Donnerstag, Juni 02, 2011

„Himmelfahrt, Hoffnung & Menschensohn“

Jesus sagte: Ich bin es. Und ihr werdet den Menschensohn zur Rechten der Macht sitzen und mit den Wolken des Himmels kommen sehen. (Mk 14,62)

Jesus werden im Neuen Testament unterschiedliche Titel zugesprochen, die wichtigsten sind Christus (Messias), Kyrios (Herr) und Sohn Gottes, sie sind Ausdruck des vielschichtigen Jesusbildes. Die Bezeichnung Menschensohn ist dabei vielfach die scheinbar Rätselhafteste. Die Evangelien enthalten die Bezeichnung Menschensohn allein 82 Mal (69mal in den Synoptikern, 13mal in Johannes). Dies sicherlich deshalb, weil Jesus immer dann vom Menschensohn sprach, wenn von ihm selbst die Rede war. Der Begriff Menschensohn ist also eine Selbstbezeichnung, in der er immer in der 3. Person über sich selbst spricht. Während alle anderen Titel wie Rabbi, Herr, König oder Messias ihm von anderen gegeben werden, spricht Jesus von sich selbst immer als Menschensohn. Was alle Stellen im AT und NT eint ist, dass in dem Begriff Menschensohn die Spannung zwischen Niedrigkeit und Hoheit liegt. In keinem anderen Begriff wird die Spannung zwischen der Göttlichkeit und der Menschlichkeit Jesu so sichtbar. Herrlichkeit Gottes und die Niedrigkeit des Menschen. 100% Gott und 100% Mensch vereinen sich in Jesus und werden in diesem Begriff Menschensohn sichtbar. Ein Begriff der die Leiden Jesu, die Erniedrigung und die Niedrigkeit beschreiben. Wenn man den Begriff Menschensohn auf dem Hintergrundverständnis der jüdische Apokalyptik versteht fällt auf, dass er vor allem in Hesekiel (87mal) & Daniel gebraucht wird, aber auch in nicht biblischen Büchern wie Hennoch oder dem 4. Buch Esra, der Begriff Menschensohn oder Sohn des Menschen war den Juden nicht fremd, sondern im Gegenteil sehr bekannt und Jesus geht besonders auf Daniel 7 in seiner Verkündigung ein. Der Menschensohn ist der wahrhaftige Mensch, der in einer Welt von Terror und Kriegen, von Armut und Hunger, von Erniedrigung und Herabwürdigung den Menschen ihre eigentliche Bestimmung bringt - Menschenwürde und Menschlichkeit. Er macht Schluss mit der raubtierartigen Herrschaft von Menschen über Menschen und setzt konsequent den Heilswillen Gottes durch. Der Menschensohn kommt für die Menschen in Lybien, Elfenbeinküste und alle anderen 50 kriegerischen Konflikte in dieser gefallenen und egoistischen Welt. Der Menschensohn begründet das Reich Gottes als Ausdruck göttlichen Heils und weist damit den Weg zu einer Zivilisation wahrer Menschlichkeit. Jesus ist Mensch geworden und Gott geblieben, bei der Himmelfahrt ist Jesus Gott geworden und Mensch geblieben. Er sitzt zur rechten Gottes und vertritt uns Menschen. Er ist der Mittler zwischen Gott und den Menschen, er der Mensch war und auch Mensch geblieben ist, wie uns die Bibel berichtet. So ist sein neuen Leib kein reiner Geistleib ist, sondern einer der Essen und trinken kann und trotzdem durch Türen gehen kann. Der Menschensohn ist unser Hoffnungsträger der Himmel und Erde zusammenbringt, hier auf Erden und in Ewigkeit.

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