Donnerstag, August 16, 2012

„mbs Magazin: Interkulturelle Arbeit“

Als mbs Studienprogramm wollen wir in unregelmäßiger Reihenfolge ein mbs magazin online herausbringen, in dem wir uns mit verschiedenen Themen aus den Studienprogrammen Gesellschaftstransformation und Development Studies & Transformation beschäftigen. Dieses mal dreht sich alles um interkulturelle Arbeit, das wir aus verschiedenen Perspektiven anschauen wollen. Prof. Dr. Miroslav Volf erklärt in einem Interview, warum Christen sich in öffentliche Debatten einmischen sollen. Im September erscheint dazu sein wichtiges Buch “Von der Ausgrenzung zur Umarmung: Versöhnendes Handeln als Ausdruck christlicher Identität“, worauf ich mich schon sehr freue. Am 15. & 16. März kommt Volf übrigens zu den 6. Marburger Studientagen Gesellschaftstransformation. Matthias Gibhard berichtet hautnah, wie interkulturelle Arbeit in „seinem“ Familienzentrum“ in Berlin aussieht. Der Entwicklungshelfer Matthias Leibbrand berichtet über seine herausfordernden Transformationsprojekten im Jemen. Dazu passt ein Interview zum Thema „Entwicklungszusammenarbeit & Mission“ mit dem Missionswissenschaftler Prof. Dr. Richebächer von der Universität Marburg. Dr. Thomas Kröck stellt das neue Studienprogramm „Development Studies & Transformation“ vor, das im Herbst 2012 am mbs startet. Dazu gibt es Buchrezensionen und einiges mehr, hier online!

Kommentare:

Hanex hat gesagt…

Hallo Toby!
Vielleicht ist schon mal aus meinen KOmmentaren ersichtlich geworden, dass ich etwas kritisch bin bezüglich GT usw.
Das in der aktuellen Ausgabe ein Buch von Brian Mc Laren beworben wird, der mehrfach gezeigt hat, dass er kein echter Christ, sondern vielmehr ein NewAger ist, der Christen verführt, stellt die geistliche Urteilsfähigkeit der Mitarbeiter dieses Studienganges doch stark in Frage. Wer empfielt denn bitte christlichen Studenten "Lehrer" , die den Herrn Jesus Christus auf eine Stufe mit Mohamed und Budda oder Mose stellen? Mich schockiert das doch sehr.
Mit Sauerteig kann man einfach nicht "spielen", ohne selbst durchsäuert zu werden.

Ein kleiner Link:
http://www.youtube.com/watch?v=LsR5esFYqEg&feature=player_embedded
Da bleiben wohl kaum Fragen offen …

Lg Hanex

Tobias Faix hat gesagt…

Hi Hanex, ja, ist mir aufgefallen und das ist ja auch gut so! Zu Brian McLaren neuen Buch kann ich nichts sagen, da ich es nicht gelesen habe (ist ja auch noch nicht veröffentlicht:)) und der Trailer sagt ja nur, dass die verschiedenen Religionen sich nicht bekriegen sollen, sondern über ihre Identität nachdenken und den Dialog miteinander suchen sollen. Vielleicht ist das für Amerika eine "neue Art von Christsein", in Deutschland würden dem wahrscheinlich fast alle zustimmen, wer hält "Religionskrieg" für eine Lösung? Zu dem Buch, das wir bewerben, kann ich nur sagen, dass du es mal lesen solltest, es setzt sich damit auseinander wie Kreuz und Auferstehungskraft Jesu tatsächlich in unserer heutigen Gesellschaft den Unterschied ausmachen kann, in einer Gesellschaft die oftmals von kapitalistische Raffgier und Unbarmherzigkeit regiert wird, macht das Reich Gottes den Unterschied.

Ach und noch was, bevor mal öffentlich die "geistliche Urteilsfähigkeit" anderer in Frage stellt, sollte man sich seiner Sache schon sicher sein, sonst verstößt man gegen das 9. Gebot und das ist nicht gerade bibeltreu! :)

Hans-Christian Beese hat gesagt…

Hey Tobias,

Ist McLaren jetzt endgültig bei den Bahai gelandet?

Er sagt hier nicht nur, dass die Religionen sich nicht bekriegen sollen (was ja so von Christus auch nie gesagt wurde, der „nicht [nur] gekommen ist, Frieden zu bringen, sondern [auch] das Schwert“), sondern dass seiner Ansicht nach Christus heute mit falschen Propheten und Götzen gemeinsam „Menschen auf den Weg der Wahrheit führen würde.“

McLaren ist selbst innerhalb der EmCh-Bewegung höchst umstritten und vielen ihrer Anhänger langsam peinlich.

Dass sie nicht die Strukturen und die Fähigkeit besitzt, sich von Leuten wie ihm zu distanzieren, macht die EmCh-Bewegung leider zum Sicherheitsrisiko für die christliche Kirche.

Viele Grüße, Christian

Tobias Faix hat gesagt…

Ja klar ist McLaren umstritten, aber das ist doch kein Problem, wir sind doch alle Erwachsen und können uns unser eigenes Bild machen. Und warum soll man sich von ihm distanzieren? Die EmCh Bewegung ist ja kein geschlossener Club, nicht mal eine Kirche, da darf jeder und jede sagen was man will! :) Ist übrigens bei den meisten Bewegungen und auch Kirchen so, Heterogenität ist ja ein Reichtum, selbst bei den (Neu)Refomierten! ;)

Hans-Christian Beese hat gesagt…

Haha! "Heterogenität" ist ein schöner Euphemismus für Duldung von offensichtlichen Irrlehren.
gerade deswegn habe ich die EmCh ja Sicherheitslücke der christlichen Kirche genannt, weil unwidersprochen "jeder sagen kann, was er will" und seine Proselyten sammeln kann.
Wenn alle so "erwachsen" wären, wieso bräuchte die Gemeinde dann Wächter?
Weil eben viele gar nicht so erwachsen (oder: geistlich reif) sind und Leuten wie McLaren alles abkaufen, weil sie es nett verpacken können.

Der aufgefahrene Christus äußert sich zu einer solchen "Heterogenität" recht eindeutig:

"Also hast du auch, die an der Lehre der Nikolaiten halten: das hasse ich."

Tobias Faix hat gesagt…

Was ist für dich eigentlich die christliche Kirche und wer gehört dazu?

Hans-Christian Beese hat gesagt…

Wer genau dazu gehört, weiß Gott allein.
Die christliche Kirche ist die unsichtbare Gemeinschaft aller wiedergeborenen Kinder Gottes.
Und da viele davon mit Gewissheit auch in der EmCh-Bewegung gelandet sind, sehe ich diese akut allen möglichen unkontrollierten geistigen Einflüssen ausgesetzt, weil niemand sich veranlasst sieht, sie davor zu bewahren.
Weil keine Hirten da sind, geht die Herde in die Irre.
Das muss man sich mal vorstellen, welch sträfliche Gedankenlosigkeit!
Gottes Herde, den Wölfen ausgeliefert, weil wir um jeden Preis "heterogen" sein wollen!

"Du Menschenkind, ich habe dich zum Wächter gesetzt über das Haus Israel; du sollst aus meinem Munde das Wort hören und sie von meinetwegen warnen."

Viele Grüße und gute Nacht!
Christian

Hanex hat gesagt…

Hallo Toby,

es ist ja nicht nur die Zustimmung oder das Stehenlassen des Herrn Mc Laren eurerseits. Wenn man sich mal die Auswahl der Dozenten anschaut, kann man da auch bei anderen interreligiöse Züge feststellen wie z.B. bei Herrn Volf, Frau Brudereck, Herrn Reimer - die fallen mir spontan ein.
Und eine Buchempfehlung von Anselm Grün.
Die Kritik, einen katholischen Theologen mit einzubeziehen, wird wahrscheinlich ebenso verhallen - vor lauter "Hetereogenität" (wenn man dass so sagen kann).
Heute gibt es wohl nichts mehr, was dem echten Glauben (bei dem man sich heute fragt, ob es den überhaupt gibt) schaden kann?
Wer die tödliche Gefahr der Wölfe, Irrelehrer und Verführer oder diese selbst leugnet oder verharmlost - was soll man dazu sagen?

Lg Hanex

Hanex hat gesagt…

Kleiner Nachtrag an Toby.
Was muss man heute denn tun, um ein Irrlehrer, Verführer oder Wolf im Schafspelz zu sein?
Wer, wenn nicht Mc Laren erfüllt diese Kriterien?

Lg
Hanex

Tobias Faix hat gesagt…

@hanex: Die Antwort aus deiner Sicht ist einfach: Ich bin es. Das ist auch in Ordnung, weil am Ende nicht du entscheiden wirst, sondern Gott.

Tobias Faix hat gesagt…

@christian: Sorry, aber es reicht nicht Bibelverse aus dem Zusammenhang zu reißen und mit Inbrunst zu behaupten, dass dies die einzig mögliche Wahrheit sei. Du bist zu intelligent um das wirklich zu glauben. Zur Wahrheit müssen sich laut Bibel immer auch Liebe und Gnade gesellen, sonst wird sie hart und falsch. Ständig nur die Fehler der anderen zu sehen ist aus meiner Sicht nicht genug, selbst wenn du in allen Punkten recht hättest...

Hanex hat gesagt…

Lieber Toby!
Die Frage mit dem Herrn Laren war eher retorisch gemeint.
Jeder hat so seine Meinung, aber die Sache mit den Irrlehrern usw. sollte weniger eine eigene Meinung als eine biblisch fundierte Meinung sein.
Man kann ja nicht so tun, als ob man nicht wissen kann, ob jemand ein "Wolf" ist oder nicht. Wenn die Bibel z.B. im Judasbrief so eindringlich vor ihnen warnt - dann tut sie das doch nicht ins Blaue. Natürlich wird sich am jüngsten Tag alles zeigen, aber den Wahrheitsgehalt dieses Themas darauf zu beschränken wäre wohl eher Fatalismus.
Abgesehen davon hast du einen Doktor und ich nicht. Wenn wir beiden nebeneinander stehen würden, würden sie wohl eher auf dich hören als auf mich. Aber das hat nicht unbedingt was zu sagen.
Ich lese Bibel und wenn man das länger macht, dann kann Gott einem in seiner Gnade tatsächlich dadurch zeigen, ob etwas mit dem Kontext der Bibel übereinstimmt oder nicht, ob etwas weggelassen oder hinzugedichtet ist. Auch ohne Theologiestudium.
Das kann allerdings auch mal 15 Jahre dauern.

Lg
Matthias

Hans-Christian Beese hat gesagt…

Lieber Toby,

Du sprichst meine Intelligenz an. Ich bin gewiss, es gibt in euren Reihen intelligentere Leute als mich.

Das gegenwärtige Thema liegt mir sehr am Herzen, deshalb mein „in ceterum censio…“. Das hat mit Liebe zu tun: Liebe zu Wahrheit und Liebe zur Gemeinde.

Mit Irrlehren dürfen wir keine Kompromisse schließen. Das wäre falsch verstandene „Liebe und Gnade“.

McLaren ist im Grunde genommen nur konsequent: Er denkt den Ansatz der (post)modernen Theologie halt weiter. Er ist insofern kein Wolf im Schafspelz, sondern nur ein konsequenterer Wolf.
Die biblischen Grenzmarkierungen des christlichen Glaubens stehen längst zur Disposition. Leute wie McL. treten nur noch mal nach.
Deshalb ist es Quatsch, über ihn zu reden, und deswegen schreit angesichts seiner Thesen auch kaum noch jemand auf.

Viele Grüße, Christian

Tobias Faix hat gesagt…

@matthias: ein Doktor nützt im Himmel nichts! und manchmal auch nichts auf Erden, zumindest macht einer eine Meinung nicht "wahrer"!
Natürlich soll und muss man die Dinge prüfen, aber im Laufe meines bisherigen Lebens habe ich so viele "biblische Wahrheiten" gehört, die andere verurteilt haben, ohne, dass sie jemals mit den Menschen gesprochen haben. Wahrheit kann auch eine "Waffe" werden und es ist sicherlich nicht immer so einfach das richtige Maß zu finden, darin sind wir uns dann doch alle gleich...

Tobias Faix hat gesagt…

Lieber Christian,
ich bin nicht der "Anwalt" von McLaren und habe wie gesagt das neue Buch nicht gelesen. Was ich bisher gelesen habe, fand ich zum Teil ganz hilfreich, anderem stimme ich nicht zu, aber ist das nicht bei den meisten Büchern die man liest so? Ich verstehe nicht, warum sich manche Leute über McLaren aufregen, so spektakulär ist das wahrlich nicht....

Hans-Christian Beese hat gesagt…

Nein, da hast du Recht. McLarens Sachen sind plump und provokant. Ich wundere mich, dass Leute ihm das abkaufen.
Ich selbst muss gestehen, dass ich Bücher und Autoren gefunden habe, denen ich uneingeschränkt zustimmen kann. Von den Zeitgenossen kann ich insbesondere Cornelius Van Til nennen.

Tobias Faix hat gesagt…

ok, kenne ich nicht so gut, aber kann ich mir vorstellen, dass das passt: Calvinist & Apologet! :)

Hans-Christian Beese hat gesagt…

Nun, manchmal denke ich, nach deinem Empfinden stehen sich hier trockene, nutzlose metaphysische und epistemologische Erwägungen einerseits, und relevante, verändernde, lebendige Anwendung des Evangeliums andererseits gegenüber.
Das ist jedoch nicht der Fall. Denn dem, was ihr verkündet, liegen ebenfalls sowohl metaphysische als auch epistemologische Voraussetzungen zugrunde – nur andere, die ihr allerdings nicht für notwendig empfindet zu erläutern oder zu begründen.
Mit anderen Worten, das auf Nützlichkeit (sei es seelsorgerlicher oder gesellschafts-transformatorischer Art)konzentrierte Evangelium der emergenten Christen impliziert sowohl eine Metaphysik, als auch eine Epistemologie, als auch einen Satz von Dogmen (die zwar nicht Dogmen genannt werden, denen aber in der argumentativen Praxis dieselbe, selbstverständliche Gültigkeit zugemessen wird), wie zum Beispiel das Dogma von der geschichtlichen Kontextualität.

So nennt Johannes Hartl beispielsweise 7 Dogmen postmoderner Theologie:

1.) Die gemeinsame Kultur ist das, was uns mit einer Personengruppe verbindet.
2.) Christlicher Glaube hat sich in jeder Epoche neu definiert.
3.) Wir leben in der Postmoderne.
4.) In der Postmoderne wird »absolute Wahrheit« unglaubwürdig.
5.) Religiöser (auch christlicher) Fundamentalismus führt zu Intoleranz.
6.) Das Evangelium muss so übersetzt werden, dass es eine gute Nachricht für alle ist.
7.) Das Neue Testament zeichnet unterschiedliche Bilder von Jesus und muss nicht wörtlich genommen werden.

Tobias Faix hat gesagt…

Wer ist Johannes Hartl? Und was sind das für komische Thesen? Ich verstehe den Zusammenhang nicht.

Natürlich gibt es eine Epistemologie, ohne geht es ja gar nicht und natürlich leben wir alle mit der Prägung aus Vergangenheit udn Biographie, was ich ja schon seit Monaten behaupte! :) Eine "emergente Dogmatik" gibt es aber (noch) nicht, jedenfalls ist mir davon nichts bekannt...

Hans-Christian Beese hat gesagt…

Ich wiederum verstehe nicht, wie der Zusammenhang zwischen Biographie und Epistemologie funktionieren soll.

Epistemologie und Metaphysik sind keine folkloristischen Eigenarten wie Dialekt, Kleidung oder Essgewohnheiten.

Sie ergeben sich aus unserem Verständnis von Gottes Wesen und Offenbarung:

die grundlegende Fragen: Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen? Und vor allem: Wie kann ich erkennen? Was ist ein Fakt? etc.

Eine "emergente Dogmatik" gibts natürlich in dem Sinne nicht, wirds auch bei eurer Abneigung gegen Grundsatzschriften und eurer programmatischen Uneinheitlichkeit wohl nie geben;
aber es gibt (a) immer wiederkehrende a prioris, die wie Dogmen gehandhabt werden, und (b) eine auffällige Häufung von Meinungsübereinstimmung zu bestimmten Themen.

Hartl ist lediglich ein publizierender christlicher Zeitgenosse, und seine "Dogmen"-Liste ist sicher unvollständig.

Der Punkt ist der, dass emCh-Anhäger ihre Denkvoraussetzungen bewusst mit dem historischen Christentum auf Kollisionskurs bringen.

Und diese Denkvoraussetzungen sind es, die ich herausfordere und die ich diskutieren möchte, weil ich der festen Überzeugung bin, dass sie von der Klarheit und Transzendenz der biblischen Botschaft wegführen.

Tobias Faix hat gesagt…

Hhmm, die Frage nach dem Zusammenhang zwischen Biographie und Epistemologie ist doch offensichtlich, sie hängt doch genau mit den Fragen zusammen die du als grundlegende Fragen beschrieben hast: Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen? Und vor allem: Wie kann ich erkennen? Was ist ein Fakt? etc.
Diese Fragen werden je nach dem wo und wie ich aufwachse unterschiedlich beantwortet. Die Erkenntnisfähigkeit des Menschen hat ja elementar mit der kulturellen Geschichte des Landes zu tun in dem er aufwächst. Die von dir gestellten Fragen werden also im Kongo anders beantwortet als in Mikronesien oder Deutschland. Deshalb spielt die biographische Prägung eine zentrale Rolle in unserem Erkenntnisprozess.

Hans-Christian Beese hat gesagt…

Ich bin mir gewiss, dass ich mit einzelnen Christen im Kongo, oder in Mikronesien größere gedankliche Übereinstimmung über diese Fragen vorfände als mit anderen, die in Deutschland leben. Es hat weniger mit deiner geografischen und kulturellen Einbindung zu tun, als mit deiner eigenen gedanklichen Entwicklung, dem, was du liest, was wiederum von deinen Interessen, deiner gedanklichen Entwicklung, bestimmt wird, die wiederum davon bestimmt werden, was du abends vor dem Einschlafen, oder auf dem einsamen Spaziergang denkst. Wieso entwickeln sich denn Leute aus einem "Kulturkreis" nicht irgendwie einheitlich? Woher kommt Neues? Wieso gibt es Querdenker? Das sind keine Auseindersetzungen zwichen "Kulturkreisen", sondern zwischen Denkweisen und Erkenntnisansätzen.

Eure Hypothese der Kulturrelativität allen Denkens beruht, wie gesagt, nicht auf Fakten (a posteriori), sondern auf a priori-Annahmen.

Tobias Faix hat gesagt…

Klar, es gehören immer mehrere Ebenen dazu, jeder Mensch bringt ja Entscheidendes mit, bleibt aber doch in seiner Kultur und dann ist die Frage, wem begegnet dieser Mensch? Bist du dir sicher, dass Menschen gibt, die fernab jeder bisherigen Kultur leben und deinen calvinistischen Glauben teilen? Ich denke, dass da mehr dazu gehört...

Hans-Christian Beese hat gesagt…

Ich bin mir gewiss, dass Menschen aus "fremden Kulturen", fernab unserer "Zivilisation" zu einem Glauben gelangen können, der dem calvinistischen Glauben nahe kommt, auch wenn ihnen keine Institutio vorliegt, weil ich den den calvinistischen Glauben für den konsequentesten, schlüssigsten Ausdruck des biblischen Evangeliums halte.
Als Petrus Jesus "Christus, den Sohn des lebendigen Gottes" nannte, versicherte dieser: "Selig bist du, Simon, Jona's Sohn; denn Fleisch und Blut (i.e. deine kulturelle, intellektuelle Einbindung, dein jüdischer Hintergrund etc.) hat dir das nicht offenbart, sondern mein Vater im Himmel."

Trinität, Wesen Gottes, Wesen und Folgen der Sünde, Ausmaß unserer Verlorenheit und Erlösungsbedürftigkeit – all das sind Themen, die wir nicht aus unserem geschichtlichen und kulturellen Hintergrund heraus erkennen, sondern aus direkter Offenbarung durch den Geist Gottes.

Tobias Faix hat gesagt…

Na, ich hoffe, dass Menschen, wo auch immer, zum Glauben an den lebendigen und dreieinigen Gott kommen. Wenn dieser Glaube dem calivinistischen Nahe kommt, soll es mir auch recht sein...:)

Hans-Christian Beese hat gesagt…

Du hast Recht: Für die Errettung ist es nicht notwendig, theologisch alle Fragen durchdacht zu haben. Vertrauen in Christus ist entscheidend.
Doch auf die Dauer ist sowohl im persönlichen Christsein, als auch im Gemeindebau Wach
stum in der Erkenntnis von Bedeutung.

Das siehst du ja ebenso, nur dass du andere Vorstellungen davon hast, in welche Richtung sich dieses Wachstum entwickelt.

rebi edel hat gesagt…

Danke Tobias für die Arbeit die Du tust mit dem Blog und danke auch, dass Du Dich auf Diskussionen einlässt.
Ich schätze das.
Grüsse auch an Deine Familie.

Hanex hat gesagt…

Lieber Toby!
Ich hatte Dich wegen "Brian" angesprochen und ich war der Meinung, dass bei diesem Mann keine Fragen offen bleiben, was seine Integrität als "Christ" angeht.
Wenn ich höre, dass er die Hochzeitszeremonie seines Sohnes mit einem anderen Mann ausgeführt hat, dann bleiben nochmal keine Fragen offen.

Noch Fragen?
http://apprising.org/2012/09/24/brian-mclaren-leads-ceremony-at-sons-same-sex-wedding/

Liebe Grüße
Haney

Tobias Faix hat gesagt…

Danke für den Hinweis.Habe ich nicht gewusst.
Aber was bedeutet das jetzt? Verliert er jetzt seine Glaubwürdigkeit? (Die er ja bei den Konservativen nie hatte! :)) Oder ist das was er schreibt dadurch mehr oder weniger richtig? Ich denke, dass man über das Thema Homosexualität unterschiedlicher Meinung sein kann, aber es ist ja kein Gradmesser, ob jemand Christ ist oder nicht. Oder deswegen wird ja eine getätigte Aussage über den Umgang mit dem Kapitalismus (wie in dem von uns empfohlenen Buch) nicht richtiger oder falscher!

Hanex hat gesagt…

Lieber Toby,

danke für die Antwort. Von der Bibel her ist Homosexualität, ich hoffe wir stimmen überein, eine Sünde. Nicht nur das, sie schließt auch vom Reich Gottes aus wie viele andere Sünden auch.
Aber eine positive Einstellung zur Homosexualität als sog. Christ wäre schon ein deutlicher Hinweis darauf, dass jemand das Wort Gottes nicht ernst nimmt. Vor allem dann, wenn er nicht am Anfang, sondern schon ein fortgeschrittener Gläubiger ist, einer der nicht am Anfang steht.
Und ob so jemand wirklich ein wiedergeborener Christ ist, ist dann mehr als fraglich — es sein denn, er tut darüber Buße und wendet sich davon ab. Ansonsten sind wir Christen gefordert, uns von solchen Abzuwenden. 1 Tim. 6,5
Zur „Kompetenz“ solcher Leute fällt mir immer wieder Psalm 1 ein:
1 Wohl dem, der nicht wandelt nach dem Rat der Gottlosen, noch tritt auf den Weg der Sünder, noch sitzt, wo die Spötter sitzen,
2 sondern seine Lust hat am Gesetz des Herrn und über sein Gesetz nachsinnt Tag und Nacht.

Tobias Faix hat gesagt…

Naja, so einfach ist das glaube ich nicht. Wenn wir über Sünde nachdenken, dann müssen wir es erstmal grundsätzlich tun, erst dann können wir auf einzelnes Fehlverhalten eingehen, sonst sucht sich jede und jeder seine "Lieblingssünden" aus udn es wird wirklich willkürlich. Dann wird die Bibel zu einem moralischen Nachschlagewerk der Gesetzlichkeit und damit werden wir dem Wort Gottes sicherlich nicht gerecht.

Hanex hat gesagt…

Lieber Toby,

ich denke nicht, dass es Lieblingssünden sind,aber im Fall der Homosexualität sieht man eindeutig ein einknicken und schwachwerden vieler Kirchen - allen voran die EKD. Voreheliches Zusammenleben ohne irgendwelche Sanktionen waren wahrscheinlich nur die Vorhut - schlimm genug, dass dies in Gemeinden kaum sanktioniert wird (Wie es aber die Bibel fordert um der Reinheit und Heiligkeit der Gemeinde Jesu willen).

Ist es nicht ein Symthom des Verfalls, wenn HS so offen (auch von Christen) akzeptiert wird obwohl die meisten wissen, dass es definitiv daneben ist? Schon heute werden Christen angefeindet, weil sie sagen, dass HS Sünde ist. In England wurde ein Straßenprediger festgenommen, als er gefragt wurde, ob HS eine Sünde ist und dies bejate (Er predigte nicht mal darüber).
Meinst Du nicht, das heutzutage mehr Rückgrad dazu gehört HS eine Sünde statt eines Lebensentwurfs zu nennen - Natürlich nicht vor denen, die HSelle sowieso verachten oder Witze über sie reißen. Mit solche müsste man über andere Sünden reden. Viele Christen werden sich hüten, da eine klare Position vor Ungläubigen zu beziehen - es könnte Missfallen geben.

Es geht ja wie bei allen Sündenbenennungen nicht darum, die Menschen zu verdammen oder schlecht zu machen (das sind sie sowieso), sondern vielmehr ihre tiefsten Nöte und eigentlichsten Probleme beim Namen zu nennen und klar den Ausweg zu zeigen. Einige warten drauf, die anderen stürzen sich drauf. Aber so ist das Evangelium - entweder Duft vom Leben zum Leben oder Duft vom Tod zum Tode.

Nicht nur mit seiner Einstellung zur HS hat Brian Mc Laren bewiesen, dass er nicht als Christ ernst genommen werden kann. Es ist ja nicht so, dass er irgendwie zaghaft mit solchen Sachen wäre. Er ist überzeugt und überzeugt andere. Und das war schon immer gefährlich. Einen solchen Menschen kann man nicht ernsthaft zuhören, ohne selbst „sauer“ zu werden.
Und deswegen werde ich mich weiter an Psalm 1 halten und kein Buch seiner Kategorie lesen.

Die Bibel ist tatsächlich auch ein gesetzliches Nachschlagewerk, in dem unsere Sünden sehr genau definiert und bewertet werden. Und jeder, mit diesem zutiefst übereinstimmt, wird Jesus lieben, weil dieser Jesus das geschafft hat und schafft, was kein Mensch von sich aus kann - alle Forderungen des Gesetztes zu erfüllen und uns im Glauben Anteil daran zu geben.
"Die Sünde hätte ich nicht erkannt als nur durch das Gesetz". Diesem "Katalog" muss sich jeder aussetzen, damit Jesu Werk groß in unserem Leben wird. Wozu brauchen wir sonst den Herrn Jesus, wenn nicht ein klares und unerbittliches rechtes Gesetz Klarheit geben würde darüber, das wir trotz aller Anstrengungen verloren sind?

Tobias Faix hat gesagt…

Lieber Hanex,
da sind wir tatsächlich unterschiedlicher Auffassung, was die Bibel betrifft: "Die Bibel ist tatsächlich auch ein gesetzliches Nachschlagewerk, in dem unsere Sünden sehr genau definiert und bewertet werden." Die Bibel beschriebt die meiner Meinung die große Geschichte von Gott und den Menschen mit allen Brüchen und mit allen Wiederherstellungen dieser Beziehung. Die Frage, die sich bei deiner Definition natürlich stellt ist, was für ein Gottesbild du denn hast und nach welchen Maßstäben du das gesetzliche Nachschlagewerk benutzt? Wörtlich nimmst du es ja auch nicht, was ist dein Zugang, warum du manche Gesetze sehr betonst, manche dagegen gar nicht ernst nimmst oder gar ignorierst?

Hanex hat gesagt…

Hallo,

Ich hätte mich beinahe wiederholt, wenn ich nicht meine letzten Kommentar nochmal gelesen hätte, in dem meiner Meinung nach schon viel zum Gesetz gesagt ist. Prägnat wäre aus 1 Tim. 1 ...
8 Wir wissen aber, dass das Gesetz gut ist, wenn es jemand recht gebraucht,
9 weil er weiß, dass dem Gerechten kein Gesetz gegeben ist, sondern den Ungerechten und Ungehorsamen, den Gottlosen und Sündern, den Unheiligen und Ungeistlichen, den Vatermördern und Muttermördern, den Totschlägern,
10 den Unzüchtigen, den Knabenschändern, den Menschenhändlern, den Lügnern, den Meineidigen und wenn noch etwas anderes der heilsamen Lehre zuwider ist,
11 nach dem Evangelium von der Herrlichkeit des seligen Gottes, das mir anvertraut ist.


Ich will nicht sagen, das ich völlige Erkenntnis über Gottes Wesen haben, aber meine Umkehr hatte viel damit zu tun, dass ich anfing, Gott zu fürchten - nicht unbegründet, denn im Falle meines Todes wäre ich in die Hölle gegangen. Der Anfang der Weisheit ist die Furcht Gottes. Und das zähle ich als weise, diesem ewigen, heiligen, allmächtigen Gott alle Ehrfurcht zu erweisen und mich davon mehr beeindrucken zu lassen, was man ansonsten unter "Menschenfurcht" einordnet. (Ehr)furcht hat man immer - aber besser vor Gott als vor Menschen.
Ddarüber hinaus widerspricht Ehrfurcht auch nicht der gleichzeitigen Liebe zu Gott. Beides ist vonnöten. Und je mehr ich meine Unfähigkeit erkenne und mich an Jesus wende, umso mehr werde ich IHN lieben und schätzen.
Beim Gesetz würde ich, um anderen den Anspruch Gottes klar zu machen, bei den 10 Geboten anfangen. Die kann keiner einhalten, und bricht man ein Gebot, so bricht man alle. Das kann Menschen helfen zu erkennen, wie verdorben und verloren sie sind - um sie dann auf Jesus zu verweisen, der sie liebt und rettet. Die Sündenkataloge des neuen Testamentes sind auf jeden Fall ernst zu nehmen. Und da fällt HS auch mit rein.
Liebe Grüße