Donnerstag, November 17, 2011

"Wie Steueroasen mit der Finanzkrise, Armut in der Welt und unserem Lebensstil zusammenhängen"



Im Rahmen unserer Studienwoche Gesellschaftstransformation hatten wir heute Markus Meinzer als Gastdozenten vom tax justice network zu Gast. Das Tax Justice Network setzt sich für Transparenz auf den internationalen Finanzmärkten ein und lehnt Geheimhaltungspraktiken ab. Zuerst referierte Markus Meinzer über den Sinn von Steuern und der daraus entstehenden Gerechtigkeit. Dabei zeigte er auf, dass vor allem die Steuereinnahmen aus Kapitel in den letzten Jahren drastisch gesunken sind. Die eigentlich gute Idee von Steuern wird in Deutschland zunehmend ausgehöhlt in dem die Durchlässigkeit des Kapitals in Steueroasen gefördert wird. Das Problem der Steueroasen (ein besseres Wort ist Schattenfinanzzentren) ist nicht, dass dort niedrige Steuern sind, sondern, dass die dortigen Finanzgebärden keinerlei Transparenz bieten.
Der alle zwei Jahre von TJN erstellte Schattenfinanzindex führt erstaunlicherweise im Jahr 2011 Deutschland auf Platz 9 (auf dem ersten Platz steht wie erwartet die Schweiz).
Nach TJN-Schätzung werden 11,5 Billionen US$ an Privatvermögen in Offshore-Zentren geparkt, dies bedeutet 255 Mrd. US$ Steuerverluste (Vgl: Hilfszahlungen der gesamten OECD-Staaten an Entwicklungshilfe beträgt 100 Mrd. pro Jahr). Gerade die illegalen Kapitalströme sind ein großes Problem, wie bspw. aus Entwicklungsländern. Für jeden US$ an öffentlicher Hilfe, der nach Afrika hineinfließt, verlassen Afrika unter dem Tisch 10 US$ illegal (ca. 5% Bestechung; 35% kriminelle Gelder – Drogen, Waffen, Kinder; 60% Preismanipulationen im Außenhandel). Gerade die Preismanipulationen im konzerninternen Handel stellen ein riesiges Problem dar. (OECD 2002: ca. 60%; Gesamtvolumen Welthandel 2010: 16 Billionen USD, WTO 2010).
Daneben ging es um die aktuelle Wirtschaftskrise und es gab eine theologische Einordnung zum Thema Besitz und Geld und die Gefahr der Gier und Verführung durch den Überfluss in reichen Gesellschaften.
Sehr herausfordernd.

Den Vortrag und die PP dazu gibt es in den nächsten Tagen auf der HP vom Studienprogramm Gesellschaftstransformation

Sonntag, November 13, 2011

„Religionsfreiheit & Verfolgung“

Heute ist der „Weltweite Gebetstag für verfolgte Christen“ und glaubt man den Statistiken, so ist dies auch bitter nötig, da es noch niemals so viele verfolgte und bedrängte Christinnen und Christen auf der Welt gab, wie heute. Deshalb ist war es gut heute im Gottesdienst davon zu hören, informiert zu werden und sich Zeit für das Gebt zu nehmen. Aber es neben dem Gebet gilt es auch das „Gute zu tun“ und dies ist manchmal gar nicht so einfach, zum einen, weil die Informationen nicht eindeutig sind, wie zum Beispiel im „arabischen Frühling“, der auf der einen Seite ein Wunder ist, Freiheit und Demokratie bringen könnte, aber vielleicht sind ausgerechnet die Christen die Verlierer, wie die Zeit letztens berichtete. Zur Zeit besucht „Blogger Andrew“ Ägypten und berichtet von der dortigen Situation, sehr lesenswert. Zum anderen liegt das Problem auch auf der persönlichen Ebene, denn es ist schon fast zynisch, wenn ich gegen die Christenverfolgung bete, aber von den „Ergebnissen“ in Form von günstigen Waren profitiere. Politisch aktiv sein, ist eine andere Möglichkeit die heute mit einfachen Mittel anzuwenden ist, zum Beispiel, dass man eine ">Petition unterschreibt, was hier möglich ist. Aktuelle Informationen zum Thema Religionsfreiheit und Christenverfolgung gibt es regelmäßig vom International Institute for Religious Freedom. Allerdings sollte uns dieser Tag auch daran erinnern, dass Religionsfreiheit nicht nur für Christen, sondern für alle Religionen gelten muss, in Deutschland und in jedem anderen Land.