Freitag, Mai 20, 2011

"Vater-Tochter-Dialog 44"

Aimèe hatte heute in der Schule Besuch von einer Abgeordneten der Grünen und es ging um demokratische Prozesse in der Bundesrepublik. Beim Mittagstisch gab es darauf hin eine wilde Diskussion, an der sich auch Lilly lautstark beteiligte:

Vater: Gab es heute etwas Besonderes in der Schule?
Aimèe: Ja, eine „Grüne“ war da und hat die ganze Zeit geredet und geredet...
Vater: Und was hat sie gesagt?
Aimée: (sichtlich angenervt) Keine Ahnung, sie hat es so kompliziert gesagt mit so vielen Fremdwörtern, es war voll anstrengend und sie hat immer von links und rechts gesprochen und Frau XXX hat versucht es an die Tafel zu malen, aber ehrlich Papa, sie hat selbst nicht gewusst, von was sie redet.
Vater: Aha
Lilly: (energisch) Die Politiker sollen doch zuhause bleiben!
Vater: Naja, sie wird ja auch was Gutes gesagt haben?
Aimée: Ja, sie hat uns erklärt, wie das Parlament funktioniert in Deutschland und in Hessen und in Marburg...
Vater: Ja, das ist auch wichtig. Hat sie euch auch gesagt, was ihr wählen sollst?
Aimée: Nein, sie...
Lilly: (ruft dazwischen) Mann Papa, man darf doch erst mit 18 wählen...
Aimée: Ja, sie hat gesagt, dass es wichtig ist, dass man mit 18 wählen geht und dass es egal ist, wen man wählt...
Lilly: (ruft wieder dazwischen): Das sagt die nur so und sie will dich beeinflussen und ist nett und dann bist du 18 und wählst sie!
Vater: (schweigt und staunt)
Aimée: Aber das ist doch noch so lang...
Lilly: Egal, was hat sie noch gesagt?
Aimée: Dass sie ein kleines Baby hat und ....
Lilly: (ruft wieder lautstark dazwischen): Warum erzählt die so was? Das interessiert doch niemand, die will nur nett sein!
Vater: Ähhh, naja, also ich finde das jetzt nicht so schlimm.
Lilly: Ich wähle die nicht.

Montag, Mai 16, 2011

"Emerging Christianity – Perspektiven einer Kirche der Zukunft"



Am Dienstag, den 7. Juni haben wir den Franziskanerpater Richard Rohr auf einer Stippvisite zu Gast. Er ist in Deutschland bekannt durch Bücher wie „Der Wilde Mann“, „Das Enneagramm“ oder „Ins Herz Geschrieben“. Richard Rohr ist Gründer des „Center for Action and Contemplation“ in Albuquerque, New Mexico, und ein gefragter und motivierender Redner.

Zuletzt habe ich „Ins Herz geschrieben“ gelesen, in dem Rohr die Weisheit der Bibel als spiritueller Weg beschreibt. Er tut dies sehr persönlich und schafft es immer wieder biblische Wahrheiten und Prinzipien in den Alltag umzusetzen. Nicht immer stimme ich ihm in allem zu, aber ich lese Rohr immer wieder mit großen Gewinn.

Seit einiger Zeit beschäftigt sich Richard Rohr mit der Frage, wie die Kirche der Zukunft aussehen wird. Dabei geht es ihm nicht um abstrakte Theorien, sondern um die Frage, was sich konkret und in der weltweiten Christenheit tut: Im Umgang mit konfessionellen und theologischen Unterschieden, in der Entdeckung eines praktisch gelebten Glaubens, in einem Denken, das nicht in Abgrenzungen steckenbleibt und in Strukturen von Gemeinschaft, die überschaubar sind und weniger „institutionell“ erscheinen als es bisher oft der Fall war. Sein Motto: “Wir denken uns nicht in neue Lebensweisen hinein, sondern leben in neue Denkweisen hinein.”

Vieles davon berührt sich dabei eng mit der "emerging conversation" und der Abend ist auch eine Begegnung zwischen “emergenten”, kontemplativen und anderen interessierten Christen. Pfr. Christian Sudermann, der Richard Rohr seit vielen Jahren kennt, hat uns für diesen Abend in die Markuskirche eingeladen.

Beginn ist um 19.00 Uhr, voraussichtliches Ende dann gegen 21.00 Uhr. Zur Deckung der Kosten sammeln wir eine Kollekte ein. Die Veranstalter sind: Emergent Deutschland, ELIA Erlangen und die Kirchengemeinde St. Markus. (St. Markuskirche, Sieglitzhofer Str. 4, Erlangen)