Freitag, August 21, 2009

"Was prägt uns mehr?"

Am Rande unseres mbs Teamtages hatte ich heute eine interessante Unterhaltung über den Zusammenhang von Theologie und Weltbild (oder wie die Engländer sagen: mindset). Was bestimmt was? Bestimmt unsere Theologie wie wir die Welt sehen? Oder ist es doch eher umgekehrt: Bestimmt unser Weltbild unsere Theologie? Erstes klingt zwar frommer, aber ich glaube, dass es oftmals letzteres ist. Sicher hängt beides miteinander zusammen, aber die eigene Prägung, die Biographie, die subjektive Erkenntnisfähigkeit und die Umwelt sind tief in uns verwurzelt und bestimmen unsere Theologie weitgehend mit. Dann wäre die Reihenfolge: Das Weltbild bestimmt die Hermeneutik und diese die Theologie. Das klingt sehr menschlich und zum Glück gibt es den Heiligen Geist, der uns bei all dem leitet und Erkenntnis schenkt…

Kommentare:

rinkeson hat gesagt…

Ich glaube, die Frage ist eindeutig zugunsten "Weltbild prägt Theologie" zu beantworten. Vielleicht ist es wichtig zu sagen, dass dabei Theologie ungleich Evangelium zu verstehen ist.
Aber die Theologie ist ja nun gerade der Versuch, das Evangelium anhand des aktuellen Weltbildes (i.S. eines Erkenntnishorizontes) zu interpretieren, oder? So gesehen wird auch erkennbar, wie relativ und begrenzt die Theologie über die aktuelle Zeit hinaus ist. So bleibt Theologie immer ein Versuch. Darum ist die Rede von "Wahrheit" (anders als beim Evangelium) im Rahmen der theologischen Auseinandersetzung auch definitionsgemäß problematisch.

Tobias Faix hat gesagt…

Aber die Frage nach der Wahrheit der Theologie wird dennoch oft in den Mittelpunkt gestellt, vielleicht gerade um die eigenen, subjektiven Eindrücke, zu rechtfertigen...

Björne hat gesagt…

Weltbild prägt Theologie!
Ist wohl sicherlich so!
Björne
www.volxlieder3.jesusfreak.de

BroccOli hat gesagt…

Unterstütze deine Beobachtung, Toby ;-).

Andi B hat gesagt…

Ich würde sagen, Panta rei, alles fließt und geht ineinander über. Theologie ist eine Folgeerscheinung des Glaubens und der eine des Evangeliums aber immer im Kontext einer Gesellschaft (Welt), die schon ein Weltbild mit sehr großen religiösen Anteilen hat.

Was man sicher sagen kann, ist, dass es in den letzten 10-15 Jahrzehnten eine Trendwende dahin gegeben hat, dass nichtreligiöse Weltbilder die Theologie mitprägen.