequem und fordert die Menschen heraus. Das Gesetzt kann nicht retten, Jesus ist gekommen um es zu erfüllen (Mt5,17-20), er selbst ist dabei die Versöhnung. Das ist tatsächlich eine gute Nachricht. Ich weiß, dass damit noch vieles offen bleibt und ich werde in den nächsten Tagen versuchen noch mal ein bisschen was zu ergänzen. Aber ich finde es herausfordernd und inspirierend mit dir im Dialog zu stehen. ;)
Erschrocken bin ich übrigens nicht, nur manchmal läuft mir die Zeit davon…

Tobias Faix hat gesagt…

@suse: Gerade weil es das Herzstück ist, dachte ich, wäre es klarer. Das Gute an der guten Nachricht, so denke ich vielleicht etwas naiv, sollte jeder Christ für sich erkannt haben, warum sollte man sonst Christ sein. Die Fragen die du (und die im Gespräch aufgekommen sind) jetzt implizierst sind spannend und wichtig, aber an die hatte ich nicht unbedingt gedacht. Jetzt schon und ich werde sie sich noch mal aufnehmen. Aber du kannst ja schon mal anfangen deien Sicht zu schildern, für Antworten bin ich ja nicht alleine zuständig... :)

Suse hat gesagt…

Jetzt bin ich irgendwie verwirrt: An was für Fragen hattest Du gedacht? Worüber diskutieren wir hier denn seit 2 Wochen? Und eigentlich bist Du davon ausgegangen, dass uns das "Herzstück" des christlichen Glaubens klarer wäre? Warum dann Dein post? Haben wir vielleicht gar nicht verstanden, worum es Dir geht?

johannes hat gesagt…

Hallo Tobias,

Du sprichst mir ab, die Wahrheit gefunden zu haben bzw. hältst das für vermessen? Gleichzeitig erwartest Du aber, dass Deine Einschätzung der Dinge als wahr angenommen wird! Wie geht das? Was Du mit dieser "dynamischen" Wahrheit nun genau meinst, lässt Du nach wie vor offen. Schade!

Als Zeugen für Deine Position führst Du Paulus an. Der Vers aus Phil 3 meint allerdings m.E. eher das Gegenteil von dem, was Du darin liest. (Jedenfalls ich habe noch keinen Wettläufer gesehen, der sich seiner Sache nicht bewusst wäre und nicht genau wüßte, was ihn am Ziel erwartet, was die Regeln beim Wettlauf sind usw.) Und wie kann Paulus von "Abirren von der Wahrheit" reden oder davon die Wahrheit richtig auszuteilen (2Tim 2)? Und was ist so schlimm daran DIE Wahrheit zu unterdrücken (Röm 1-2), wenn es sie gar nicht gibt? usw. usw.

Du wünschst Dir eine faire Diskussion? Schön - aber wieso gebrauchst Du dann Schlagwörter, wie "Jesus doktriniert nicht"? Was meinst Du damit, wie kannst Du das so sicher behaupten/ausschließen und wo habe ich so etwas gesagt? Ich dachte Du redest mit mir?

Und: Bringt Jesus denn nicht auch Trennung? Was machst Du beispielsweise mit Mt 10,34ff.? Ist denn Abgrenzung immer schlimm bzw. lieblos? Ist sie nicht manchmal sogar geboten?

Für mich macht das hier keinen Sinn und ich frage mich auch, ob Du mich tatsächlich besser verstanden hast/mich verstehen willst? Somit schließe ich mich der Verwirrung von Suse an und verabschiede mich von hier!

Danke für den Austausch und viele Grüße, Johannes

Tobias Faix hat gesagt…

Vielleicht ist das eine Frage nach dem Verständnis des blogs. Ich schreibe Gedanken auf, die mich bewegen oder die mir auffallen, warum auch immer. In diesem Bsp, kam der IMpuls aus dem Homiletikunterricht, ich dachte die Sache mit der "guten Nachricht" wäre klarer, dort gab es aber eine größere Diskussion, was mich zum blogeintrag motiviert hat.

Ralf P. hat gesagt…

Also die Tatsache, dass im Zentrum der "good news" Kreuz und Auferstehung Jesu stehen ist - glaube ich ziemlich unstrittig. Auch mit der Annahme, dass das Opfer Jesu notwendige Grundlage dafür ist, dass Menschen zu Gott kommen können (jetzt und für immer).
Ebenfalls weitgehend unstrittig - wenn auch nicht immer so ganz bewusst - ist die Annahme, dass sich die "good news" darin nicht erschöpfen, sondern sich im Handeln der Christen in der Welt fortsetzen.
Schwieriger wird es bei den "bad news". Wie viel "bad news" sind nötig / müssen akzeptiert werden? Müssen wir über diese auch huete noch reden? Wie können wir diese in der heutigen Zeit noch vermitteln?

Tobias Faix hat gesagt…

@ johannes: nur kurz: ch spreche dir deine Wahrheit nicht ab, sorry, ist ein Missverständnis, ich wollte damit sagen, dass jede menschliche Wahrheit subjektiv in ihrer Wahrnehmung, meine und deine. Das spricht auch nicht gegen eine offenbarte Wahrheit Gottes, ganz im Gegenteil, ich wollte nur auf unsere eingeschränkte Erkenntnis hinweisen.
Zum anderen vielleicht später mehr...

Tobias Faix hat gesagt…

P. S. Bei Danny (soomah)ein schönes und passendes Zitat vom Missionstheologen David Bosch gelesen:
“Das Evangelium erreicht die Menschen im Gewand der Kultur. Es gibt kein “reines” Evangelium, von der Kultur isoliert.”

David Bosch, Transforming Mission

Suse hat gesagt…

Das ist jetzt wohl ein Gedanke, der Dich bewegt hat - warum auch immer...

Tobias Faix hat gesagt…

Es ist ein P.S. zum letzten Kommentar von mir. Ich finde, das Zitat passt ganz gut, aber ist vielleicht auch Ansichtssache...