Freitag, August 19, 2011

„Vater-Tochter-Dialog 47“

Wir sitzen in Italien am Strand und ich lese Christine ein Zitat von Slavoj Žižek vor: „Es gibt einen Gott, er ist gut und reagiert auf unsere Wünsche, doch weil er nicht besonders gut hört und unsere Gebete häufig missversteht, ist er auch die Ursache des Bösen und unseres Unglücks“. Kaum bin ich fertig, entsteht plötzlich dieser Dialog:

Aimée: (an mich gewendet und entrüstet) Der glaubt aber nicht an Gott?
Vater: Äh, wer?
Lilly: Die Person, die das gesagt hat?
Vater: Žižek?
Lilly: (entschlossen und vorwurfsvoll) Ja, keine Ahnung wie der heißt, aber der Satz klingt als wenn er nicht an Gott glaubt!
Vater: Ja, stimmt, er sagt von sich dass er Atheist ist.
Lilly: (fragend) Was ist er?
Vater: Atheist heißt, dass er nicht an Gott glaubt. Allerdings denke ich, dass er eigentlich Agnostiker ist, also er weiß nicht so recht, ob er an Gott glauben kann. Er schließt es zumindest nicht aus, dass es einen Gott gibt.
Aimée: Also, wir glauben ja an Gott und er weiß nicht so recht, oder?
Vater: ja, so ungefähr....
Aimée: Und du glaubst aber auch an die Fabelwesen?
Vater: (irritiert) Was?
Aimée: Also die Dinger aus dem Wasser?
Vater: Hä???
Mutter: Ich glaube sie meint Einzeller?
Aimée: Genau, aus denen dann alles Leben kommt...
Vater: Ach so, ja kann ich mir zumindest vorstellen...
Lilly: Ich glaub das nicht!
Aimée: Vielleicht hat Gott durch Einzeller die Tiere geschaffen?
Vater: Ja, könnte sein.
Lilly: (etwas herablassend) Aber das muss man auch glauben!
Vater: Genau, wissen tut man das nicht. Das ist gar nicht so einfach mit dem Glauben, da hat der Autor von dem Satz (Žižek) schon recht und er weiß nicht so recht, aber er verteidigt den Glauben an Gott dann doch...
Lilly: (unterbricht mich, stellt sich hin und sagt sehr dominant) Doch, ich entscheide es selber und ich sage: Ich glaube und damit glaube ich, fertig.
Alle lachen

Montag, August 15, 2011

„Wenn die Kinder älter werden...“



verändern sich nicht nur die Spiele und die dazugehörigen Utensilien, sondern auch der Tagesrhythmus, zumindest im Urlaub. So haben wir dieses Jahr die ersten Ferien erlebt in denen die Kids morgens länger geschlafen haben als ihre Eltern (nach zehn Jahren!). Dafür sind wir abends (fast) gleichzeitig ins Bett gegangen. Aimée hat mehr Bücher gelesen als ich und zieht mich auch noch im Canasta ab. Lilly ist im Lago Maggiore geschwommen wie ein Fisch und kennt sich in meinem iphone besser aus als ich! Tja, was soll ich sagen, die Kinder werden älter...