Freitag, Dezember 31, 2010

"Mehr Wut bitte! 2010 – ein Rückblick"



In den verschiedenen Jahresrückblicken spielt das Wort des Jahres „Wutbürger“ eine zentrale Rolle und es herrscht allgemeine Verwunderung darüber, dass Bürger wieder (sic!) gegen was sind. Ich denke, dass es nicht genug Wut und ich mir für das neue Jahr mehr wütende Bürger wünsche. Aber bleiben wir erstmal beim Jahr 2010:
Nun ja, es war wohl nicht immer Wut, manchmal war es auch Raffgier oder Frustration, aber die Rücktrittsdichte der Politiker 2010 war so hoch wie noch nie. Auffallend dabei war sicherlich, dass es im Volk dabei kaum Wut gab. Als vor ein paar Jahren Lafontaine von allen politischen Ämtern zurücktrat wurde sein Haus für Tage belagert und er als „Landesverräter“ gebrandmarkt und bis heute nicht rehabilitiert. Jetzt treten die Politiker reihenweise zurück und das Volk quittiert es mit einem Achselzucken, immer nach dem Motto: Der Nächste wird es auch nicht besser machen. Also geh. Aber genau diese Lethargie bringt die Demokratie in Bedrängnis und selbstgefällige Politiker wie Roland Koch sind die Brandstifter dafür. Wer stolz erzählt, dass sein Rücktritt von langer Hand geplant war, also vor der letzten Hessenwahl, der betrügt die Wählerinnen und Wähler und muss sich nicht wundern, wenn das Vertrauen in die Politik nachlässt. Da nützt es auch nichts, wenn das Bildungsbürgertum im Schwabenland ihre gefühlte Ohnmacht gegenüber der Politik im neuen Bahnhof kanalisieren und aufgebracht auf die Straße gehen. Sicher, ein guter Schritt, aber die Wut muss die treffen, die es verdienen und die verteidigen, die es wirklich brauchen. Denn nur auf die Straße gehen, wenn es um meine eigenen Belange geht, reicht für eine Solidargemeinschaft nicht aus. Schon gar nicht, wenn es darum geht auf die Schwächsten der Gesellschaft draufzuhauen und da sind wir schon beim Wutbuch des Jahres und da kann es ja nur eines geben mit dem programmatischen Titel „Deutschland schafft sich ab“ vom Didi Hallervorden der Politik: Thilo Sarrazin. Er hat das anstrengende Buch des Jahres 2010 geschrieben und ich habe mich durch alle seine wilden Thesen und Statistiken durchquälen müssen. Sein Buch über einige „Problemviertel Berlins“ enthält eben für diese einige Wahrheiten, vor denen man nicht die Augen verschießen sollte. Aber die Grundmotive des Buches sind weder zu tolerieren noch zu entschuldigen. Das Spiel mit der Angst hat in der Geschichte schon oft funktioniert und Sarrazin macht es sich schamlos zu nutze, immer nach dem Motto: „Palim Palim, der Moslem, der ist schlimm“. Dazu einen guten Schuss Darwinismus, ein paar schöne Statistiken, die die eigenen Thesen untermauern und schon ist der Trunk der angstbesessenen Fremdenfeindlichkeit fertig, der rechtfertigt dass die Starken die Schwachen „fressen“. Natürlich hat Herr Sarrazin das alles nicht so gemeint und natürlich wollte er konstruktiv auf ein gesamtgesellschaftliches Problem hinweisen und natürlich hat es so die breit zustimmende Bevölkerung auch verstanden. Nur eben ich nicht und ich habe eine Wut auf das Wutbuch des Jahres und zwei Dinge müssen da noch gesagt werden. In den letzten Jahren gab es viele Diskussionen um die immer mehr „verhärtenden“ Milieus in Deutschland. Bei der „Sarrazindiskussion“ gab es plötzlich milieuübergreifende Koalitionen, die vorher scheinbar kaum denkbar gewesen waren. Da hat sich das Bildungsbürgertum mit dem Stammtischen der Welt gegen die nicht integrierte muslimische Masse verbündet. Na, das ist ja auch was. Was mich allerdings am meisten gewundert hat, war die latente Zustimmung von vielen Christinnen und Christen zu Sarrazins Thesen. Natürlich nicht so laut, aber es war schon verwunderlich, dass ausgerechnet christliche Kreationisten mit Sarrazins darwinistische Thesen sympathisieren. Aber lassen wir das und wenden uns der Wut an sich zu. Wir brauchen mehr Wut, mehr Wut gegen die schleichende Ungerechtigkeit, an die wir uns schon zu lange gewöhnt haben. An die Ungerechtigkeit, die wir im Alltag nicht mehr sehen, weil sie ein Teil von uns selbst geworden ist. Beim Einkaufen, in der Nachbarschaft und in der Politik. Hier wünsche ich mir mehr Wut, die nicht unkontrolliert das Eigene sucht, sondern sich solidarisch für die einsetzt, die im Jahr 2011 Beistand, Gemeinschaft und Hilfe brauchen. Das ist für mich eine große Herausforderung, an der ich vielleicht auch im nächsten Jahr scheitern werde und auch das macht mich jetzt schon wieder wütend...

Jahreslosung 2011:
"Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem." (Römer 12,21)

Montag, Dezember 27, 2010

"Wie Don Quijote den Kampf gegen die Weihnachtsmühlen aufnahm."


Don Quijote ist ein edler Ritter, der seine besten Tage hinter sich und seine größten Träume vor sich hat. Immer wieder kämpft er mit seinem ergebenen Knappen Sancho Pansa für das Gute und Schöne seiner Träume und verliert so regelmäßig wie er hofft. So auch dieses Mal, als Don Quijote seine verrostete Rüstung ölt und seinen Knappen auffordert, den Gaul Rosinante aus dem Stall zu holen. Es geht wieder los, lässt ihn Don Quijote wissen. Der gute Kampf beginnt, dieses Mal gegen den Weihnachtskonsum, weil bald wieder das Christkind kommt, und jetzt schon im September die Spekulatius im Angebot sind. Don Quijote hatte alle Weihnachtsprospekte der Stadt gesammelt und gelesen und jetzt würde er den Sonderangeboten und Kitschengeln den Kampf ansagen. So geht es nicht, brummelt Don Quijote und wetzt die Lanze, einer muss etwas unternehmen. Der September ist schon lange vorbei und Schnee bedeckt die Landschaft. Don Quijote, sein Gaul und sein Knappe sind unterwegs, um den Weihnachtskonsum den Kampf anzusagen. Weißt du, sagt Don Quijote, wir müssen was tun, denn Weihnachten ist der Orgasmus des Kapitalismus. Der Knappe schaut hab erstaunt, halb beschämt unter seinem Helm hervor und bevor er was sagen kann, doziert Don Quijote weiter: Der Kapitalismus ist ungezügelter Wachstum in einem beschränkten Körper und weißt du, wie man das nennt? Und was man damit macht? Und ohne eine Antwort abzuwarten, fährt Don Quijote fort: Krebs! Und raus schneiden ist das einzige Richtige. Die einzige Medizin. Das Einzige was hilft. Und Don Quijote hebt drohend seine rostige Lanze gen Horizont und der Knappe Sancho Pansa dreht beängstigt ab. Er weiß, was kommt und er weiß auch, wie dieser Kampf ausgehen wird. Don Quijote und sein Großmut, sein ewiger Kampf und er ist wieder dabei und Don Quijote jault vor Begeisterung und der alte Gaul wiehert und der Knappe bewundert doch im tiefsten Herzen seinen Herrn und hebt den verbeulten Helm Don Quijotes auf, der ihm vor lauter Begeisterung hinuntergefallen ist. Auf dem eisigen Boden spiegelt sich die Weihnachtsdekoration des Supermarkts und „Süßer die Glocken nie klingen“ liegt verzerrt in der Luft....

Freitag, Dezember 24, 2010

"Schöne Weihnachten 2010"



Allen ein friedliches & gesegnetes Weihnachten mit Jesaja 9:
1 Das Volk, das im Dunkeln lebt, sieht ein großes Licht; für alle, die im Land der Finsternis wohnen, leuchtet ein Licht auf. 2 Herr, du vermehrst sie und schenkst ihnen große Freude. Sie freuen sich vor dir wie bei der Ernte und wie beim Verteilen der Kriegsbeute. 3 Wie damals, als du das Volk von den Midianitern befreit hast, zerbrichst du das Joch der Fremdherrschaft, das auf ihnen lastet, und den Stock, mit dem sie zur Zwangsarbeit angetrieben werden. 4 Die Soldatenstiefel, deren dröhnenden Marschtritt sie noch im Ohr haben, und die blutbefleckten Soldatenmäntel werden ins Feuer geworfen und verbrannt. 5 Denn ein Kind ist geboren, der künftige König ist uns geschenkt! Und das sind die Ehrennamen, die ihm gegeben werden: umsichtiger Herrscher, mächtiger Held, ewiger Vater, Friedensfürst. 6 Seine Macht wird weit reichen und dauerhafter Frieden wird einkehren. Er wird auf dem Thron Davids regieren und seine Herrschaft wird für immer Bestand haben, weil er sich an die Rechtsordnungen Gottes hält. Der Herr, der Herrscher der Welt, hat es so beschlossen und wird es tun.

Montag, Dezember 20, 2010

„Vater-Tochter-Dialog 42“

Der lange Weg Vegetarierin zu bleiben. Nach dem Lilly vor zwei Jahren schon mal einen Anlauf genommen hat, steht jetzt der Beschluss unwiderruflich fest: „Ich werde Vegetarierin!“ Daraus ergeben sich tägliche Dialoge wie beispielsweise dieser:

Lilly: Ich esse kein Fleisch mehr, nie wieder!
Aimee: Das schaffst du doch wieder nicht.
Lilly. Doch , ich schaff das.
Aimée: Wetten nicht!
Lilly: (energisch) Wetten doch! Mindestens eine Woche.
Aimée: Oh, eine Woche wurde ich auch schaffen...
Lilly. Ok, dann bis Weihnachten.
Aimée: Papa, hol mal Lillys Lieblingswurst...
Lilly: Das ist gemein!
Vater: So, jetzt ist gut. Esst einfach das was da ist...
...
alles essen und Lilly ist ganz stolz den „Angriff“ abgewehrt zu haben.
Lilly: Mama, weißt du, dass es gar nicht so einfach ist Vegetarierin zu sein.
Mama: Ich finde es wirklich toll und bewundernswert, wie du das durchhältst.
Lilly: Mama, der Trick ist, du musst dir einfach vorstellen, dass das totes Tier ist, dann ist es ganz einfach...

Zum Thema ein netter Artikel aus der Süddeutschen.

Freitag, Dezember 10, 2010

"Von Ikea zur FairTrade Diskussion hin zur Firmengründung"

Die Vorweihnachtszeit ist immer etwas anstrengend und und die Flut der Mails oftmals noch schwerer zu beantworten. Aber manchmal liegt so mitten im Alltag eine kleine versteckte "Perle", ein Mutmacher, so ist es mir mit dem folgenden Mail ergangen (welches ich mit freundlicher Genehmigung hier veröffentlichen darf), dass manche Mühen und Hoffnungen nicht vergeben sind. Danke.

Lieber Tobias Faix,

ich habe Deine E-Mail-Adresse von Deinem Blog genommen. Meine Name ist André und ich bin auch Christ. Vor einem Jahr habe ich mit meinem Hauskreis Dein Buch „Würde Jesus bei IKEA einkaufen?“ gelesen und neben einer lebhaften Diskussion hat Dein Buch noch etwas anderes ausgelöst: Ich habe eine Firma für Fairtrade-Heimtextilien gegründet! Kein Scherz, Dein Buch war einer der Haupteinflüsse für die Firmengründung.:)

Die Firma heißt „Caleb’s Hill“ und Du kannst unter www.calebshill.de nachschauen, dass wir einige Sachen anders als alle andere Textilfirmen auf dem Markt machen:

1) Bio-Baumwolle
Die Baumwolle für unsere Produkte stammt zu 100% aus kontrolliert biologischen Anbau und selbst die Färbung ist so schonend vorgenommen, dass die Textilien sehr haut- und allergikerfreundlich sind. Es wird so gut wie keine Chemie beim Baumwollanbau und der Verarbeitung verwendet.

2) Fairtrade
Unsere Produkte tragen das offizielle Fairtrade-Siegel, wozu ich Dir wahrscheinlich nicht viel erzählen muss.:)

3) Unser 1zu1-Versprechen
Wir setzen dem Ganzen noch die Krone auf, indem wir für jedes verkaufte Produkt einem notleidenden Menschen ein äquivalentes Produkt geben. Wie das genau funktioniert, kannst Du unter www.calebshill.de nachlesen.

4) Die 1zu1-Nummer
Wir streben danach, möglichst transparent zu sein. Daher hat jedes Produkt eine sog. 1zu1-Nummer auf dem Waschlabel. Wenn der Kunde die Nummer auf unserer Webseite eingibt, kann er nachverfolgen, wo sein Produkt produziert wurde und welche 1zu1-Hilfsaktion er durch den Kauf unterstützt hat. Da wir gerade erst gestartet sind, haben wir aber leider noch keine Hilfsaktion durchgeführt (das soll sich aber bald ändern!).


Viele Grüße aus dem eiskalten Braunschweig!

André


Also, wer noch Weihnachtsgeschenke sucht ist hier genau richtig! Und mittlerweile gibt es ja nicht nur das "Ikeabuch", sondern auch noch das "Aktivgruppenbuch" für Jugend- und Hauskreise. Schauste hier! :)

Also Ermutigung und zur Vorweihnachtszeit gibt es nochmals "Marie"...

Dienstag, Dezember 07, 2010

„Was ist der Kern des Evangeliums?“

Heute Nachmittag habe ich einen interessanten Bericht über einen ausgeladenen Evangelisten gelesen. Er hat bei einer Evangelisationswoche über das Gericht Gottes gepredigt, was bei einigen Zuhörern und der lokalen Presse nicht gut ankam. Sie haben ihm geistlichen Druck und Manipulation vorgeworfen. In einem Interview hat der Evangelist dazu Stellung genommen und dies fand ich jetzt das eigentlich Spannende; denn der Evangelist verteidigte sein Vorgehen mit dem Hinweis, dass das Gericht Gottes zum Kern der christliche Botschaft gehöre und wenn man es weglasse, könne man gleich ganz aufhören zu evangelisieren.
Die Frage nach dem „Kern des Evangelium“ scheint mir hier doch angebracht. Was gehört zum Evangelium unbedingt dazu? Was müssen Menschen wissen, um eine Ahnung von Gott zu bekommen? Und wie bei jeder Kommunikation ist diese Aussage ja auch eine Selbstmitteilung über das eigene Gottesbild. Beides ist eine wichtige Frage, den eigenen Glauben zu reflektieren, gerade wenn es um das Thema Kontextualisierung geht. Was vom Evangelium auf unterschiedliche Art und Weise in den verschiedenen Kulturen widerspiegelt? Was gehört zu „meinem“ Evangelium? Was dagegen ist „Allgemeingut“?

Freitag, Dezember 03, 2010

„Kontextualisierung aus südafrikanischer Perspektive“



Die letzten Tage war Prof. Nico Botha von der Universität Südafrika (UNISA) bei uns am Bibelseminar und hat über Kontextualisierung gesprochen. Kontextualisierung gehört seiner Meinung auf der einen Seite von Anfang an fest zur Bibel (in der Bedeutung des jeweiligen Kontextes) und ist auf der anderen Seite eine relativ neue hermeneutische Methode (Kontextualisierung) die sich seit den 1970er Jahren in verschiedenen theologischen Entwürfen widerspiegelt (Befreiungstheologie, Feministische Theologie, Black Theology etc.). So arbeitete Prof Botha verschiedene Ebenen heraus, die für ein Verständnis von Kontextualisierung wichtig sind:
• Kontextualisierung hilft meinen eigenen Glauben zu reflektieren und meine eigene Biographie zu verstehen.
• Kontextualisierung finden wir auf jeder Seite der Bibel.
• Kontextualisierung bedeutet, dass Glaube und Theologie ein untrennbarer Teil der Gemeinschaft, der Kommune und der Gesellschaft ist.
• Kontextualisierung bedeutet, die prophetische Stimme Gottes mitten in der Gesellschaft zu sein.
• Kontextualisierung ist eine hermeneutische Methode, die erst in den letzten Jahrzehnten sich durchgesetzt hat.
Ein Schlüsselbegriff dabei ist Inkulturation. Inkulturation bedeutet nicht mehr von Anknüpfungspunkten des Evangeliums an die Kultur, sondern von einer ständigen Wechselwirkung von beiden zu sprechen. Dies wird zum Beispiel an Übersetzungen der Bibel deutlich. Sprache als Kulturgut verbindet das Evangelium mit der Kultur auf untrennbare Art und Weise. Ein anderes Beispiel war das südafrikanische Ubunto als gesellschaftliches Konzept (Ich bin weil ihr seid). Danach gab es eine spannende Diskussion, was Kontextualisierung im deutschen Kontext und für unsere Theologie bedeutet.

Donnerstag, November 25, 2010

"Die Micha-Initiative in Berlin"


Am 10.10.10 war weltweiter "Michasonntag" an dem in Deutschland über (oder nur) 200 Gemeinden teilgenommen haben. Das Motto war:
Stell dir vor...
...100 Millionen Christen weltweit beten gemeinsam für Gerechtigkeit
...10 Millionen Christen versprechen den Bedürftigen und Armen Recht zu verschaffen
...1.000 Politiker werden an ihre Verpflichtung erinnert, bis 2015 weltweit Armut zu halbieren

Das Ziel wurde mit ca. 60 Millionen teilnehmenden Christen zwar nicht ganz erreicht (was vor allem am "Westen" lag), doch ist die Micha-Initiative ein wichtige Prozess zur Sensibilisierung eines zentralen biblischen Themas.

Gestern war der parlamentarische Abend in Berlin zu dem die Micha-Initiative eingeladen hat und es wurden die "Daumenabdrücke" aus Deutschland übergeben und es gab eine Diskussion mit Politikerinnen und Politikern aller Parteien zu den Millenniumszielen UN, denen sich auch die Bundesregierung angeschlossen hat.

Hier der offizielle Bericht und eine Radiozusammenfassung

Sonntag, November 21, 2010

"emergent forum 2010"


Das Emergent Forum 2010 liegt hinter mir und es war eine tolle und bereichernde Zeit. Gastgeber war das Weigle Haus in Essen und ich fand allein diese „Kulisse“ war super. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort machen eine Klasse arbeit. Das Vorbereitungsteam des Forums hat die Konzeption für das diesjährige Forum umgestellt und es gab keine klassischen Vorträge, sondern es gab fünf Räume in denen man auf ganz unterschiedliche Art sich mit fünf Themen des „dritten Weges“ auseinandersetzen konnte. Ich war mit einem Team für den Raum „Alles neu oder alle dabei? Wir suchen einen Weg, mutig voran zu gehen und doch unterschiedliche Geschwindigkeiten zuzulassen.“ Es gab einige „Impulse“ und viele Gespräche und Diskussionen wie wir in unseren Kirchen und Gemeinden vorangehen und dabei nicht Andere verlieren können. Einige interessante Fragen waren: „Was sind die Motivationen der VEränderung?“ Was macht Angst?“ „Wie gehen wir mit Macht um?“ etc. Am Nachmittag ging es dann konkret um die Frage wie ein „dritter Weg“ gelebt werden kann, wenn zwei unterschiedliche Meinungen (Theologien oder doch Weltbilder?) aufeinanderprallen. Dies wurde am Thema „Wahrheit“ sehr konkret. Was mich an diesem Raum begeistert hat waren die ganz unterschiedlichen Leute die sehr offen, ehrlich und kontrovers diskutiert wurde und das auch noch sehr praxisnah. Danke an alle die sich daran beteiligt haben. Rund um das WE gab es dann noch viel Zeit der Begegnung, alternativ worship, leckeres Essen und einen tollen gemeinsamen Gottesdienst mit der Weigle Haus Gemeinde. Es war toll so viele begabte und kreative Christinnen und Christen zu sehen, da macht es Freude Christ zu sein! :) Für mich war es ein sehr bereicherndes WE das nur einen Wermutstropfen hatte, dass meine „drei Damen“ wegen Krankheit nicht mitgehen konnten...

Hufi hat verschiedene Berichte und Bilder des Forums gesammelt und verlinkt.

Freitag, November 12, 2010

„Auch das musste mal gesagt werden!“

Eine anstrenge Woche geht zu Ende und ich danke den „Charakterdarstellern“ aus Sport, Politik und Gesellschaft für die amüsanten Abwechslungen die sie mir geboten haben. Ehrlich, wie langweilig wäre das Leben ohne euch! Erst dieser „Elefantentanz“ von van Gaal und Uli Hoeness. Die zwei alten Dickhäuter haben im Palast der Eitelkeiten einen „Rotweinfrieden“ geschlossen, um dann die eigenen Empfindlichkeiten doch offen zur Schau zu tragen („ICH BIN SEHR ENTTÄUSCHT, SEHR ENTTÄUSCHT, DASS MEIN PRÄSIDENT SO ETWAS ÜBER MICH SAGT“). Naja, wenigsten hält die Spannung an und man weiß nicht so genau, wie die Sache wohl ausgehen wird, ganz im Gegenteil zu unserem Finanzminister und seinem „Herr Hoffer“. Hatte ich am Anfang noch Mitleid mit Letzteren („Herr Offer, reden Sie nicht, sorgen Sie dafür, dass die Zahlen jetzt verteilt werden."), so ist dieses Mitleid jetzt auf unseren Minister übergeschwappt. Wenn Verbitterung einen Namen hat... Da dachte sich unsere Oberfeministin Alice Schwarzer, dass das mit der “Macht und der Verbitterung“ ja nicht nur Männersache sein kann und watschte unsere Familienministerin Schröder aber so richtig via Bild (sic!) ab („Ich halte Sie für einen hoffnungslosen Fall. Schlicht ungeeignet ...Die einzig aufregende Nachricht aus Ihrem Amt war Ihr Namenswechsel von Köhler auf Schröder.“ ). WOW, da hat es jemand nötig und gibt ganz Deutschland einen Einblick in das eigene Seelenleben. Aber was soll’s, mich hat die Offenheit und Authentizität aller Beteiligten gefreut, heißt es doch sonst so schnell, dass Politik ein unehrliches Geschäft ist. Die letzten Worte muss ich aber der amerikanischen Sängerin Cher überlassen, die in ihrer ganzen Weisheit über Sarah Palin feststellte: "Eine dumme Frau ist eben eine dumme Frau".

Samstag, November 06, 2010

"Mentoring. Das Praxisbuch."


Eigentlich wollte ich für die 5. Auflage des Mentoringbuches nur ein paar Aktualisierungen einbauen, doch dann kam die Idee, dass wir die Praxiserfahrungen der letzten Jahre aus unserem Studiengang Mentoring einzubauen könnten. Daraus ist dann doch ein fast ganz neues Buch entstanden, das meine Kollegin Anke Wiedekind und ich zusammen geschrieben haben. Ein Praxisbuch mit vielen Ideen, Beispielen und Kopiervorlagen zur parktischen Anwendung im Kontext der Gemeinde.

Aus dem Inhalt:
Mentoring zwischen Handwerk & Kunst
Mentoring: die gemeinsame Beziehung
Mentoring als Ort des Glaubens
Mentoring: Die Kunst der Kommunikation
Mentoring: Die eigene Persönlichkeit entdecken
Mentoring in der Gemeinde – die leise Revolution

mehr Infos hier

Mittwoch, November 03, 2010

„Vater-Tochter-Dialog Teil 41“

Wir haben seit Tagen kein Internet, da wir von t-mobile auf Alice gewechselt sind und dies (wie immer?) nicht reibungslos klappt. Jedenfalls ergab sich am Rande heute dieser kurze Dialog mit meiner Tochter:

Tochter: Papa, meine Freundin will mich anrufen, aber das geht jetzt ja gar nicht...
Vater: Tut mir leid.
Tochter: (sauer) Das ist echt saublöd....
Vater: Ja, aber da kann ich auch nichts machen....
Tochter: Bezahlen wir eigentlich für das Telefon?
Vater: Ja.
Tochter: Das verstehe ich nicht, warum bezahlen wir für Sachen die nicht funktionieren?
Vater: mmmhhh

Montag, November 01, 2010

"Studienprogramm Gesellschaftstransformation"

Heute starteten zwei Präsensmodule im Studienprogramm Gesellschaftstransformation. Im Modul 1 haben 18 neue Studenten angefangen und nähern sich diese Woche in unterschiedlichen Disziplinen dem doch recht sperrigen Begriff „Gesellschaftstransformation“. Ihnen helfen dabei unser Dozententeam bestehend aus: Tobias Künkler, Stefan Bösner, Volker Brecht und Johannes Reimer. Im Modul 5 ging es heute um die Erarbeitung und Explikation von ‚Analysewerkzeugen’ – Die Kultur- und Gesellschaftstheorie Pierre Bourdieus. Vor allem für Theologinnen und Theologen sehr herausfordernd. Morgen kommen Prof Dr. Zulehner und Christian Brudereck und es geht um „GottesSehnsucht“: Spirituelle Suche in säkularer Kultur: Was suchen Menschen heute wirklich? Neben den spannenden Inhalten faszinieren mich immer wieder die verschiedenen Studierenden und ihre kreativen Projekte, da bin ich gerne Lernender….

Freitag, Oktober 29, 2010

"21 Gramm – Wie schwer wiegt deine Seele"


Im Christustreff Donnerstaggottesdienst haben wir gerade die Reihe „Kino“ und es gibt Predigten über verschiedene Kinofilme von aktuellen (Inception) bis Klassikern (Fight Club). Ich war gestern Abend dran und durfte über einen meiner Lieblingsfilme predigen: 21 Gramm. Ein Meisterwerk des mexikanischen Regisseurs Alejandro Gonzalez Iñárritu, der virtuos drei Geschichten miteinander verwebt und die verschiedenen Sequenzen (Kurzepisoden, meist zwischen 30 Sekunden und 3 Minuten) achronologisch zu einem Mosaik entstehen lässt. Ein sehr atmosphärischer, emotionaler und mitreißender Film, der viele christliche Motive aufnimmt. Inhaltlich geht es um folgendes: Der todkranke Collegeprofessor Paul Rivers (Sean Penn) hofft auf eine Herztransplantation, seine Frau Mary (Charlotte Gainsbourg) möchte ein Kind von ihm durch künstliche Befruchtung, auch, wenn das Kind seinen Vater nie kennen lernt. Cristina Peck (Naomi Watts) lebt mit ihrem Mann und den zwei Töchtern in einer glücklichen Familie. Ex-Knacki Jack Jordan (Benicio Del Toro) schließlich hält sich und seine Familie mehr schlecht als recht über Wasser, findet Halt in der Religion. Das Leben dieser sehr unterschiedlichen Menschen ändert sich radikal, als Jack bei einem Autounfall Cristinas ganze Familie auslöscht. Paul bekommt das Herz des Unfallopfers und entwickelt Gefühle für die Witwe. Es beginnt ein Verwirrspiel um Liebe, Trauer und Schuld. Deshalb waren die Einstiegswort der Predigt:
• Wie viel wiegt Schuld?
• Wie viel wiegt Liebe?
• Wie viel wiegt Rache?
• Wie viel wiegt deine Seele?

"Es heißt, wir alle verlieren 21 Gramm, genau in dem Moment, in dem wir sterben."

hier der Trailer

Sonntag, Oktober 24, 2010

„Vater-Tochter-Dialog 40“

Wir lesen zur Zeit abends den „Schlunz“ vor und heute ging es um den Widerspruch zwischen Evolutionslehre und Sechs-Tage-Schöpfung. Das Buch favorisiert letzteres, versucht aber beides darzustellen. Dabei kam es zu folgenden Dialog:

Lilly: (ruf rein) Die Evolutionsleute sind doch blöd!
Vater: Warum? so abwegig ist das nicht.
Aimée: (völlig empört) Aber du glaubst das doch nicht??
Vater: Naja, keiner war dabei und ich kann mir schon vorstellen, dass Gott durch Evolution die Erde geschaffen hat.
Lilly. (springt auf) Mama, Mama, der Papa glaubt an Evolution. (Tonfall als hätte ich was verbrochen)
Aimée: (schaut mich sehr ernst an) Aber Papa, glaubst du im ernst, dass aus einem winzigen Teilchen alle Tiere und alle Menschen entstanden sind? Das ist doch völlig unwahrscheinlich? Selbst Tiere wie der Blauwal...
Vater: Naja, du warst auch mal ein winziges Teil, eine Eizelle und schau mal, was aus dir heute schönes und großes geworden ist.
Aimée: Ja, aber da wurde ein Mensch daraus! Und nicht 1000 Arten Tiere und Menschen und Pflanzen und ein Blauwal! (lacht)
Vater: Da hast du schon recht...
Lilly stürmt mit neuen Nachrichten ins Zimmer
Lilly: (rechthaberisch) Und die Mama glaubt auch, dass Gott die Erde und alles in sechs Tagen geschaffen hat.
Vater: Ja, dass ist ja auch in Ordnung, jeder kann das glauben, was er oder sie für plausibel hält.
Aimée: Aber Papa, Milliarden von Jahren, dass ist für mich nicht logisch...
Vater: Ja, vorstellen kann ich es mir auch nicht und wissen schon gar nicht, deshalb muss man ja an beides glauben...
Aimée: Jetzt mal ehrlich: Was spricht für die Evolution?
Vater: Zum Beispiel, dass es am Anfang noch gar keine Tage gab...
Aimée: Die wurden eben hinterher eingefügt...
Vater: Vielleicht und vielleicht stehen sie einfach symbolisch für einen Zeitabschnitt in dem sich die Erde und das Leben auf ihr entwickelt haben.
Lilly: Ich glaub das nicht und jetzt les weiter...
Vater: o.k.

Mittwoch, Oktober 20, 2010

„Ikea, Klappe die 3.“



Heute kam die dritte, überarbeitete und ergänzte Auflage des „Ikeabuches“ heraus, was mich natürlich sehr gefreut hat. Im Gegensatz zur zweiten Auflage gibt es diesmal satte 16 Seiten mehr.
Aus dem Vorwort zur 3. Auflage:
Selten habe ich auf ein Buch so viele Mails, Briefe und Anrufe bekommen wie zu diesem. Auf der einen Seite sehr viel Zustimmung und Dankbarkeit, was mich natürlich gefreut hat, auf der anderen Seite auch Ärger und Widerspruch, was mich meist auch gefreut hat. Denn das „Ikeabuch“ sollte von Anfang an kein „nettes christliche Buch“ zur Ermutigung im Glauben werden, sondern sollte zum Nachdenken anregen und in der Gottesbeziehung herausfordern. Und dies ist wohl auch bei vielen Leserinnen und Lesern passiert. Besonders gefreut haben mich die Zuschriften, die angefangen haben das Gelesene in ihrem Alltag umzusetzen. Manche haben deshalb nur eine Geschichte pro Woche oder sogar pro Monat gelesen um das Gelesene in Familie, Beruf und Gemeinde umzusetzen. Wahrlich vorbildlich. In vielen Kirchen und Gemeinden wurde das Buch in Hauskreisen gelesen, zu Predigtreihen „verwurschtelt“ oder als Grundlage von Gemeindefreizeiten genommen. Ganz neben bei ist so das Aktivbuch „Würdest du bei Ikea einkaufen“ entstanden. Es soll Kleingruppen helfen das Gelesene praktisch umzusetzen...


"Ikea" gibt es auch bei youtube

Samstag, Oktober 16, 2010

"Lausanne III"

Heute startet der 3. Lausanner Kongress über Weltevangelisation in Kapstadt mit über 4000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus über 200 Ländern. Die leitenden Vertreter dieser Länder versuchen über die Lage der Welt, den Einfluss der Christen und die Ausrichtung der Mission in den nächsten 20 Jahren zu diskutieren. Eine große Herausforderung, da es im Vorfeld schon einige Spannungen zwischen „eher konservativen und eher progressiven Evangelikalen“, aber auch zwischen Teilnehmern aus den sogenannten „Süd- und Nordländern“ gab. Klar, dass die Voraussetzungen ganz unterschiedlich sind, die „Südländer“ haben die wachsenden Kirchen, die „Nordländer“ die Ressourcen und weiter das Sagen. Es wird also spannend und wer will kann den Kongress aus verschiedener Perspektive mitverfolgen:

Die offizielle Homepage (mit sehr vielen interessanten Vorträgen auf acht Sprachen, auch auf deutsch)
Die Hauptveranstaltungen im live (geht im Moment noch nicht)
Partizipieren und mit diskutieren
Die offizielle Twitter Seite

Sonntag, Oktober 10, 2010

"4. Marburger Studientage Gesellschaftstransfromation mit NT Wright"



Am 18.&19. Februar 2011 findet in der Evangeliumshalle Marburg der 4. Marburger Studientag Gesellschaftstransformation mit Prof NT Wright (GB), Prof. Dr. Johannes Reimer, Dr. Volker Brecht, Dr. Stefan Bösner und vielen mehr statt.


Thema: „Jesus, das antike Judentum und der Auftrag der Gemeinde heute“
Schwerpunkt Freitag: Theologie
Was Jesus wirklich wollte. Einführung in die Theologie Jesu auf dem Hintergrund des antiken Judentums und ihre Bedeutung für uns heute. Die Erforschung der Zeit Jesu hat in den letzten Jahrzehnten erstaunliche Ergebnisse gebracht, die unser Bild grundlegend verändern. Der klassische Gegensatz – hier die Pharisäer, dort der liebende Jesu – lässt sich nicht mehr aufrecht erhalten. Damit rückt die Frage in den Mittelpunkt, was Jesus unter dem „Reich Gottes“ verstanden hat. Von dieser Frage ausgehend wollen wir uns mit den theologischen Konsequenzen beschäftigen, die dies mit sich bringt.

Schwerpunkt Samstag: Gemeinde
Gott verändert diese Welt durch seine Gemeinde auf ganz unterschiedliche Art und Weise, wobei oft ein Streit zwischen den evangelistisch Aktiven, den sozial Engagierten und den an persönlicher Frömmigkeit Interessierten darüber herrscht, wie das „wahre Christsein“ auszusehen habe. Tom Wright zeigt auf, wie in der Nachfolge Jesu dies alles zusammengedacht werden kann, womit Christsein ganzheitlich und die Gemeinde Teil eines nachhaltigen Veränderungsprozesses werden kann.

NT Wright ist einer der wichtigsten theologischen Lehrer der Gegenwart und ein weltweit gefragter Redner. Seine Forschungen zum Judentum im 1. Jahrhundert und die daraus resultierende Interpretation von Jesus (Third Quest) und Paulus (Fresh Perspektiv of Paul) haben eine ganze Generation an Leiterinnen und Leitern beeinflusst. NT Wright war Bishop of Durham (GB) und Professor für Neues Testament in Cambridge, Montreal und Oxford Er lehrt zurzeit an der University of St Andrews (New Testament and Early Christianity) und ist Autor zahlreicher Bücher über Jesus, Paulus und das Neue Testament.

Mehr Infos und Anmeldung: hier
Flyer zum download: hier
Flyer können auch bei mir bestellt werden.

Dienstag, Oktober 05, 2010

"Deutschland schafft sich ab"

Oder warum wir die Gruppe von Menschen mit Bankhintergründen in Deutschland so nicht mehr gebrauchen können.
Die Gruppe von Menschen mit Bankhintergründen in Deutschland wächst in den letzten Jahren stetig an, dazu kommen unzählige Vermögensberater und Finanzoptimierer. Obwohl wir die größte Finanzkrise seit Jahrzehnten hinter uns haben, hält sich diese Gruppe nicht nur hartnäckig, nein sie vermehrt sich sogar überproportional. Eine Ursachenforschung ist schwierig, aber es ist wahrscheinlich, dass es eine soziale Determination und evtl sogar eine genetische Präposition gibt, die diese Menschen einen Beruf in der Finanzwelt ergreifen lässt. Wenn unverbesserliche Menschen mit Bankhintergrund sich auf Steuerkosten in der Krise bereichern und sich zum Dank mit Millionenboni überschütten, dann zeigt dies die pervertierte Kultur der Dekadenz, die jegliche Eingliederung in eine demokratisch geordnete Gesellschaft ausschließt. So hat die Commerzbank 18,2 Milliarden Steuergelder bekommen um jetzt über 50 Bankern einen Millionenbonus auszuzahlen und dies ist leider kein Einzelfall. Es zeigt nicht nur die ethischen Defizite, sondern eine bewusste Verweigerungshaltung. Dies lässt unweigerlich die Frage aufkommen: Wollen sich Menschen mit Bankhintergründen überhaupt gesellschaftlich integrieren? Und des weiteren schließt sich die Frage an, muss sich der Rest der Gesellschaft dies gefallen lassen? Will oder kann der Banker an sich nicht dazu lernen? Und dies zeigt wiederum sehr deutlich, dass wir in Deutschland ein Bildungsproblem haben. Obwohl viele dieser Menschen eine exzellente Bildung haben und es besser Wissen müssten, tun sie das Gute nicht, sondern wirtschaften zum eigenen Vorteil und füllen maßlos die eigenen Taschen. Sie treten die Bildungstradition Deutschlands mit Füßen und entfremden sich von der langjährigen Kultur und Geschichte Deutschlands. Sie schaden damit dem Land, der Demokratie und entgrenzen sich bewusst vom Rest der Gesellschaft. So entsteht ein neues Milieu, das sich in die bisherigen Milieukarten der Bundesrepublik kaum einordnen lässt: Das Bankeriat. Das Bankeriat kennzeichnet eine hohe Bildungsvergangenheit und eine materielle Vielfalt ebenso wie eine ethische Intoleranz und eine niedrige Schamgrenze. Die Menschen im Bankeriat suchen oftmals ihresgleichen und bleiben so unter sich. Die explorative Vermehrung geschieht meist nicht mehr auf biologischen Weg, sondern durch konkrete Anwerbung bestimmter (genetisch bestimmter) Charakteren, die sich vom Traum vom schnellen Geld nur allzu gerne locken lassen. Da dieses Milieu überproportional wächst, stellt es eine reale Gefahr für Deutschland da. Statistiker haben errechnet, dass ab dem Jahr 2030 auf jeden Banker zwei Bankkunden kommen und ab dem Jahr 2050 das Verhältnis eins zu eins ist. Dies mag aus Sicht der Kundenbereuung eine exzellente Quote sein, aus wirtschaftlicher Sicht ist es eine Katastrophe. Deshalb muss eine öffentliche Debatte zu dieser berennenden gesellschaftlichen Frage unserer Zeit angestoßen werden. Wir brauchen Anreize zur Integration und wenn dies nicht ausreicht, nachhaltige Konsequenzen, wenn Menschen mit Bankhintergründen nicht bereit sind ihre Einstellung, ihren Lebensstil und ihre Kultur zu überdenken und zu verändern. Wir in Deutschland müssen ganz neu überlegen, wie wir mit dieser Gruppe von Menschen umzugehen haben, sonst setzen wir unser Land aufs Spiel!

Freitag, Oktober 01, 2010

„Passion1“

Vor ein paar Jahren habe ich mit ein paar Freunden den Verein Passion1 für (Schul-) Jugendarbeit und Jugendkultur gegründet. Der Verein unterstützt verschiedene jugendkulturelle Projekte und arbeitet in Marburg vor allem mit „Balu und du“ zusammen (vor allem meine Frau ist da aktiv). Balu und du ist ein Mentoringprogramm, welches Kinder im Grundschulalter fördert und dabei nach dem Balu (MentorIn) und Mogli (Kind) Prinzip vor gehet. Es sind oftmals Kids denen die soziale Zuwendung gut tut. Ein tolles Programm, in dem Passion1, die Freiwilligenagentur Marburg und das Bibelseminar unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Vaupel zusammenarbeiten. Ich glaube, dass solche lokalen Netzwerke zukunftsweisend sind.

Samstag, September 25, 2010

„The importance of oral history“



Gestern hat Prof Gundani von der UNISA eine Vorlesung zum Thema „oral history“ (mündliche Geschichtsschreibung) gehalten, was sehr interessant war. Neben den theoretischen Grundlagen wie den verschiedenen Formen der Geschichtsdokumentation (durch die verschiedenen Generationen) ging Gundani darauf ein, wie wichtig die verschiedenen Sichtweisen von Geschichte sind. Wer schreibt beispielweise Geschichte über einen Krieg? Die Siegermächte? Die Besiegten? Neutrale Leute, die aber gar nicht dabei waren? Wie bildet sich dabei Wahrheit heraus? Gibt es eine objektive Geschichtsschreibung? Und nicht zuletzt, wann muss Geschichte umgeschrieben werden? Gerade feiern wir 20 Jahre Einheit, wer hat die Geschichte dazu geschrieben? Die Politiker? Historiker? Gibt es im Westen eine eher westliche Geschichtsversion und im Osten umgekehrt? Was ist mit den Menschen? Haben sie die Geschichte so erlebt wie sie die Historiker aufgeschrieben haben? Jetzt sind die Menschen noch zu fragen, im Bezug auf den 2. Weltkrieg bspw. werden bald keine Zeitzeigen mehr leben die man fragen kann. So ist die mündliche Geschichtsschreibung eine nötige und ausgleichende Geschichtsschreibung „von unten“, die die Stimmen des Volkes hört und die Demokratie stützt.

Donnerstag, September 23, 2010

"Bekehrung!?"


In den letzten Jahren gab es eine vielfältige Diskussion zum Thema "Bekehrung". Was ist Bekehrung überhaupt? Eher punktuelles Erlebnis oder schleichender Prozess? Das Institut Empirica hat in Zusammenarbeit mit jesus.de eine Umfrage dazu erarbeitet, die sich mit dem Begriff der Bekehrung auseinandersetzt. Jetzt hier mitmachen.

Montag, September 13, 2010

"Noch mal: Teilen ist Leben"

Auf meinem letzten Eintrag gab es ja eine lebhafte Diskussion an der ich nur bedingt teilnehmen konnte, deshalb wollte ich noch mal etwas ausführlicher auf Andreas antworten. Erstmal finde ich es gut und wichtig die Dinge zu hinterfragen und es ist sicherlich nicht so „schwarz-weiß“ wie wir (und ich) es manchmal gerne hätten. Wir sind bei allen nachdenken und ringen um die „Wahrheit“ doch Abhängige von unserem Weltbild, unserer Prägung, unserer Geistesgeschichte. Weshalb ich das jetzt extra betone? Weil ich glaube, dass es gerade bei der Thematik „Armut und Gerechtigkeit“ eine auffällige und auch existenzielle Rolle spielt. So ist ja nicht verwunderlich, dass Menschen unter Bedrängnis nach Gott schreien und auch die Bibel so verstehen. Dies war in der Bibel selbst schon so. Der Exodus geschah, weil die Israeliten so laut unter ihrer Last klagten und Gott ihr klagen hörte. Im mosaischen Gesetz ist die Armenfürsorge ein wichtiger Bestandteil und die Propheten ermahnten die Israeliten, wenn sie einander unterdrückten. Im Neuen Testament geht das weiter, Jesus ermahnt nicht die Armen, sondern die Reichen und die ersten Gemeinden teilten alles was sie hatten miteinander (zum Beispiel mit den hungernden griechischen Witwen). Die Bibel beschreibt sehr realistisch die Ungerechtigkeiten dieser Erde und sieht in Christus und dem Reich Gottes eine sichtbare Alternative. Dies hat nichts mit einer Ideologie zu tun und auch nicht mit einer Theologie, die besagt, dass Armut rettet oder alle Armen gerettet werden. Jesus kündigt in seiner ersten öffentlichen Rede sein Wirken und sein Reich an und er tut dies bewusst mit „materiellen Dingen“ mitten aus der Gesellschaft, denn da wo die Menschen tatsächlich leiden.
»Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, zu verkündigen das Evangelium den Armen; er hat mich gesandt, zu predigen den Gefangenen, dass sie frei sein sollen, und den Blinden, dass sie sehen sollen, und den Zerschlagenen, dass sie frei und ledig sein sollen, 19 zu verkündigen das Gnadenjahr des Herrn.« 20 Und als er das Buch zutat, gab er's dem Diener und setzte sich. Und aller Augen in der Synagoge sahen auf ihn. 21 Und er fing an, zu ihnen zu reden: Heute ist dieses Wort der Schrift erfüllt vor euren Ohren.“

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wie diese Worte Jesu zu deuten sind? Wörtlich oder symbolisch? Wenn wir dann das Lukasevangelium lesen stellen wir auf fast jeder Seite fest, dass Jesus sich für die Armen, Kranken und Entrechtenden einsetzt und sich genau dieses Wort erfüllt. Dies bedeutet nicht, dass die geistliche Dimension bei Jesus fehlt und bei uns heute fehlen sollte. Beides gehört untrennbar zusammen, Wort & Tat. Es gibt deshalb kein Evangelium ohne Kultur und ohne soziales Handeln, damals bei Jesus und heute bei uns.

Sonntag, September 05, 2010

„Teilen ist Leben - ein kurzer Rückblick“

An diesem Wochenende hat die Tagung „Teilen ist Leben“ stattgefunden oder wie viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer meinten, die „Armutskonferenz“. Beide Bezeichnungen geben die inhaltliche Vorgabe des Wochenendes gut wieder, denn beides ist eng miteinander verknüpft. Es gab verschiedene Grundsatzreferate zu biblisch-theologischen Themen von Rene Padilla aus Argentinien (einer meiner Jugendhelden), Joel Edwards (GB), Morompi Ole-Ronkei (Kenia), Harvey Carey (USA) und von deutscher Seite sprach Monika Deitenbeck-Goseberg und Johannes Reimer. Dazu gab es jede Menge Workshops und Seminare sowie eine sehr inspirierende Ausstellung verschiedener Hilfsorganisatoren (world vision, Kindernothilfe, compassion opportunity international, PAI etc.), diakonischer Projekte (stoffwechsel, EC, Seehaus etc.) bis zu akademischen angeboten (GBFE oder unser Studiengang Gesellschaftstransformation). Die Vorträge waren sehr herausfordernd und vor allem die Sichtweise des „Südens“ auf den „Norden“ war wichtig zu hören. Die Kirche des „Südens“ möchte gerne als gleichwertiger Partner anerkannt werden, zwar hat der „Norden“ immer noch den Reichtum, aber die wachsenden Kirchen kommen alle aus dem „Süden“. Warum hat sich bei uns (westlichen Christen) das Gesetz der Konsumgesellschaft durchgesetzt und nicht die Prinzipien des Reiches Gottes? Wie sehen unsere Erwartungen dieses Reiches aus? Das Reich Gottes zeigt sich besonders an den Armen, an ihrer Wiedereingliederung in die Gesellschaft, an einer ganzheitlichen Versöhnung. Jesu Botschaft hatte deshalb immer auch eine politische Seite. Wir Christen sollen deshalb die prophetische Stimme in unserer Welt sein, dies ist unsere Aufgabe. Diese Stimme zeigt sich in Wort & Tat. Gott ist der Anwalt der Armen (Jerm 22,16) und wir sind seine Botschafter hier auf Erden, dadurch werden wir Gott besser kennen lernen. Wir sind Boschafter für Versöhnung und für die Befreiung der Armen aus ihrer „Gefangenschaft“. Deshalb hat die Kirche keine andere Wahl als sich ins Zentrum der globalen Veränderungen zu stürzen. Das Evangelium drängt uns geradezu dies zu tun. Gottes Welt ist unsere Welt. Wenn die Kirchen sich zu kulturellen Inseln entwickeln, entfremden wir uns von der Welt zu der wir berufen sind. Für viele war das Wochenende auch ein Weckruf aus der Bequemlichkeit unseres westlichen Christseins heraus. Mal sehen was nachhaltig passiert....

Montag, August 30, 2010

"mbs - los geht´s..."

Das Bibelseminar lebt nach der Sommerpause wieder richtig auf. Nach dem die 2. und 3. Kurse schon vor zwei Wochen wieder mit ihrem Semester angefangen haben, starteten heute 52 neue Studierende. Das ist eine große Freude, Herausforderung und auch Verantwortung. Dieses Semester liegt mein Schwerpunkt auf Gemeindepädagoge und Missiologie. Reich Gottes bauen heißt der Auftrag und das Vergnügen. Los geht´s....

Montag, August 23, 2010

"Wir sind kein dekadenter Rotwein-Scheiß."



Mit 49 Jahren ist am Wochenende Christoph Schlingensief gestorben. Der seit 2008 an Krebs erkrankte Theaterregisseur und Aktionskünstler konnte sein letztes großes Projekt, seine „Oper in Afrika“, nicht mehr vollenden. Er wird fehlen. Keine Frage, nicht nur weil er mit dem klassischen bürgerlichen Kulturverständnis aufgeräumt hat, sondern weil er Kultur immer politisch gesehen hat und ohne Ansehen der Person. Der kleine Mann, der seinen Kopf am überdimensionalen „Kohlplakat“ verliert, war nicht nur eine Bildsequenz, sondern ein zentrales Motto seiner Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Ungerechtigkeit. Seine letzte „Reise“ kann in Buch und Videoblog nachverfolgt werden. Es lohnt sich…

Nicht immer geliebt, nicht immer verstanden, aber im Nachruf gewürdigt:
Zeit
Süddeutsche
Welt

Donnerstag, August 19, 2010

"Ab heute endlich radikaler!"


In christlichen Kreisen erlebe ich es oft, dass in Predigten und anderen Veranstaltungen mit Appellen gearbeitet wird und ich selbst neige leider auch manchmal dazu. Jetzt endlich Christus richtig nachfolgen, authentischer, radikaler und ab heute werde ich dies und jenes endlich verändern. Die Motivation ist hoch und vielleicht bin ich dabei emotional berührt und das ist auch alles in Ordnung. Die Ernüchterung folgt oftmals mit ein paar Tagen abstand. Der Alltag scheint eine größere Schwerkraft zu haben als die eben noch erlebte Fliegkraft der geistlichen Veränderung. Zu der Ernüchterung kommt die Enttäuschung, vielleicht auch Zweifel, Wut oder Frustration auf Gott und mich selbst. Das Problem ist, dass Appelle zu kurz greifen, sie zielen auf unsere Glaubenspraxis, die aber von unserer Theologie, unserer Erfahrung und unserem Weltbild beeinflusst und gelenkt wird. Die Veränderungen spielen sich sozusagen auf der Oberfläche unseres Glaubens ab und haben so kaum Einfluss auf das was uns über Jahre (still und heimlich) geprägt hat. Das gilt auch für Streitigkeiten, die sich auf der „Ebene der Theologie“ sich abspielen. Man streitet zwar über Bibelstellen, theologische Ansätze und hermeneutische Unterschiede, aber oftmals liegt die Problematik viel tiefer und lässt sich auf der theologischen Ebene allein gar nicht lösen, sondern es muss ein tieferes Verständnis der eigenen Erfahrung und des eigenen Weltbildes erreicht werden. Das ist mühsam und braucht Zeit, aber es ist vielleicht die einzige Möglichkeit einen respektvollen Dialog zu führen und sich selbst und den Nächsten besser zu verstehen. Paulus war sich dessen bewusst und hat deshalb der Gemeinde in Rom geschrieben, dass es einen Veränderungsprozess des Denkens und Handeln braucht, der durch den Heiligen Geist geschieht.

Donnerstag, August 12, 2010

„Kleine Theologie der Arbeit“ Part 2"

Nach der allgemeinen Einführung zum Thema Arbeit begründet die „Oxford Erklärung“ aufgrund des 1. & 2. Schöpfungsberichts die anthropologische Bedeutung von Arbeit im Bezug auf den Menschen: „Arbeit entspricht dem ausdrücklichen Zweck, zu dem Gott die Menschen ursprünglich schuf “. Arbeit ist also nicht „nur Joch“, sondern spiegelt auch eine Wesensart Gottes wieder. Arbeit bedeutet auch „bebauen und kultivieren“ und hat somit eine menschliche Würde und nicht nur einen wirtschaftlichen Aspekt. Gleichzeitig wird gewarnt vor einer Identifikation mit der Arbeit und somit auch mit der Folge, zu viel Arbeit, denn die Würde des Menschen liegt in der Ebenebildlichkeit Gottes und im „Kind sein“ und nicht in dem einen Aspekt: Arbeit.
„Der tiefste Sinn der menschlichen Arbeit besteht darin, dass der allmächtige Gott sie als Vollendung seines Werkes in der Welt eingesetzt hat.“ Schöpfung bewahren und die eschatologische Umwandlung zurück zu ihr. Dies bedeutet nicht, das wir einen neuen Himmel und Erde bauen, sondern dass wir ein aktiver Teil in Gottes Veränderungsprozess hier auf der Erde sind und somit ein Stück Himmel auf Erden bauen.

Samstag, August 07, 2010

"Vater-Tochter-Dialog 39"

Vor den Ferien habe ich über „Gaben entdecken“ gepredigt und am Abend kamen wir noch mal auf das Thema „Gaben“ zu sprechen. Ich erkläre den Kids das es unterschiedliche Gaben gibt und dass Gott der Schöpfer alle Gaben ist. Im Bad, während dem Zähneputzen, gab es dann folgende Diskussion:

Aimée: Also ich finde, dass die Lilly die Gabe des Sport hat, die ist da immer so gut.
Lilly: Und Aimée die Gabe des Erklärens, wenn ich mal was nicht weiß, Aimée kann es mit sagen. Und die Gabe Tröstens....
Aimée: Ja, ich merke immer gleich wenn jemand in der Klasse traurig ist oder so. Und Lilly achtet immer darauf, dass alles gerecht zu geht und setzt sich für die ein die ungerecht behandelt werden.
Lilly: Ja, vor allem in der Schule, da geht es oft ungerecht zu, vor allen bei den Lehrern!
So geht es eine Weile weiter und dann geht es ins Bett, nach dem Singen und Beten schaut Lilly mich noch mal nachdenklich an und sagt:
Lilly: Und Papa mit ist noch eine Gabe von mir eingefallen...
Vater: Ja, welche?
Lilly: (energisch) Starker Wille
Vater: lacht und nickt zustimmend....

Dienstag, August 03, 2010

„hessnatur statt H&M!?“



Im Zuge unserer langsamen Annäherung an ökologisch und sozialverträgliches Einkaufen haben wir letztes Jahr mit ein paar Lebensmitteln angefangen und uns dieses Jahr den ersten Kleidungsstücken zu widmen, meist über das Internet. Dann hat Christine im Urlaub in der „Einkaufsrevolution“ gelesen, dass ausgerechnet hessnatur der einzige deutsche Betrieb (sic!) ist der die Anforderung nach der CCC erfüllt (Öko & Sozialstandards). Dies ist ein Armutszeugnis für Deutschland und für uns Konsumenten. Anyway, wir dachten, wenn die Zentrale von hessnatur schon in unserer Nachbarschaft liegt (Butzbach), dann wäre es ja fast eine Sünde dort nicht einzukaufen. Aber da gab es ja auch eine ganze Menge Vorurteile was Ästhetik und Preis der dortigen Kleidung betrifft. Heute haben wir dann einen Familienausflug nach Butzbach gemacht und ich muss sagen, dass es ein sehr angenehmer Laden ist. Auffallend ist, dass es wie bei H&M wohl auch einen Einstellungskodex für Verkäuferinnen gibt, nur nach anderen Standards: alle waren ca. 50 Jahre und hatten graue kurzgeschnittene Haare. Freundlich haben sie uns geholfen und beraten, so dass wir für die Kinder und Christine tatsächliche Kleider gefunden haben, die gut aussehen, passen und auch noch bezahlbar sind. Überhaupt sind die Preise nicht dramatisch höher wie gedacht. Nur für Herren gab es nicht die ganz große Auswahl und irgendwie hat es auch nicht meinen Stil getroffen. Schade. Aber insgesamt war es eine gute Erfahrung und wir werden weiter kleine Schritte in Richtung Einkaufsrevolution gehen...

Freitag, Juli 30, 2010

„Herr T. und der gläubige Atheist“

Schöner Text über Christen und Atheisten und andere Gläubige im Spreeblick (Believe it or not). Besonders die Diskussion in den Kommentaren sollte zur Pflichtlektüre für alle Christen erklärt werden, die sich für das Thema „Jugend und Glauben“ interessieren. Hier wird mehr über Jugendkultur und Religion verständlich, wie in manchen wissenschaftlichen Aufsätzen...

Dienstag, Juli 27, 2010

"Kleine Theologie der Arbeit (1)"

Im Urlaub habe ich mal wieder, pünktlich zum 20. Jahrestag, die Oxford Erklärung gelesen. Von den nachdenkenswerten Gedanken inspiriert, habe ich mir, unterstützt von Miroslavs Volfs Ausführungen, Gedanken über „Arbeit“ gemacht. Wann könnte man dies besser tun als im Urlaub.

Was ist Arbeit in Gottes Absicht?
Wenn in der Theologie über Arbeit gesprochen wird, dann in guter protestantischer Tradition, meist aus schöpfungstheologischer und ethischer Perspektive (Luther: der Mensch ist zur Arbeit geschaffen wie die Vögel zum Fliegen), die Oxford Erklärung erweitert dieses Spektrum um zwei interessante Aspekte, den eschatologischen und pneumatischen. Dies bedeutet, dass es nicht nur um eine Bewahrung der Schöpfung durch die Arbeit geht, sondern dass die Arbeit auch hilft die Schöpfung ihrem Ziel näher zu bringen (dazu später mehr). Zu Beginn geht es um eine erste kurze Definition: „Arbeit umfasst all jene Tätigkeiten, die nicht um ihrer selbst willen, sondern zur Befriedigung menschlicher Bedürfnisse ausgeübt werden.“ Damit werden zu Beginn Arbeit und Freizeit (als Befriedigung der eigenen Bedürfnisse) getrennt, was sicher etwas schwammig ist, aber eine Richtung vorgibt. Des Weiteren wird Arbeit nicht auf „Lohnarbeit“ reduziert, was ich für sehr wichtig halte und dem Begriff eine Weite gibt, die sowohl Arbeit im Haushalt als auch in klassischen Berufen abdeckt.

Freitag, Juli 23, 2010

"Emergent Forum 2010"


Vom 19. bis 21. November 2010 wird das diesjährige Emergent Forum in Essen stattfinden. In einer dialogischen Atmosphäre wollen wir uns an diesem Wochenende gemeinsam auf der Suche nach einem dritten Weg unterstützen. Wir sind auf der Suche danach Kirche und Nachfolge in unserer Zeit und Gesellschaft zu leben. Der dritte Weg über den wir hier reden, ist ein Weg zwischen Extremen. In der Synergie unterschiedlicher Positionen sehen wir eine gute Möglichkeit einen Weg zu finden, der nicht ausschließt, sondern einlädt, einen Weg auf dem wir weitergehen können, der nicht ein für alle mal entdeckt wird, sondern sich immer wieder neu erschließt und weiter entwickelt. Gerade in einer Zeit, in der viele klassischen Kategorien und Labels sich auflösen und Inhalte hin und her wechseln.

Ich freue mich auf das Forum, weil es immer ein tolles und besonderes Wochenende mit guter Atmosphäre und netten Leuten ist.

Das Emergent Forum will, jenseits von Denkverboten und Fraktionszwängen, kreative und mutmachende Gespräche über Auftrag und Gestalt der Kirche für morgen ermöglichen. Inspirationen aus der gelebten Praxis warten auf dich, und du bist eingeladen deine Gedanken und Erfahrungen mit einzubringen.

Dienstag, Juli 20, 2010

"Fastfaith oder Das Ende der „McDonalds-Theologie?"



Spätestens mit dem „Fall der Mauer“ war der Fastfood Riese mit dem gelben M nicht mehr aufzuhalten und baute sein enormes Imperium weiter global aus. Egal wo man hinkam, auf eines konnte man sich verlasen, Mc Donald war schon da und wenn man den traditionellen Essgewohnheiten der fremden Kultur nicht freundlich gesinnt war, konnte man auf sich auf den bekannten „BigMäc“ oder was auch immer geschmacklich verlassen. So wie bei der doch sehr monokulturell ausgerichteten Esskultur erging es in den letzten Jahrzehnten vielen Christen, wenn sie sich um „Theologie“ gekümmert haben. Westliche Theologie war ein globaler Kassenschlager und wurde, nach Besten Wissen und Gewissen in die verschiedensten Länder exportiert. Egal wo man hinkam, man besuchte Gottesdienste und fand einen ähnlichen theologischen Inhalt in Predigt und Liedern wieder. Natürlich gab und gibt es nicht nur McDonalds, sondern auch Burger King oder andere Ketten, die ihre Theologie erfolgreich verbreitet haben. Und eigentlich möchte jeder nur das Beste, das gute Essen für alle zugänglich machen. Jeder soll, egal wo er ist, die ursprüngliche Qualität des Burgers genießen können. Das Problem dabei ist, dass aus einer theologischen Wahrheit ein theologisches Dogma, manchmal sogar ganze Konfessionen oder Theologien wurde. Und aus einer Burgerbude wurde eine globale Glaubensideologie, die sich auch über die Abgrenzung zu anderen Ketten definiert und den kulturellen, kulinarischen Traditionen der einzelnen Länder den Rücken komplett zugewandt hat. Der eigentliche Sinn, Menschen genüsslich und schnell satt zu machen, wird zwar nach wie vor erfüllt, macht aber immer mehr Menschen krank. Die einen, weil sie sich zu einseitig ernähren und man mittlerweile weiß, dass zu viele Burger ungesund sind und die anderen weil sie ihre ursprüngliche Küche vergessen haben und sich eben nur noch schnell ernähren und die heimischen Rezepte und das Kommunikative beim Essen verloren haben.
Theologie lebt immer aus zwei Quellen, der Offenbarung und der menschlichen Kultur. Eines ist ohne das andere nicht denkbar, ja beides ist so eng miteinander verwoben, dass wir es oft nur mühsam trennen können. Aber darin liegt auch genau das Besondere: Theologie lebt. Sie lebt vom offenbarten Wort Gottes mitten in unserem vielfältigen und bunten Leben und zeigt sich auf ganz unterschiedliche Weise. Dabei gibt es tatsächlich Wahrheiten die sich in vielen Kulturen und Ländern gleichermaßen erkennen und leben lassen, aber daraus muss man noch keine Fastfaithkette machen....

Sonntag, Juli 18, 2010

„Die Gabe der Ermutigung?“

Wir hatten eine tolle Woche Familienurlaub am Lago Maggiore und auf der Rückfahrt gab es folgenden netten Dialog auf einer Autobahnraststätte mit einem älteren Herrn im rosa Hemd und Designerbrille:

Herr: Was machen Sie da?
Ich: Ähm, ich schütte etwas Öl nach?
Herr: Ihr Auto verbraucht Öl?
Ich: Scheinbar, die Lampe leuchtete auf und jetzt schütte ich etwas Öl nach.
Herr: Mit meinem BMW fahre ich über 300km/h schnell und der verbraucht kein Öl!
Ich: Schön.
Herr: Ich glaube sie haben einen Motorschaden.
Ich. Ähm? Ich glaube sie haben die Gabe der Ermutigung.
Herr: Ähm?
Pause
Herr: Auf Wiedersehen
Ich: Auf Wiedersehen

Und dann quietschten die Reifen des BMW und der Doppelsportauspuff röhrte und die Motorfee war verschwunden...

Donnerstag, Juli 08, 2010

„Schlaand, Schlaand als Integrationswunderland!?“



Der Traum ist vorbei und die Frage ist: Was bleibt? Ob Löw bleibt ist (noch) ungewiss, ob die neue Spielweise bleibt, ist zu hoffen. Was auf alle bleiben sollte, ist die neue Integrationskraft der Weltmeisterschaft in Deutschland. Nicht nur, dass unsere Multikultigruppe mit Özil, Klose, Khedira, Boateng und wie sie alle heißen auf dem Platz für gesamtdeutschen Jubel geführt hat, nein auch auf den Plätzen und Straßen des Landes sah man plötzlich alle möglichen Menschen mit deutschen Fahnen jubeln, von denen ich es zumindest gar nicht geglaubt hätte, auch wenn ich persönlich dieses "fahnengewedel" nicht so mag. Fußball als transkulturelles Symbol, das keine Herkunftsgrenzen kennt und eine neue Identität schafft. Das ist schön und tröstet über das ausscheiden etwas hinweg....

Donnerstag, Juli 01, 2010

"Interview mit Ron Sider"

Dr. Ron Sider ist ein Theologieprofessor am Palmer Theological Seminary und seit den 70er Jahren bekannt für seinen Einsatz für Arme, Unterdrückte und Benachteiligte. Ich traf ihn auf einer Tagung und nutzte die Gelegenheit ihm ein paar Fragen zu stellen.

Du bist bekannt, weil du seit vierzig Jahren das Thema Armut thematisierst. Was hat sich in den Jahren verändert.

Sider: Es hat sich sehr viel verändert und doch zu wenig. Positiv ist anzumerken, dass sich Christen zunehmend dem Thema Armut annehmen und es mehr thematisieren. Aber sie tun zu wenig dagegen. Zumindest da wo ich es beurteilen kann, in Amerika, reden viele Christen jetzt über Armut aber es wird zu wenig getan. Denn die Situation im Bezug auf weltweite Armut hat sich in den letzten Jahrzehnten nicht verbessert, sondern verschlechtert. Wir müssen endlich aufwachen.

Aber sollten sich die Christen nicht um das Seelenheil der Menschen kümmern?

Sider: Eines schließt das Andere ja nicht aus. Wir reden seit Jahren von einer ganzheitlicher Mission (holitic mission) in der Wort & Tat zusammengehört. Man kann es gar nicht trennen, es kommt auf die Situation an. Soziale Verantwortung und Evangelisation gehören zusammen und sind biblisch nicht zu trennen. Es gibt hunderte Bibelstellen, die davon berichten, dass Gott sich um die Armen und Benachteiligten kümmert. Es geht nicht nur um eine persönliche und individuelle Hilfe, sondern es geht bei Gott immer auch um strukturelle Veränderungen, wie der Exodus es zeigt, oder das Sabbathjahr, die Propheten wie Amos oder Jesaja.

Wie können denn Veränderungen aussehen?
Sider: Wir müssen uns in den Zeiten der Globalisierung auch um die Zusammenhänge und Ursachen von Armut kümmern. Wir müssen die Abhängigkeiten der unterschiedlichen Staaten erkennen und uns erst einmal gut informieren. Und dann beginnt das Handeln auf beiden Ebenen, im persönlichen Alltag und in größeren Zusammenhängen.

In deinem Buch: „Der Weg durchs Nadelöhr“ hast du etwas geschrieben über „progressive Selbstbesteuerung“? Was bedeutet das?
Sider. Wir haben in Amerika und ihr in Deutschland wahrscheinlich auch, einen progressiven Steuersatz, der je nach Einkommen ansteigt. Oftmals ist es aber so, dass gerade viele der sehr Reichen kaum besteuert werden. Als Christinnen und Christen sollten wir einen anderen Weg gehen, nämlich den der „progressive Selbstbesteuerung“. Jede/r sollte selbst überlegen, wie viele Steuern er/sie bezahlen soll. Je nach Einkommen beispielweise 1% mehr je 1000$ mehr. Es geht im Reich Gottes nicht darum, wie wir uns aus der Solidarität raushalten, sondern wie wir uns als Christen in gesellschaftliche Dinge einmischen, auch und gerade wenn es um Geld geht. Geld und Macht hängen biblisch unmittelbar zusammen und es tut uns gut, einen richtigen Umgang dazu zu finden.

Damit traust du uns Christen ja viel zu...

Sider: Ja, wenn nicht die Christen, wer dann? Wenn wir nicht anfangen konkrete Schritte zu tun, die uns auch „weh tun“, wer dann? Das Reich Gottes zeigt sich durch uns Christen mitten in der Welt.

Du hast in einem Seminar davon gesprochen, dass wir einen „biblischen Feminismus“ brauchen. Was verbirgt sich dahinter?

Sider: Mann und Frau sind im Ebenbild Gottes geschaffen und sollen auch gleichberechtigt Glauben und Handeln. Dies geschieht weltweit heute immer noch nicht und ist deshalb auch ein geistliches Problem in Gemeinde und Gesellschaft. Ein Vorbild ist dabei sicherlich Jesus und wie er Frauen in einer patriarchischen Zeit behandelt hat. Ich halte es für ein großes geistliches Problem in Amerika, dass Frauen in Gemeinden immer noch benachteiligt werden. Dies hindert den Wachstum des Reiches Gottes. Christen haben den Auftrag sich um Benachteiligte aller Art zu kümmern und sie in die Gemeinschaft des Reiches Gottes vollwertig aufzunehmen.

Was wünscht du dir von deinen deutschen Freunden?

Sider: Ich freue mich über die Entwicklung in Deutschland. Ich habe den Eindruck, dass hier viel ernsthafter Glauben gelebt wird als dies oftmals in Amerika der Fall ist. Ich hatte an diesem Wochenende viele Gespräche und ich war begeistert von der Motivation die in euren Gemeinden herrscht, gerade auch was das Thema Armut angeht.
Ich hoffe, dass du Recht hast. Danke für das Interview.

Sonntag, Juni 20, 2010

"Vater-Tochter-Dialog 38"

Zwei Stunden lang haben sich die Mädels ganz in schwarz-rot-gold gehüllt und dementsprechend geschminkt. Alles war bereit und Vater und beide Töchter versammelten sich vor dem Fernsehen um die deutsche Mannschaft lautstark und emotional zu unterstützen. Dann der Anpfiff:

Töchter: (beide Töchter tanzen und singen) 54, 74, 90, 2010 ....
Vater: Könnt ihr neben dem Fernseh tanzen
Nach 2min hören sie auf zu tanzen und setzen sich zu mir aufs Sofa....
Lilly: (uuaahh) Laaanngweilig, ist das laaanngweilig...
Aimée: Foul, Papa, das war ein Foul, oder.
Vater: Nein, das war kein Foul...
Lilly: Ist das langweilig....
Vater: DU kannst auch schon mal ins Bett gehen...
Lilly: Niemals!
Aimée: Der Schweinsteiger spielt aber echt gut.
Lilly: Ohhh, der Schweini spielt mit?
Vater: Ja.
Lilly: Schweini vor, noch ein Tor! Schweini ist der BESTE!! uuuhhhaaaa
Vater: ????
Aimée: Also, die foulen echt schlimm...
Lilly: Mir ist laaaangweilig....
Vater: (völlig genervt) Wo ist eigentlich die Mama?

Sonntag, Juni 13, 2010

"Teilen ist Leben"


Es wird in diesem Land viel über Gerechtigkeit geredet, aber wenig getan und dies gilt besonders für Christen. Kein schöner Satz, aber zumindest empirisch richtig, wenn man der Umfrage zum Thema Armut & Gerechtigkeit glauben mag. Ein besonders auffälliges Ergebnis ist, dass über 50% der befragten Christinnen und Christen sagen, das sie nicht informiert sind über das Thema weltweite Armut. EIn Armutszeugnis. Aber dies kann sich ändern. Vom 3. – 5. September 2010 findet in Schwäbisch Gmünd die Tagung "Teilen ist Leben" mit vielen interessanten nationalen und internationalen Expertinnen und Experten. Kein angenehmes Thema und sich werden keine 11 000 Leute kommen, aber ein wichtiges Thema, ein vergessenes Thema, ein existenzielles Thema, vielleicht sogar das Wichtigste zurzeit. Armut ist kein gottgegebenes Schicksal. Wenn auch in Deutschland immer mehr Menschen erleben, dass die Armut oft nur einen Schritt weit entfernt ist, müssen wir die biblischen Grundlagen unseres Lebensstils neu überdenken und auch die weltweite Verantwortung neu sehen. Die weltweite Armut ist für Christen eine Herausforderung. Die biblischen Begriffe von Liebe und Gerechtigkeit motivieren zum Handeln. Wenn die Schere zwischen arm und reich auch in unserem Land immer größer wird, sind wir als Christinnen und Christen aufgerufen, mit Gottvertrauen, Phantasie und Mut zu handeln. Mit praxisnahen Themen werden neue Impulse für die Gemeindearbeit gesetzt.

Freitag, Juni 11, 2010

"Los geht´s bafana bafana!"


In wenigen Minuten geht sie also los, die erste WM in Afrika! Und es geht um weit mehr als Fußball, es geht um den Beweis, dass dieser Kontinent ein großartiger Gastgeber für die (Fußball) welt ist. Die Euphorie in Südafrika ist unbeschreiblich, egal ob an der Uni oder im Township, alle reden von nichts anderem. Jetzt wäre es großartig, wenn die Mannschaft auch noch großartiges leistet und die Vorrunde übersteht und wer weiß, was dann möglich ist! :) Zumindest eine afrikanische Mannschaft sollte in Endspiel kommen und dann natürlich gegen Deutschland...

Samstag, Juni 05, 2010

"Liebe Frau Bundeskanzlerin"

Liebe Frau Dr. Merkel,
bitte folgen Sie einmal ihrem Herzen und springen Sie über die parteipolitischen Barrieren! Geben Sie sich einen Ruck und erlösen Sie uns und machen SIe Joachim Gauck zum Bundespräsidenten. In einer der schwierigsten Zeiten der Bundesrepublik brauchen wir jemand der charakter- und demokratiestark ist, jemand der nicht gleich einknickt, sondern als Widerstandskämpfer und Versöhner gleichermaßen bewiesen hat, dass er für solch ein Amt geeignet ist.

Eigentlich haben Sie schon alles gesagt, handeln Sie.

Danke.

Ihr Tobias Faix

P.S. Und wenn Sie das schon Gute wollen, bitte sanieren Sie unsere Banken nicht auf Kosten von Harz IV Empfängern, dies wäre ein ganz schwaches Zeichen....

Dienstag, Juni 01, 2010

"und ich bin raus!"

Rücktritte scheinen in Mode zu kommen. Jetzt also auch der Bundespräsident. Sicher, er und alle anderen hatten ihre subjektiv plausiblen Gründe und doch denke ich, auch ganz subjektiv: So geht das nicht. Wer wie Koch, erst vor gut einem Jahr gewählt wurde und somit noch für Jahre in der Pflicht steht (wie Köhler übrigens auch) kann nicht einfach sagen: Sorry Jungs, aber ich hab einen besseren Job in Aussicht. Oder die Kritik ist mir zu scharf oder zu viel. Auch eine Alkoholfahrt ist meiner Meinung noch kein Grund alles hinzuschmeißen. Vielleicht gibt es noch andere Reaktionen als schwarz und weiß, und als Bürger dieses Landes fühle ich mich bei den ganzen Rücktritten nicht ernst genommen. Bei der nächsten Wahl geht das Gejammere wieder los, dass die Beteiligung auf einem neuen historischen Tief ist. Ja, wundert sich irgendjemand darüber, wenn ich nicht mehr weiß, ob die Leute die ich wähle vielleicht in einem Jahr noch Lust haben oder vielleicht doch was besseres vor haben?

Freitag, Mai 28, 2010

„Biographie & Glauben“

In wie weit prägt unsere Biographie unseren Glauben? Wo ist unser Glaube abhängig von der Zeit in der wir leben? Dies waren zwei Leitfragen an unserem Studientag, die wir anhand des Lebens Zinzendorfs durchgearbeitet haben. Sehr spannend die Theologie und Glaubenspraxis durch die Brille der Biographie zu verstehen und vielleicht durch den zeitlichen Abstand, manches besser für heute zu begreifen. Zinzendorf verkörpert das, was viele Christinnen und Christen sich wünschen: visionär, unkonventionell, gemeinschaftlich, enthusiastisch, bewegend eine ganze Generation begeisternd Glauben leben und teilen. Dabei gab es in der Zeit fast genauso viele Kritiker, die ihm Schwärmertum, Einseitigkeit und Bibelverrat vorwarfen. Und wenn man so unterschiedliche Persönlichkeiten wie Bengel und Zinzendorf gegenüberstellt, dann wird schnell klar, dass diese beiden nicht miteinander konnten, dabei hätten sie sich so gut ergänzt. („Das war der langweiligste Tag meines Leben“ Zinzendorf über Bengels Vortrag über seinen heilsgeschichtlichen Entwurf der Bibel.) Und ich muss mich an die eigene Nase fassen, da sich da bis heute wohl nicht viel geändert hat....
Herausfordernd ist die Frage von Zinzendorf nach Individualität und Sozialität, eine Spannung in der wir gerade als Christen und Gemeinden stehen, wir wünschen oft Gemeinschaft bis in utopische Formen und sind doch gefangen in unserer individualistischen Prägung (ich wünsche mir mehr Gemeinschaft). Eine Spannung, die nur schwer zu ertragen ist. Da merke ich, dass es sich lohnt sich noch Mal mit Zinzendorf zu beschäftigen, es gibt noch einiges zu lernen....

Dienstag, Mai 25, 2010

„Ich statuiere kein Christentum ohne Gemeinschaft“


Dieses feiern wir anläßlich des 250. Todesjahr das Zinzendorfjahr. Aus diesem Grund findet vom mbs aus am kommenden Freitag (28.5.2010) ein Studientag zu Zinzendorf in der Evangeliumshalle in Wehrda statt. Im Jubiliäumsjahr des großen Kirchenmannes geht es besonders um die Rolle der Gemeinschaft im Denken und Leben des Grafen. Mit meinem Vater Wilhelm Faix haben wir einen ausgewiesenen Kenner Zinzendorfs gewinnen können. Zwischen den Veranstaltungen gibt es viel Zeit um Gespräch und Austausch. Näheres und Anmeldung hier.
Herzlich Willkommen!

Dienstag, Mai 18, 2010

"ÖKT - ein kurzer Blick zurück"

Der 2. Ökumenische Kirchentag ist mittlerweile Geschichte und der schnöde Alltag hat mich schon wieder fest im Griff. Aber als empirischer Theologe möchte ich noch einige teilnehmende Beobachtungen festhalten:
Nächstenliebe wurde groß geschrieben, wenn man zum Beispiel keinen Stuhl (oder Kiste) hatte, kamen gleich zwei Leute und haben ihren angeboten. Vielleicht lag das auch nur an den Kids....
Die „offizielle Kirchentagskleidung“ kam dieses Mal von Jack Wolfskin.
Die für mich interessanten Veranstaltungen waren bereits eine Stunde vor Beginn „wegen Überfüllung geschlossen“, heißt entweder ich bewege mich zu sehr im Mainstream oder die Hallen waren zu klein.
Nächstenliebe wurde dann allerdings klein geschrieben und duzende von nichthineingekommenen dachten, dass wenn sie nichts mitbekommen, alle anderen auch nichts mitbekommen sollen und so kloppten sie wie verrückte an Fenster und Wände, so dass man drinnen kaum noch etwas verstehen konnte, vielleicht liegt das daran, dass diese Leute keine Kinder hatten....
Als Familie bekommt man beim Kirchentag allerhand geboten, vor allem Zirkus, Zauberer, Konzerte, gefühlte 1000 Mitmachaktionen und jede Menge „Bildungsspiele“, die biblische Geschichten oder so was ähnliches waren schwer zu finden...
Der Kirchentag konnte als „Therapieform abgerechnet“ werden, wenn man Schwierigkeiten mit Entscheidungen fällen hat. Bei über 3000 Veranstaltungen in knapp fünf Tagen gab ein großes Übungsfeld...
Erfreulich war, dass das „heimliche Thema“ des Kirchentages die „Kirche von unten“, das „allgemeine Priestertum“, Bewegung des Kirchenvolkes oder wie immer man es nennen will oder darf, war. Ehrlich gesagt hoffe ich, dass dies erst der Anfang war. Und Küng lächelte....
Meine netteste Begegnung war mit einer älteren Dame, nach meiner Lesung kam sie ganz geheimnisvoll zu mir und flüsterte mir zu: „Ich hab’s erkannt, ich weiß wer Marie ist!“ Und sie lächelte ganz glücklich und ich war es auch....

Donnerstag, Mai 13, 2010

"Damit ihr Hoffnung habt"


Unter diesem schönen Motto läuft gerade 2. Ökumenische Kirchentag in München. Als Familie packen wir gerade unsere Sachen und morgen früh werden wir uns auch auf den Weg Richtung Süden machen. Vielleicht sehen wir uns ja? Ich werde am
Freitag um 15:30 aus "Würde Jesus bei Ikea einkaufen" lesen und
Samstag um 16:00 mit einigen anderen zum Thema emerging church reden. Hier gibt es mehr Infos.

Wer nicht dabei sein kann, kann sich hier informieren...

Montag, Mai 10, 2010

"Aimées großer Auftritt"

video

Am Wochenende hat Aimée ihren großen Auftritt mit ihrer geliebten Flöte gehabt. Souverän hat sie vier tolle Stücke gespielt und die ganze Familie war sehr Stolz auf sie! Im Anschluss an diverse Auftritte von Musikschülerinnen und Musikschülern mit Oboe, Flöte, Klavier und Geige, ist noch eine "Rockband" aufgetreten, sozusagen "Tokio Hotel junior" und hat mit van Halen und AC/DC die Eltern verschreckt. Lilly fand das super und Aimée hat fluchtartig den Saal verlassen...

Mittwoch, Mai 05, 2010

"International Justice Mission in Marburg"




Zurzeit haben wir Modulwoche in unserem Studienprogramm Gesellschaftstransformation und in diesem Rahmen kommt morgen David McIlroy, Jurist und Theologe aus London. McIlroy unterrichtet unter anderem am Spurgeons College in London und hat diverse theologische Fachbücher veröffentlicht, u.a. „A Biblical View of Justice” und “A Trinitarian Theology of Law”. Er arbeitet eng mit IJM in Großbritannien zusammen. Unter dem Thema „The role of legal intervention in transforming lives“ wird er die theologischen Grundlagen menschenrechtlicher Arbeit erläutern.

Am Freitag stellt die International Justice Mission (IJM) im Rahmen des Christustreffs in Marburg ihre Arbeit vor.Herzliche Einladung dazu. Der Abend beginnt um 20:00h und findet im Christhaus statt.

IJM ist eine christliche Menschenrechtsorganisation, die sich weltweit für die Rechte der Opfer von Sklaverei, Menschenhandel, Zwangsprostitution und anderen Formen gewaltsamer Unterdrückung einsetzt. IJM wurde 1997 durch den ehemaligen UN-Chefermittler für den Völkermord in Ruanda, Gary Haugen, gegründet. Zurzeit arbeiten 300 IJM-Mitarbeiter weltweit in 12 Entwicklungs- und Schwellenländern als Anwälte, verdeckte Ermittler und Sozialarbeiter mit lokalen Behörden zusammen, um Betroffene zu befreien, Nachsorge für Opfer zu vermitteln, Täter zu überführen und die Funktionsfähigkeit von Rechtssystemen zu fördern.

Samstag, Mai 01, 2010

„Das Ende der emerging church Bewegung?“


In den letzten Wochen musste ich ja ein paar Mal schmunzeln als einige Leute über das Ende der „emerging church Bewegung“ gemutmaßt und geschrieben haben. International ist es schon länger ein Thema und nun, so musste es ja kommen, auch in Deutschland. Aber so wie diese Bewegung nicht plötzlich da war, wird sie auch nicht plötzlich weg sein und diejenigen, die sich mit der Thematik beschäftigen werden mir wahrscheinlich recht geben, wenn ich sage, dass es sogar gut ist, dass der „Hype“ um diese Bewegung etwas verklungen ist, ja ich würde sogar noch weiter gehen, mir ist die ganze emerging Bewegung egal, wenn es nur um „emerging“ ginge. Denn darum geht es zumindest mir nicht, es geht um Inhalte, um Theologie, die sich in unserem Christsein und in unseren Kirchen und Gemeinden zeigt. Um dies zu beschreiben, auch die fortwährenden Veränderungen, brauchen wir immer Worte, wenn dies emerging church beschreibt, wunderbar, aber es gibt sicherlich auch noch viele andere Worte. Wir brauchen aber keinen „Streit“ um Worte, sondern eine inhaltliche Auseinandersetzung. Und die sehe ich in vielen Netzwerken, Gemeinden und im Alltagsleben vieler. Und dann sind wir doch wieder bei einer neuen aufkommenden Kultur, die sich auf ganz unterschiedliche Art und Weise zeigt. Darüber freue ich mich. Nach dem „Lifecycle“ befinden wir uns in der „praktischen Umsetzung“ und genau das beobachte ich gerade. Andrew Jones macht in der internationalen Bewegung eine ähnliche Beobachtung:
It's true that the 'emerging church' term is fading, as I have chronicled for the past 5 years, but in reality the movement has matured and is now more integrated with the established church and mission enterprises than it previously was, thus losing some identity but greatly increasing its impact.

Dienstag, April 27, 2010

„Geburtstagslesung mit Helmut Krausser“



Am Sonntag gab es für mich ein ganz besonderes Geburtstagsgeschenk. Mein Lieblingsautor Helmut Krausser hat für mich gelesen. Nun ja, nicht für mich alleine und auch nicht extra wegen mir, aber er gab um 11:00h eine Lesung seines neuen Buches „Substanz“ im Cafe Vetter in Marburg. Was ein Glück. So habe ich mich nach einem ausführlichen Frühstücksbrunch mit der Familie aufgemacht einen der besten Schriftsteller Deutschlands zu lauschen. Gelesen hat Krausser aus „Substanz. Das Beste aus den Tagebüchern.“ Krausser hat zwölf Monate aus zwölf Jahren, von 1992 bis 2004 mit seiner ihm ganz eigenen Wahrnehmung und Sprachgewalt seine Wirklichkeit dokumentiert. Was die einen ich-bezogen und eitel nennen (Florian Illies), halten andere für literarische Geschichte (Daniel Kehlmann). Ich halte es eher mit Kehlmann und finde, dass seine Tagebücher eine interessante und sprachmächtige Chronik ist, die es auch wagt, sich mit dem klassische Feuilleton anzulegen und sicherlich unbequem ist, was es aber gerade so spannend zu lesen macht (Stichwort Klagenfurt!). Leider waren doch recht wenig Leute da, was aber wieder den Vorteil hatte, dass ich nach der Lesung noch ein bisschen mit Krausser plaudern konnte. Ein wirklich toller Start in einen schönen Geburtstag...

Freitag, April 23, 2010

"Respekt Herr Herrlich!"

Heute Abend spielt der VfL Bochum gegen den VfB Stuttgart, naja, nicht gerade einen Blogeintrag wert, wenn vorgestern nicht eine bemerkenswerte Pressekonferenz in Bochum stattgefunden hätte, in der sich der Bochumer Trainer Heiko Herrlich mit dem mächtigsten deutschen Pressorgan der Bildzeitung angelegte. Bemerkens- und unterstützenswert. Hier der Bericht mit O-Ton Herrlich:

Heiko Herrlich stärkte seiner Mannschaft den Rücken und kritisierte die Kritiker von außerhalb. Als Joachim Droll, "Bild"-Abgesandter für den VfL, dann von Herrlich wissen wollte, ob ihm nicht langsam Selbstzweifel kämen, wurde der Trainer plötzlich grundsätzlich und referierte mit ruhiger Stimme (im Video ab Minute 7:48):

Wissen Sie, Herr Droll: Ich hab schon viele schwierige Phasen in meinem Leben durchgemacht, auch sportlich, glauben Sie mir das. Und das hier, die Situation treibt mir auf keinen Fall den Puls hoch — auch wenn Sie das morgen wieder ganz anders schreiben. Das mach ihr sowieso, wie ihr wollt: Ich weiß noch in Phasen, wo es sehr gut lief, wo ihr ein Interview mit mir machen wolltet und ich das abgelehnt hab, weil ich gesagt hab, die Mannschaft muss im Vordergrund jetzt stehen.

Und ich weiß auch, dass es da vielleicht 'nen Bumerang gibt, ne? Weil ihr das halt nicht gewohnt seid, dass euch jemand die Stirn bietet und sagt: "Nö, ich möcht' nicht bei euch in der Zeitung stehen." Aber das ist für mich kein Problem, ich werd' meinen Weg weiter gehen und werd' aufrichtig bleiben.

(lange Pause)

Auch ohne euch. Können Sie einem Ihrer Chefredakteure sagen!


Man könnte Herrlichs Aussagen "überraschend" nennen, "aufrichtig" oder "selbstbewusst". Einem "Bild"-Mitarbeiter fallen da jedoch ganz andere Adjektive ein, wie Droll sogleich bewies, als er zu Herrlich sagte: "Jetzt das wirkt schon ein bisschen dünnhäutig, sag ich Dir schon ganz ehrlich …"

Woraufhin Herrlich sich in seiner Bewertung der "Bild"-Zeitung zu immer weiteren Höhen aufschwang:

Nein! Das interpretieren Sie so! Überhaupt nicht! Ich weiß nur, was die letzten Wochen … die Art und Weise, wie ihr recherchiert habt. Wir unterhalten uns intern auch schon mit den Spielern. Und Günter Wallraff hat das schon vor langer, langer Zeit festgestellt: Da hat sich leider nicht viel geändert.

(lange Pause)

Und drücken Sie auf Aufnahme, dass ich’s meinen Kindern irgendwann zeigen kann: Euch gegenüber, Ihnen gegenüber bleib' ich aufrichtig. Die werden stolz sein auf mich, irgendwann.

In Drolls Bericht über die Pressekonferenz kommt von all dem erwartungsgemäß nichts vor. Dort ist von einem "peinlichen Rundumschlag" die Rede.

Quelle: Bildblog

Sonntag, April 18, 2010

„Interkulturelles Krisenmanagement“



Alle Wege führen nach Rom, nur keiner mehr raus! Das ist der running Gag der sich im fatalistischen Zustand unserer internationalen Gruppe (der ISERT Konferenz) hartnäckig hält. Und so ist es nicht verwunderlich, dass auf diese Krisensituation ganz unterschiedlich reagiert wurde, was in etwa so zusammengefasst werden kann:

Die italienischen Gastgeber nahmen ihre Aufgabe sehr ernst und liefen mit Laptop in der einen und wild gestikulierend mit der an anderen Hand von einer Gruppe zur anderen...
Die Briten zogen sich in die Bar zurück
Die Amis machten eine Stadtführung (There are so many hitorical...)
Die Deutschen versuchten einen Bus für die ganze Gruppe zu organisieren
Die Niederländer riefen ihre Frauen und Männer an, dass sie sie abholen sollen
Die Schweizer tranken erst mal einen Kaffee und warteten ab, wie sich die Situation entwickeln würde
Die Letten fragten, wo denn das Problem sei

Nach dem alle nationalen Gruppen geplant hatten, haben sich alle gestern morgen verabschiedet um die ausgeheckten Pläne umzusetzen. Am späten Abend trafen sich dann alle wieder im Tagungszentrum...

Freitag, April 16, 2010

„ISERT Konferenz oder ein kleiner Einblick in die weltweite Seele des Christentums“

Seit Mittwoch bin ich in Rom auf der ISERT Konferenz. Dort treffen sich Forscherinnen und Forscher aus der ganzen Welt stellen ihre aktuellen Forschungsergebnisse vor. Diese sind ganz unterschiedlich und haben diesmal thematisch zumeist etwas mit dem konferenzthema zu tun (Religious Identity and National Heritage. Empirical-Theological Perspectives.) Interessant war beispielweise eine Studie über den interreligiösen Dialog in Indien, in dem Christen und Muslime zusammen eine Minderheit bilden und ganz neue Identifikationen entstehen. Für Deutschland war eine große Studie des Tübinger Theologen Friedrich Schweitzer (mit internationalem Team) über Konfirmandenarbeit in Europa (in Deutschland wurden über 10000 Konfirmandinnen und Konfirmanden befragt und über 2000 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter). Für mich überraschend war die hohe Zufriedenheit der Konfirmanden, 77% waren mit ihrer Zeit zufrieden und fanden ihren Konfirmandenunterricht gut und könnten sich vorstellen weiter in die Kirche zu gehen. Aber, dies ist jetzt meine Aussage, da werden sie nicht mehr gesehen. Irgendetwas läuft da falsch! Da wollen wir von empirica mit einem Forschungsprojekt anknüpfen und genau diese Frage (hoffentlich) klären. Weitere Themen der Konferenz waren bisher: Werte & Religiosität, Identitätsbildung, Sterbehilfe und vieles mehr....