Mittwoch, April 13, 2011

"Uwe Timm - Freitisch"



Gestern Abend waren Christine und ich bei einer Lesung von Uwe Timm. Der Schriftsteller hat aus seinem Buch "Freitisch" gelesen, einer Novelle die in zwei Zeitebenen Anfang der 1970er Jahre und heute spielt. Ein typisches "Timm-Motiv" - die Verarbeitung der 68er Bewegung aus verschiedenen Blickwinkeln und Biographien. Timm ist ein großartiger Erzähler, der seine wortstarken und rhythmischen Texte eindrucksvoll vorliest. Allein die etwas lehrerhaften Selbsterklärungen zwischen den Stücken wirkten dabei deplatziert, konnten aber das Gesamtbild des Abends nicht trüben.

Eine Rezension über Uwe Timms Buch "Der Freund und der Fremde" hat diesen Blog die (zweifelhafte) Ehre zu teil werden lassen in ein Deutschbuch zu kommen. Dort wurde die Rezension mit der einer wissenschaftlichen Literaturzeitschrift verglichen, was nicht sehr schmeichelhaft für diesen Blog ausgegangen ist. Besser erging es demselben Text in der Fachzeitschrift "Praxis Deutsch", in der zumindest versucht wurde die "Gattung Blog" ernst zu nehmen. Interessant ist es alle Mal, wenn eine Professorin für deutsche Sprache Satz für Satz "auseinandernimmt" und interpretiert. Da habe ich doch sehr viel über meinen eigenen Text gelernt.