Freitag, Oktober 29, 2010

"21 Gramm – Wie schwer wiegt deine Seele"


Im Christustreff Donnerstaggottesdienst haben wir gerade die Reihe „Kino“ und es gibt Predigten über verschiedene Kinofilme von aktuellen (Inception) bis Klassikern (Fight Club). Ich war gestern Abend dran und durfte über einen meiner Lieblingsfilme predigen: 21 Gramm. Ein Meisterwerk des mexikanischen Regisseurs Alejandro Gonzalez Iñárritu, der virtuos drei Geschichten miteinander verwebt und die verschiedenen Sequenzen (Kurzepisoden, meist zwischen 30 Sekunden und 3 Minuten) achronologisch zu einem Mosaik entstehen lässt. Ein sehr atmosphärischer, emotionaler und mitreißender Film, der viele christliche Motive aufnimmt. Inhaltlich geht es um folgendes: Der todkranke Collegeprofessor Paul Rivers (Sean Penn) hofft auf eine Herztransplantation, seine Frau Mary (Charlotte Gainsbourg) möchte ein Kind von ihm durch künstliche Befruchtung, auch, wenn das Kind seinen Vater nie kennen lernt. Cristina Peck (Naomi Watts) lebt mit ihrem Mann und den zwei Töchtern in einer glücklichen Familie. Ex-Knacki Jack Jordan (Benicio Del Toro) schließlich hält sich und seine Familie mehr schlecht als recht über Wasser, findet Halt in der Religion. Das Leben dieser sehr unterschiedlichen Menschen ändert sich radikal, als Jack bei einem Autounfall Cristinas ganze Familie auslöscht. Paul bekommt das Herz des Unfallopfers und entwickelt Gefühle für die Witwe. Es beginnt ein Verwirrspiel um Liebe, Trauer und Schuld. Deshalb waren die Einstiegswort der Predigt:
• Wie viel wiegt Schuld?
• Wie viel wiegt Liebe?
• Wie viel wiegt Rache?
• Wie viel wiegt deine Seele?

"Es heißt, wir alle verlieren 21 Gramm, genau in dem Moment, in dem wir sterben."

hier der Trailer

Sonntag, Oktober 24, 2010

„Vater-Tochter-Dialog 40“

Wir lesen zur Zeit abends den „Schlunz“ vor und heute ging es um den Widerspruch zwischen Evolutionslehre und Sechs-Tage-Schöpfung. Das Buch favorisiert letzteres, versucht aber beides darzustellen. Dabei kam es zu folgenden Dialog:

Lilly: (ruf rein) Die Evolutionsleute sind doch blöd!
Vater: Warum? so abwegig ist das nicht.
Aimée: (völlig empört) Aber du glaubst das doch nicht??
Vater: Naja, keiner war dabei und ich kann mir schon vorstellen, dass Gott durch Evolution die Erde geschaffen hat.
Lilly. (springt auf) Mama, Mama, der Papa glaubt an Evolution. (Tonfall als hätte ich was verbrochen)
Aimée: (schaut mich sehr ernst an) Aber Papa, glaubst du im ernst, dass aus einem winzigen Teilchen alle Tiere und alle Menschen entstanden sind? Das ist doch völlig unwahrscheinlich? Selbst Tiere wie der Blauwal...
Vater: Naja, du warst auch mal ein winziges Teil, eine Eizelle und schau mal, was aus dir heute schönes und großes geworden ist.
Aimée: Ja, aber da wurde ein Mensch daraus! Und nicht 1000 Arten Tiere und Menschen und Pflanzen und ein Blauwal! (lacht)
Vater: Da hast du schon recht...
Lilly stürmt mit neuen Nachrichten ins Zimmer
Lilly: (rechthaberisch) Und die Mama glaubt auch, dass Gott die Erde und alles in sechs Tagen geschaffen hat.
Vater: Ja, dass ist ja auch in Ordnung, jeder kann das glauben, was er oder sie für plausibel hält.
Aimée: Aber Papa, Milliarden von Jahren, dass ist für mich nicht logisch...
Vater: Ja, vorstellen kann ich es mir auch nicht und wissen schon gar nicht, deshalb muss man ja an beides glauben...
Aimée: Jetzt mal ehrlich: Was spricht für die Evolution?
Vater: Zum Beispiel, dass es am Anfang noch gar keine Tage gab...
Aimée: Die wurden eben hinterher eingefügt...
Vater: Vielleicht und vielleicht stehen sie einfach symbolisch für einen Zeitabschnitt in dem sich die Erde und das Leben auf ihr entwickelt haben.
Lilly: Ich glaub das nicht und jetzt les weiter...
Vater: o.k.