Freitag, August 24, 2012

„dOCUMENTA (13): Kultur im öffentlichen Raum“

In der letzten Ferienwoche nutzen wir als Familie die Gelegenheit und haben die dOCUMENTA (13) in Kassel besucht. Es war ein faszinierender Tag mit vielen (fast zu vielen) Eindrücken und das, obwohl wir nicht einmal die Hälfte gesehen haben. Interessant war auch die Wahrnehmung der Kids, die nicht nur einen anderen Kunstgeschmack wie ihre Eltern haben, sondern auch ihre ganz eigene Interpretation von Kunstwerken. Mein Highlight der dOCUMENTA war zweifelsohne das „Hugenottenhaus“ des amerikanischen Künstlers Theaster Gates. Gates kommt aus Chicago betreibt Kunst im öffentlichen Raum, versucht also Kunst und Alltag miteinander in Verbindung zu bringen und saniert seit mehreren Jahren in Chicago ein altes Haus unter Verwendung recycelter Baumaterialien. In dem Haus wird miteinander gelebt und gearbeitet, gibt es Konzerte, es entsteht ein Universitätsarchiv und es gibt eine Suppenküche. Scheinbare Widersprüche, aber genau das interessiert Gates, er untersucht die urbanen Auswirkungen auf den Menschen und fragt, welche Rolle Kunst und Kultur dabei spielen können. Ein wahrhaft transformatorisches Projekt. Gates interessiert sich auch immer für den Einfluss des Spirituellen und so ist es kein Zufall, dass sein dOCUMENTA Projekt in einem alten leerstehenden „Hugenottenhaus“ stattfindet. Nach dem Chicagoer Vorbild (und aus dessen Bauschutt) entsteht Installation, Veranstaltungsort und Wohnort zugleich. Ich war begeistert von der dichten Atmosphäre in dem Haus, in dem es in jedem Raum etwas Neues zu entdecken gab. Diese Verknüpfung zwischen Kunst und Alltag durchzog sich für mich wie ein roter Faden. Ein Ort voller Inspiration, ein lohnenswerter Besuch!

Montag, August 20, 2012

„Aleppo: Beten für Syrien – einstehen für die Geschwister“

Seit Wochen spitzt sich die Schlacht um Aleppo zu, die Stadt die als zentrale Wirtschaftsmetropole und als „Juwel in Syriens Krone“ gilt. Die Lage ist katastrophal und ich gebe zu, dass ich als außenstehender Beobachter die Lage kaum einschätzen kann. Aber das Leid zehntausender Zivilisten schreit „zum Himmel“ und die Menschen brauchen unsere Unterstützung in Gebet, Aufklärung und Spenden. Ich muss gestehen, dass Aleppo erst durch den Bürgerkrieg in mein Blickfeld gekommen ist und ich zum Beispiel nicht wusste, dass etwa 12 % der Einwohner von Aleppo christlichen Kirchen angehören, die meisten von ihnen sind Armenier. Die Christen konnten in den vergangenen Jahren in Freiheit leben und ihre kirchliche, soziale und pädagogische Arbeit entfalten. Offiziell gibt es in Aleppo 45 Kirchen, darunter auch einige evangelische Gemeinden. Der christliche Hilfsbund im Orient e.V. schreibt in seinem neusten Newsletter: „Die Kirchen haben sich zusammengetan und leisten eine unglaubliche Arbeit unter den Flüchtlingen. Die Verantwortlichen erlauben dabei nur Christen, die humanitäre Hilfe auszuteilen. Unsere Leute tun da eine sehr gute Arbeit. Wie haben Kinderstunden angefangen für die tausenden Flüchtlingskinder, wir verteilen Brot und einige Konserven (soweit wir welche bekommen können).“ Eine wichtige Arbeit, die unsere Unterstützung verdient.