Sonntag, September 05, 2010

„Teilen ist Leben - ein kurzer Rückblick“

An diesem Wochenende hat die Tagung „Teilen ist Leben“ stattgefunden oder wie viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer meinten, die „Armutskonferenz“. Beide Bezeichnungen geben die inhaltliche Vorgabe des Wochenendes gut wieder, denn beides ist eng miteinander verknüpft. Es gab verschiedene Grundsatzreferate zu biblisch-theologischen Themen von Rene Padilla aus Argentinien (einer meiner Jugendhelden), Joel Edwards (GB), Morompi Ole-Ronkei (Kenia), Harvey Carey (USA) und von deutscher Seite sprach Monika Deitenbeck-Goseberg und Johannes Reimer. Dazu gab es jede Menge Workshops und Seminare sowie eine sehr inspirierende Ausstellung verschiedener Hilfsorganisatoren (world vision, Kindernothilfe, compassion opportunity international, PAI etc.), diakonischer Projekte (stoffwechsel, EC, Seehaus etc.) bis zu akademischen angeboten (GBFE oder unser Studiengang Gesellschaftstransformation). Die Vorträge waren sehr herausfordernd und vor allem die Sichtweise des „Südens“ auf den „Norden“ war wichtig zu hören. Die Kirche des „Südens“ möchte gerne als gleichwertiger Partner anerkannt werden, zwar hat der „Norden“ immer noch den Reichtum, aber die wachsenden Kirchen kommen alle aus dem „Süden“. Warum hat sich bei uns (westlichen Christen) das Gesetz der Konsumgesellschaft durchgesetzt und nicht die Prinzipien des Reiches Gottes? Wie sehen unsere Erwartungen dieses Reiches aus? Das Reich Gottes zeigt sich besonders an den Armen, an ihrer Wiedereingliederung in die Gesellschaft, an einer ganzheitlichen Versöhnung. Jesu Botschaft hatte deshalb immer auch eine politische Seite. Wir Christen sollen deshalb die prophetische Stimme in unserer Welt sein, dies ist unsere Aufgabe. Diese Stimme zeigt sich in Wort & Tat. Gott ist der Anwalt der Armen (Jerm 22,16) und wir sind seine Botschafter hier auf Erden, dadurch werden wir Gott besser kennen lernen. Wir sind Boschafter für Versöhnung und für die Befreiung der Armen aus ihrer „Gefangenschaft“. Deshalb hat die Kirche keine andere Wahl als sich ins Zentrum der globalen Veränderungen zu stürzen. Das Evangelium drängt uns geradezu dies zu tun. Gottes Welt ist unsere Welt. Wenn die Kirchen sich zu kulturellen Inseln entwickeln, entfremden wir uns von der Welt zu der wir berufen sind. Für viele war das Wochenende auch ein Weckruf aus der Bequemlichkeit unseres westlichen Christseins heraus. Mal sehen was nachhaltig passiert....