Freitag, Oktober 02, 2009

Tom Wright „Warum Christ sein Sinn macht“ (Rezension)

Tom Wright ist anglikanischer Bischof von Durham (England) und gehört derzeit zu den einflussreichsten Theologen weltweit. Er war Professor für Neues Testament in Oxford und Cambridge und seine Bücher befassen sich mit den Fragen wie Jesus und Paulus damals und heute zu verstehen sind. Neben seinen theologischen und wissenschaftlichen Büchern veröffentlicht Wright immer wieder Bücher für jedermann und jede Frau, so wie das jetzt auf deutsch vorliegende „Warum Christ sein Sinn macht“. Wright möchte mit dem Buch zwei Zielgruppen ansprechen: Zum einen Menschen die dem christlichen Glauben kritisch gegenüber stehen und zum anderen Menschen die schon auf dem Weg des Glaubens sind. Dabei wollte Wright keinen klassischen Glaubenskurs schreiben, sondern eher eine Einleitung in den christlichen Glauben. Dies merkt man schon im ersten Teil, denn Wright beginnt seine Einführung in den christlichen Glauben bezeichnenterweise bei den Menschen und ihren Sehnsüchten: Gerechtigkeit, Spiritualität, Beziehungen und Schönheit. Wright beschreibt diese als inneres Echo, welches die Menschen von Gott wahrnehmen. Im zweiten Teil beschreibt Wright die Hauptakteure des Dramas der Bibel, der größten Story der Menschheitsgeschichte: Gott, Israels, Jesus und der Heilige Geist. Auffällig ist dabei sicherlich, dass Wright einen Schwerpunkt auf die Geschichte Israels legt und von da aus Jesus und die ersten Christen interpretiert. So wird die große Geschichte Gottes mit den Menschen von der Schöpfung bis zur Neuschöpfung beschrieben. Der dritte Teil beschreibt dann die Hauptelemente des Christentums. Durchaus selbstkritisch beschreibt Wright die zentralen Wesensmerkmale der Christenheit: Gottesdienst, Anbetung, Gebet, Bibel und Kirche. Dabei fließen die Echos des ersten Teils und die Akteure des zweiten Teils mit ein, so dass ein interessantes Bild von Christsein im 21. Jahrhundert gemalt wird, das Mitten in dieser Welt ein Stück Ewigkeit beginnen lässt.
Das Buch kann als Einzelperson oder auch als Kleingruppe oder Hauskreis gelesen werden. Dazu gibt es im Anhang für jedes Kapitel eine kurze Einleitung und Fragen für das Gespräch. Allerdings muss man eine gute Portion Ausdauer mitbringen, da es auf 17 Abende konzipiert ist. Bei der Zielgruppe ist darauf zu achten, dass das Buch eher für Glaubende und Interessierte mit einer religiösen und intellektuellen Vorbildung geschrieben ist. Ich habe das Buch mit großem Interesse gelesen und kann es neben den genannten Zielgruppen allen empfehlen, die sich mit Wright auseinandersetzen wollen, es ist eine hervorragende und leicht verständliche Einführung in sein Gesamtwerk und zeigt die großen theologischen Linien seines bisherigen Werkes auf, zumal es diese bisher nicht auf deutsch gibt. Ein Buch, das Hoffnung macht und ermutigt den Glauben im Alltag zu leben. Kritisch anzumerken ist die Aufmachung des Buches, die nicht sehr einladend (besonders für Interessierte am Glauben) ist. Wenn man die englische Fassung mal in Händen hatte bekommt man schnell den Eindruck, dass es sich bei der deutschen Fassung um die Aschenputtelversion handelt. Erst beim Lesen entwickelt sich Stück für Stück die Schönheit des Buches und so kommt am Ende auch der deutsche Leser zum Happy End. Ein Reise die sich auf alle Fälle lohnt und die hoffentlich dazu beiträgt die Schönheit Gottes durch uns Menschen sichtbar zu machen.

Kommentare:

Kerstin hat gesagt…

als kleiner Hinweis: Christoph veröffentlicht dazu gerade auf seinem Blog mehrere ausführliche Zusammenfassungen.. was das selber lesen dennoch nicht ersetzt ;-)
http://ruhepuls.wordpress.com/

Tobias Faix hat gesagt…

Danke. Guter Tipp.

km hat gesagt…

Na, nun muss ich das Buch endlich mal lesen. Danke...

Tobias Faix hat gesagt…

Haben wir sogar in der Bibliothek...! ;)

km hat gesagt…

Hab ja das Buch schon... aber noch nicht gelesen...

Tobias Faix hat gesagt…

Dann steht dem "Glück" ja nichts mehr im Wege... ;)

Anonym hat gesagt…

Hey, wir machen mit n paar Leuten aus der Gemeinde grade nen online-worship-Kurs in dessen Rahmen wir das Buch lesen - sehr inspirierend!Hab den Eindruck, wenn ich ganz durch bin nochmal von Vorne anfangen zu müssen/wollen um nicht gleich wieder die Hälfte zu vergessen :-)... LG, Julia

Tobias Faix hat gesagt…

Oh, sehr interessant, könnte ich mir das mal ansehen? Würde mich interessieren...

Anonym hat gesagt…

Den worship-Kurs? Infos dazu hier: http://worshiptraining.com/
Der Kurs ist kostenpflichtig aber mit super Ressourcen von bekannten worship-leadern, facebook-classroom und -diskussionen, online-teachings usw. Man muss sich etwas durchklicken - aber lohnt sich auf alle Fälle! Wir machen das als Team in 3 Blöcken und dem ersten Block lag eben N.T. Wrights Buch zugrunde... LG, Julia

Tobias Faix hat gesagt…

Ah, danke.

Anonym hat gesagt…

"Simply Christian: Why Christianity Makes Sense`" - ist das die englische Ausgabe?
Ist das Englisch o.k., oder total kompliziert?
Mal schauen, ob es da in einer englischen Buchhandlung hier gibt.

Tobias Faix hat gesagt…

Genau. Und es ist recht einfach zu lesen, lohnt sich auf alle Fälle...

gutscheine zum ausdrucken hat gesagt…

sehr guter Kommentar