Freitag, Oktober 12, 2012

"Was ist das Evangelium?"

Diese Frage haben sich Walter Färber und Peter Aschoff im 2. Band der "Einfach Emergent Reihe" gestellt und haben ein spannendes kleines Buch geschrieben, was ich sehr empfehle. Es liest sich leicht und geht doch tief, wenn es von Gottes langem Marsch durch seine Welt erzählt. Ausgehend von Jesus, durch die wichtigsten Stationen der Kirchengeschichte bis heute wird das Evangelium in seinem jeweiligen kulturellen Verständnis und seiner Wirkung beschrieben: Eine spannende Geschichte... Hier die Einleitung:
Menschen sind die Worte, mit denen Gott seine Geschichte erzählt. (Edward Schillebeeckx) Die Frage, was das Evangelium denn sei, ist immer wieder verhandelt worden – oft auch sehr hitzig und kontrovers. Man hat versucht, es zum Zweck schnellerer Verbreitung in möglichst griffige Formeln und zum Zweck scharfer Abgrenzung in möglichst wasserdichte Bekenntnisse zu gießen. Interessant bleibt jedoch die Beobachtung, dass in der Heiligen Schrift ganz unterschiedliche Formulierungen des Evangeliums nebeneinander stehen und gut miteinander auskommen. Das liegt daran, dass es als Geschichte und Bewegung verstanden wird. In dieser Geschichte geht es um das Kommen Gottes in seine Welt: Er kommt in seiner Verheißung an Abraham und als Stimme aus dem brennenden Busch, in den Hoffnungs- und Klageliedern der Propheten. Er kommt in Jesus von Nazareth zu den „Sündern“ und den Armen und wird vom Establishment hingerichtet, von seinen Freunden verlassen. Er kommt in seinem Geist und setzt eine Bewegung in Gang, die bis an die Enden der Erde und das Ende der Zeit reichen soll. Diese Bewegung nachzuzeichnen und bei aller Vielfalt den inneren Zusammenhängen nachzuspüren haben wir hier versucht. Auf sehr begrenztem Raum – wusste doch schon der Evangelist Johannes: „Wenn man alles aufschreiben wollte, so könnte, wie ich glaube, die ganze Welt die Bücher nicht fassen, die man schreiben müsste“. Aber eben nicht reduziert auf Lehrsätze, Prinzipien oder abstrakte Definitionen. Unsere Skizze ist eine Einladung an alle Leser, selbst Teil dieser Geschichte von Gottes langem Marsch durch seine Welt zu werden, und sie mit dem eigenen Leben weiterzuerzählen - in diesem doppelten Sinn: Dass sie durch und mit uns weitergeht und wir sie zugleich anderen mitteilen. Denn Gottes Wort kommt zu uns durch die Individualität von Menschen mit ihrer einmaligen Geschichte hindurch. Und ohne dich ist die Geschichte noch nicht vollständig.

Montag, Oktober 08, 2012

"Endlich die Wahrheit über Emerging Church!"

Zumindest aus der Sicht von Tobias Künkler, Arne Bachmann und mir. :) Nachdem es in den letzten Jahren immer wieder die abstrusesten Beschreibungen über die Emerging Church Bewegung gegeben hat, haben wir drei mal aus unsere Sicht aufgeschrieben, wie wir die Entwicklung wahrgenommen und erlebt gesehen haben. Hier die Gliederung: 1. Von der Emerging-Church zum emergenten Dialog 2. Startpunkt tiefgreifender kultureller Wandel 3. Entstehung International 4. Entstehung in Deutschland 5. Theologische Verschiebung/ Suche nach dritten Wegen 6. Wirkungsfelder und ein Praxisbeispiel 7. Fragen und Einladung zum Dialog Und die Einleitung als kleiner Appetithappen! :)
„Was ist Emerging Church?“ Dies ist sicher eine der häufigsten Fragen, die uns in den letzten Jahren gestellt wurde. Teilweise interessiert, teilweise irritiert, teilweise auch ungeniert. Erstaunt waren wir manchmal, mit welcher Überzeugung Menschen ihr Halbwissen verbreiten, Gerüchte streuen oder einfach manches nicht verstehen. Auch wenn es schwer ist, eine komplexe Bewegung in ein paar Seiten zu erklären, möchten wir hier trotzdem versuchen, unsere Sicht der Dinge, nicht vollständig, sicher verkürzt und jederzeit ergänzungswürdig, darzulegen. Die Emerging Church gibt es nicht, sondern wir wollen in diesem Buch beschreiben, wie sich eine internationale Bewegung im deutschen Kontext äußert. Statt von einer Bewegung sprechen andere eher von dem emergenten Dialog. Was Emerging Church also ist und damit auch nicht ist, erläutern wir im ersten Kapitel dieses Buches. Im zweiten Kapitel gehen wir dann auf den tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel ein, der im Hintergrund für die Entstehung der Emerging Church steht bzw. den Rahmen für das Bild darstellt, das wir hier skizzieren wollen. Im dritten Kapitel erläutern wir die Entstehung der Emerging Church aus einer internationalen Perspektive, im vierten Kapitel betrachten wir näher, was sich im deutschen Kontext ereignet hat. Einige wichtige theologische Aspekte, die in diesem Dialog entstanden sind oder aufgegriffen wurden, werden im fünften Kapitel erörtert, bevor im sechsten Kapitel beispielhaft aufgezeigt wird, welche Experimente dadurch in der Praxis entstanden sind. Wir enden schließlich im siebten Kapitel mit einigen zentralen Fragen, die im emergenten Dialog immer wieder gestellt werden, sowie einigen Antwortversuchen darauf. Uns ist es wichtig mit diesen Fragen zu enden, da dieses Buch vor allem eine Einladung an die Leserin/ den Leser darstellen soll, sich am emergenten Dialog zu beteiligen, d.h. mit uns und anderen ins Gespräch zu kommen, dabei eigene Fragen zu stellen und Antworten zu versuchen.
Hier kann das komplette Buch bestellt werden! Übrigens mit sensationellen Illustrationen von Matthias Gieselmann!

Sonntag, Oktober 07, 2012

"Heiße Diskussionen um den neuen Michakurzfilm"

Heute in den Gottesdiensten wurde die Aktion der Micha Initative fair.liebt.transparent, die heute beginnt, vorgestellt. Dies geschah mit einem kurzen Videoclip (eine Kurzversion des Videos welches hier zu sehen ist), der ziemlich schonungslos auf die Situation des Coltanhandel im Kongo hinweist. Nach den Gottesdiensten und auch noch am Nachmittag wurde heftig über den Clip diskutiert. Für die einen hat er einfach schonungslos die Wahrheit gesagt, andere fanden ihn demagogisch und irreführend. Letztere begründeten ihre Argumentation vor allem auf dem Interview mit der Frau die vergewaltigt wurde. Hier werden Dinge in eine direkte Verbindung gebracht, die uns nur ein schlechtes Gewissen machen wollen. Auch de Satz "An deinem Handy klebt Blut" stieß einigen übel auf. Ich denke, dass diese Diskussionen auf alle Fälle wichtig und richtig sind, weil wir uns mit dem Thema Coltanhandel im Kongo stellen müssen und die katastrophalen Bedingungen nicht einfach ignorieren können, da es tatsächliche eine unsichtbare Verbindung zwischen unseren Handys und dem Coltanabbau gibt. Anderseits ist es wichtig, dass man auch mit seiner Kritik fair bleibt und Bandenkriege und Bergbau, auch wenn sie indirekt im Kongo zusammenhängen, nicht gleich stellt. Jetzt gilt es aber die Diskussionen einzustellen und zu handeln, da gibt die Micha Initiative wertvolle und konstruktive Hilfen, siehe hier oder hier!