Sonntag, Januar 29, 2012

„Inno und die Frage, wie wir leben sollen“


Impressionen von Inno2012 - Innovationen für die Kirche von heute from Jesus.de-Redaktion on Vimeo.



Eine volle Woche liegt hinter mir und vor allem Inno2012 hat sehr viel Spaß gemacht. Zum ersten Mal gab es Inno und ca 400 Leute sind gekommen und haben sich auch am neuen Präsentationskonzept beteiligt. Der Gedanke, dass alle sich beteiligen können und kein Redebeitrag auf der Hauptbühne länger als zehn Minuten geht hat grundsätzlich ganz gut funktioniert, wobei man sich erst noch daran gewöhnen muss, dass die vertiefenden Gespräche in den Foren und der Facetime stattfinden. Herausragend war die Vielfalt von freikirchlichen, kirchlichen und entkirchlichten, ganz jungen und schon verdienten Teilnehmern und ganz unterschiedlichen Frömmigkeitsstilen. Das macht Hoffnung.  Die Integration von Kunst und Künstler als wichtiger Bestandteil der Inno ist suboptimal gelungen. Toll war, dass einige Künstlerinnen und Künstler gekommen sind und tolle Bilder, Totos und Skulpturen ausgestellt haben. Sehr faszinierend. Vielen Dank! Aber die Idee mit der Künstlermeile ging nicht so richtig auf, besser wäre es gewesen die Kunst in die Gesamtausstellung zu integrieren. Inhaltlich gibt es viel Grund zur Hoffnung, viele tolle und innovative Projekte haben sich präsentiert. Inhaltlich gab es vor allem zwei große Themenbereiche, zum eine die Frage, wie Christsein und Gemeinde eine gesellschaftsverantwortliche Rolle für den eigenen Ort spielen kann und zum anderen die Frage, wie wir als Christen ethisch Leben können. Dabei gab es viele unterschiedliche Positionen und Meinungen, von einer klaren Gesetzesethik bis zum Plädoyer einer bedingungslosen Liebe, die keine Bedingungen stellen darf. Aber es gab auch Stimmen, dass die Frage der Ethik überbewertet wird, wie es ein Satz von der Bühne ausdrückte: „Ethik ist nur eine Fußnote des Glaubens.“ Da würde ich widersprechen und ich sehe, dass dies eine der dringendsten Fragen ist, denen wir uns stellen müssen. Insgesamt war Inno2012 eine gelungene Veranstaltung, die unbedingt wiederholt werden sollte...

Filmimpressionen by Rolf Krüger

Kommentare:

Philipp Mertens hat gesagt…

Danke für die Zusammenfassung, Toby! Ähnlich wie Du kann ich dem Zitat überhaupt nicht zustimmen, Ethik sei lediglich Fußnote des Glaubens. Je länger ich mich mit jüdischem Denken befasse, desto mehr schüttelt mich solch eine Aussage. Zu Luthers Zeit war es ja sicherlich richtig, den Fokus von einer Werksgerechtigkeit wegzunehmen und auf die Gnade Gottes durch Jesus hinzuweisen. Aber sind wir doch mal ehrlich: Ist es nicht genauso Werksgerechtigkeit, wenn ich den richtigen Glauben haben muss? Und verlassen wir mit dem stiefmütterlichen Behandeln von Ethik (sei im direkten sozialen Umfeld, in der Politik oder wo auch immer) nicht völlig unsere biblischen Grundlagen? Man werfe nur einen Blick in die Propheten oder schaue sich Jesus selbst an. Natürlich geht es dort auch darum, eine gesunde Theologie zu besitzen (z.B. den Gott Abrahams, Isaaks, Jakobs; nicht irgendwelche Götzen); aber genauso geht es um richtiges Handeln (soziale Gerechtigkeit, sich um Kranke kümmern, etc.) und eine gesunde Spiritualität (alles, was irgendwie in den Bereich der Affektionen geht). DIe Schwierigkeit dürfte sein, die drei Bereiche im Gleichgewicht zu halten. Das wird vielleicht die Herausforderung der nächsten Jahre und Jahrzehnte sein.

Grüße,
Philipp

Christoph hat gesagt…

Yep, so ungefähr war's und isses. Verbessern könnte man vielleicht etwas an der Themenstellung für die Plena. Differenziertere und provokantere Themen würden wahrscheinlich differenziertere und provokantere Beiträge generieren. Denke vor allem an die Plena 1 + 2, Plenum 3 war anders.

Tobias Faix hat gesagt…

@philipp: Die drei Bereiche gefallen mir, da könntest du doch mal was ausführlicheres schreiben! :)

Tobias Faix hat gesagt…

@christoph: Ja, daran muss gearbeitet werden, wobei es bei uns im Forum 5 inhaltlich schon ganz schön zur Sache ging.... :)

Christoph hat gesagt…

@tobi wobei ich grade bei eurem forum mehr input gebraucht hätte. ich weiß, ein forum ist ein forum. aber ich hätte lieber euch beiden ne stunde zugehört als 15 anderen, die auch nur fragen haben. stehe didaktisch mehr auf das frontale als auf "gruppenarbeit". :-)

Tobias Faix hat gesagt…

KinoKirche oder was? ;)

Ich bin mir da nicht sicher, wie viele Predigten hören wir Christen udn wie wenig ändert sich, aber vielleicht ist das bei euch wirklich anders?