Sonntag, September 23, 2012

"marburg-fairbinden.de geht online"

Vor über zwei Jahren haben wir am mbs ein Projekt begonnen, das heute der Öffentlichkeit präsentiert wurde: Die Homepage www.marburg-fairbinden.de. Eine Homepage die versucht alle in Marburg erhältlichen fair gehandelten Produkte in einer Datenbank zu sammeln und somit den Marburger Bürgerinnen und Bürgern zu ermöglichen einfach herauszufinden wo sie ihre gewünschten fair gehandelten Produkte erwerben können. Marburg hat eine große Auswahl dieser Produkte, aber leider beschränkt sich bei vielen das Kaufverhalten oft auf Schokolade, Kaffee und Bananen. Aber es gibt viel mehr. Mit der Homepage wollen wir aber nicht nur das Kaufverhalten erleichtern, sondern auch auf die verschiedenen zertifizierten Siegel aufklären und den eigenen Lebensstil hinterfragen. Das Projekt ist mittlerweile über das mbs hinausgewachsen, viele freiwillige aus Marburg haben mitgeholfen Produkte zu sammeln und es ist verortet in der Steuergruppe des Fairen Handels der Stadt Marburg mit vielen Partnern. Heute wurde in Marburg der Weltumwelttag, der Weltkindertag und der Faire Markt gefeiert und in diesem Fest haben wir mit einem interaktiven Stand die Homepage der Öffentlichkeit präsentiert. Ein herzliches Dankeschön an all die Freiwilligen die mitgeholfen haben dieses Projekt zu verwirklichen!

Kommentare:

Tobias Faix hat gesagt…

Hier ein Beispiel, weshalb fairer Handel Sinn macht:
http://www.tagesschau.de/ausland/kambodscha228.html

David Schäfer hat gesagt…

Hi Tobi,
ich bin absolut für Nachhaltigkeit und faires Handeln. Allerdings halte ich die Diskussion oft (wie auch hier) ein bisschen verkürzt. Da ich ja mit milchundhonig.de auch mit Textilien zu tun habe, musste ich auch meinen Standpunkt finden. Sehr hilfreich fand ich das Buch "Reisebericht eines T-shirts:
http://www.amazon.de/Reisebericht-eines-T-Shirts-Alltagsprodukt-Weltwirtschaft/dp/3430177650/

Wer hätte gedacht, dass Japan noch vor kurzem einer der größten Textilhersteller war, und dass dort, wo in China noch vor kurzem viele Hallen standen, in denen T-Shirts produziert wurden, jetzt komplett andere höherwertigere Industrien sitzen, in denen inzwischen höhere Löhne verdient werden.
Ein Problem ist auch, dass wir nur die niedrigen Löhne sehen, aber vergessen, dass es den Leuten im Hinterland noch noch viel schlechter geht und der harte Weg (auch für die Arbeiterinnen in Kambodscha) der weitaus bessere Weg für die Frauen ist. Von daher finde ich solche Berichte zwar richtig und gut, aber sie zeigen nicht die volle Wahrheit.
Das zum Beispiel viel größere Problem für Baumwollbauern in Afrika sind die hohen Subventionen der USA für ihre Baumwollfarmer. Die USA sind immer noch der größte Lieferant für Baumwolle, was mir zum Beispiel am Anfang völlig neu war.
Aber wie gesagt: Ich bin für fairen Handel und in manchen Bereichen gibt es auch keinen Wandel: In Südamerika wird auch in 20 Jahren noch Kaffee angebaut werden, da man den nicht einfach egal wo anbauen kann. Von daher empfinde ich den Kauf von fairen Produkten in manchen Zweigen wichtiger als in anderen. Keine Ahnung, ob das Sinn macht.
LG aus Hamburg!
David

Tobias Faix hat gesagt…

Hi David,
danke für deinen Post, da hast du natürlich Recht. Fairer Handel an sich ist noch keine Lösung und die Sache ist sehr komplex! Alleine die verschiedenen Siegel mit ganz unterschiedlichen Standards udn Philosophien und dann gibt es Läden wie Contigo, deren Produkte kein Siegel haben, aber wesentlich "fairer" und transparenter sind als manche gesiegelte Produkte. Ich glaube, dass sich da auch noch einiges tun wird. Neben diesen ganzen eher "technischen" Sachen, geht es mir aber auch um einen (geistlichen) Lebensstil, der sich eben auch oder gerade (!?) an meinem Konsumverhalten zeigt.