Freitag, Dezember 03, 2010

„Kontextualisierung aus südafrikanischer Perspektive“



Die letzten Tage war Prof. Nico Botha von der Universität Südafrika (UNISA) bei uns am Bibelseminar und hat über Kontextualisierung gesprochen. Kontextualisierung gehört seiner Meinung auf der einen Seite von Anfang an fest zur Bibel (in der Bedeutung des jeweiligen Kontextes) und ist auf der anderen Seite eine relativ neue hermeneutische Methode (Kontextualisierung) die sich seit den 1970er Jahren in verschiedenen theologischen Entwürfen widerspiegelt (Befreiungstheologie, Feministische Theologie, Black Theology etc.). So arbeitete Prof Botha verschiedene Ebenen heraus, die für ein Verständnis von Kontextualisierung wichtig sind:
• Kontextualisierung hilft meinen eigenen Glauben zu reflektieren und meine eigene Biographie zu verstehen.
• Kontextualisierung finden wir auf jeder Seite der Bibel.
• Kontextualisierung bedeutet, dass Glaube und Theologie ein untrennbarer Teil der Gemeinschaft, der Kommune und der Gesellschaft ist.
• Kontextualisierung bedeutet, die prophetische Stimme Gottes mitten in der Gesellschaft zu sein.
• Kontextualisierung ist eine hermeneutische Methode, die erst in den letzten Jahrzehnten sich durchgesetzt hat.
Ein Schlüsselbegriff dabei ist Inkulturation. Inkulturation bedeutet nicht mehr von Anknüpfungspunkten des Evangeliums an die Kultur, sondern von einer ständigen Wechselwirkung von beiden zu sprechen. Dies wird zum Beispiel an Übersetzungen der Bibel deutlich. Sprache als Kulturgut verbindet das Evangelium mit der Kultur auf untrennbare Art und Weise. Ein anderes Beispiel war das südafrikanische Ubunto als gesellschaftliches Konzept (Ich bin weil ihr seid). Danach gab es eine spannende Diskussion, was Kontextualisierung im deutschen Kontext und für unsere Theologie bedeutet.

Kommentare:

LinGe de Pateco hat gesagt…

Das klingt sehr interessant! Da wäre ich sehr gerne dabei gewesen.

BroccOli hat gesagt…

Geht mir genau so...

Tobias Faix hat gesagt…

Es gibt dazu einen Artikel von Prof Botha im mbs Jahrbuch 2011....

Christoph hat gesagt…

Man könnte das auch klassisch historisch-kritisches Arbeiten nennen ;-)