Montag, Dezember 28, 2009

"Weihnachten – Fest der Entgrenzung"

Weihnachten ist vorbei und doch schwingen noch einige Gedanken nach, die mich wohl ins Jahr 2010 begleiten werden. Für mich war dieses Jahr der Gedanke der Entgrenzung ein wesentlicher an Weihnachten. Gerade in christlichen Gemeinden erlebe ich die Ausgrenzung von Andersdenken und/oder Minderheiten. Identifikation durch Abgrenzung scheint dann manchmal das Motto zu sein. Aber wenn ich ins neue Testament schaue entdecke ich genau das Gegenteil: Gott hebt die unterschiedlichen Grenzen auf, zwischen ihm und den Menschen und auch zwischen den Menschen untereinander, selbst bis in die Natur sind die Auswirkungen zu spüren. Natürlich ist mir das klar was wir an Weihnachten feiern: Gott wurde Mensch. Und durchbrach eine scheinbar unüberwindbare Grenze, entäußerte sich selbst, wie Paulus es den Philippern schreibt. Wenn Gott die Grenze zum Menschsein durchbrach, dann dürfen wir getrost Hoffnung haben die Grenzen untereinander zu überwinden. Und dann hat Weihnachten tatsächlich Auswirkungen auf Beruf, Alltag und Gemeinde und zwar das ganze Jahr.

Kommentare:

Matze hat gesagt…

Hi Toby,

habe vor einiger Zeit Steve Chalke - The lost message of Jesus - gelesen. Keine Ahnung, ob es das auf deutsch gibt. Ich kannte den Typen vorher nicht, wobei er in England wohl schon seit Jahrzehnten bekannt ist...

Ein wesentlicher Gedanke ist, dass Jesu Botschaft "inclusive" ist... viele finden das wohl zu kontrovers - ich habe es sehr interessant, aber nicht besonders provokativ gefunden!

Lg, matze

Stefan Schweyer hat gesagt…

Lieber Tobias

Schöne Weihnachts-Gedanken! Dass Gott diese Grenzen aufgehoben hat, ist einfach grossartig, und ich schliesse mich gerne Deiner Meinung an, dass sich das in der christlichen Gemeinde widerspiegeln sollte – und dass das zuwenig geschieht (meiner Wahrnehmung aber immer noch oft besser als ausserhalb der Gemeinde…).
Allerdings darf auch nicht vergessen gehen, dass es nicht um eine Entgrenzung um der Entgrenzung willen geht, sondern um der Versöhnung der Menschen willen. Echte Versöhnung setzt Freiheit voraus – und damit auch die Möglichkeit, in der Unversöhnlichkeit zu verharren. Jesus-Nachfolge hebt daher wohl Grenzen auf, schafft aber auch neue. Ich denke dabei an Jesus-Worte wie: "Meint nicht, ich sei gekommen, Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, einen Mann mit dem Vater zu entzweien und eine Tochter mit der Mutter und eine Schwiegertochter mit der Schwiegermutter; und zu Feinden werden dem Menschen die eigenen Hausgenossen." (Mt 5:34–36).

Friedliche Neujahrsgrüsse

Stefan

Tobias Faix hat gesagt…

@matze: Ich habe das Buch noch nicht gelesen, aber schon einiges darüber gehört.:) Er baut wohl theologisch auf NT Wright und seinem VErsöhnungsgedanken auf. Vielleicht kann ich es im Februar ausleihen?

Tobias Faix hat gesagt…

@stefan: Ja, der Versöhnungsgedanke ist zentral. das sehe ich genauso. Ohne Versöhnung gibt es nicht die Möglichkeit Grenzen zu überwinden. In diesem Zusammenhang (und im Kontext der Bergpredigt) verstehe ich auch die von dir zitierten Verse, es geht nicht um "billige Gnade", sondern Versöhnung durch (bessere) Gerechtigkeit, es geht um das neue Leben im Reich Gottes, dieses Leben ist mehr als unbequem, ist es enorm herausfordernd...

alecjohnston hat gesagt…

Steve Chalke ist seit Noah in England beliebt unter Jugendlichen.

Er war Jugendpastor in meiner Gegend, als ich auch eine ähnliche Stelle hatte.

Ihr sollt ihn aber auf Englisch lesen!

Tobias Faix hat gesagt…

Danke. Was empfiehlst du denn als Startlektüre?