Sonntag, April 17, 2011

"Was ist das Evangelium? - nach NT Wright"

Es wurde ja auf diesem blog hier und da schon über die Frage nach dem Evangelium diskutiert. Während den 4. Marburger Studientagen Gesellschaftstransformation mit NT Wright bat mich ein Freund unbedingt bei Wright nachzufragen, wie er das Evangelium mit einem Satz zusammenfassen würde. Also nutze ich die Gelegenheit nach einem guten Essen bei einem noch besseren Glas Wein und es entstand dieser kurze Dialog:
Toby: Tom, wie würdest du das Evangelium in einem Satz beschreiben?
Tom: In einem Satz, das ganze Evangelium?
Toby: Ja, sozusagen die Essenz der guten Nachricht?
Tom: Mmhh, ein Satz sagst du? Nun ja, ich sage es dir in einem Wort: Jesus!
Beide lachen....

Wer über das Thema mit diskutieren möchte, ist herzlich eingeladen: 30. April in Frankfurt.

Kommentare:

LinGe de Pateco hat gesagt…

Hahahaha...
Das hätten deine Töchter dir auch sagen können :).
Vielleicht sollten die mal ein Buch schreiben. Eine von beiden hat bestimmt ein Schreib-Gen geerbt.

Tobias Faix hat gesagt…

stimmt! ;)

Jörg Dechert hat gesagt…

Relational statt Propositional truth, Wirklichkeit einer Beziehung statt Wahrheit einer Aussage - bringt N.T. Wright da nicht genau die postmoderne Weltwahrnehmung und Glaubensdefinition auf den Punkt?
"Jesus is the answer" - aber in dem Fall reicht sie mir nicht. Mag seine Ein-Wort- Antwort auf den ersten Blick noch so sexy klingen (wer mag "Jesus" schon widersprechen?), ich halte sie für unzureichend.
Unzureichend deshalb, weil sie einen Konsens über die Bedeutung des Wortes "Jesus" voraussetzt, den es nicht gibt (heute noch weniger als früher). Welcher Jesus ist gemeint? Der Sozialrevolutionär? Der Religionsreformer? Der Mutzusprecher? Der Pharisäerbasher? Ohne Präzisierung sind alle gleichermaßen gemeint - und damit wird "Jesus" zu einer Projektionsfläche für mein eigenes Suchen, meine spirituellen Emotionen, für das von mir gefühlte Wahr-Sein.
Ich stelle mir vor, wie Jesus durch Galiläa gezogen ist und dieses "Evangelium" gepredigt hat: "Schaut mich an, Leute - was auch immer ihr denkt, fühlt oder zu wissen glaubt über mich - es ist eine gute Nachricht für euch!". Oder wie die Jünger losgezogen sind in eine römisch-griechische Kultur und gepredigt haben: "Leute, freut euch an Jesus!"
Was für ein Jesus, werden die Römer zurückgefragt haben? Und spätestens dann kommt die Präzisierung aus dem persönlichen Erleben der Jünger. "Der Jesus, den IHR gekreuzigt habt..." Der Jesus, der...
"Offenbarung durch Beziehung" ist ein wohlklingendes Konzept - aber es setzt voraus, dass sich das Gegenüber der Beziehung sehr wohl beschreiben lässt. Das Jesus so-und-so ist (und nicht gleichzeitig 180 Grad anders). Relational truth ist völlig ohne propositional truth nicht zu haben.

Kurz: Wenn Jesus sich nicht hätte festnageln lassen, wäre er auch nicht das Evangelium.

Tobias Faix hat gesagt…

Ich gebe dir Recht, dass die eigene Biographie, ja das eigene Weltbild das eigene "Jesusbild" prägt und bestimmt, genau so wie jede Dogmatik, jede Hermeneutik und jede andere theologische Wahrheit. Die eine objektive Wahrheit gibt es ja nur noch vereinzelt, wie ich auf einer Internetkonferenz vor einiger Zeit erfahren durfte. :)
Und relationale Wahrheit ist meines Erachtens keine Erfindung von NT Wright, eher schon von Johannes.

Tobias Faix hat gesagt…

P.S. Wenn Wahrheit nicht relational und nicht bei Jesus liegt, was ist dann für dich "die Wahrheit"?

Jörg Dechert hat gesagt…

Blogger.com hat meinen Kommentar gefressen. #fail - sorry, Toby, ich tipp nicht noch mal alles ein. War relativ lang. Kurzversion: Für mich gehören propositional und relational zusammen - so verstehe ich Johannes 1 und viele andere Stellen im NT.

Tobias Faix hat gesagt…

@jörg: Schade.
Ich weiß jetzt nicht genau, was du unter einer "propositionalen Wahrheit" verstehst, aber wenn es u.a. auch Peirce, Habermas und die Konsenstheorie zurück geht, dann liegen wir nicht sehr weit auseinander. ;)

Anonym hat gesagt…

Eine nichs sagende Antwort - Was ist das Evangelium? Jesus!

ER starb am Kreuz, ER trug die Strafe die wir alle verdient haben - er bezahlte mit seinem kosbaren Blut.
Der Mensch steht unter dem Zorn Gottes ... und durch den Glauben an Jesus Christus und sein Vergossenes Blut finden wir Gnade .. Auch schön zu lesen Johannes 3, 16-19

Tobias Faix hat gesagt…

Wenn nicht Jesus. Wer dann?

Wenn das nicht reicht empfehle ich das neue Buch von NT Wright: http://toby-faix.blogspot.de/2014/01/die-auferstehung-des-sohnes-gottes.html