Freitag, November 23, 2012

"Mentoring-Kongress in Marburg"






Am 13. April findet in Marburg der erste Mentoring-Kongress vom christlichen Mentoringnetzwerk Deutschland und der mbs akademie statt. Ich freue mich sehr, dass dieses "Herzensthema" eine etwas größere Plattform bekommt und vor allem, dass viele tolle Leute dabei sind, die Mentoring seit Jahren praktizieren.

Neben den Hauptvorträge gibt es: 9 Workshops, Best Practice Beispiele, Interviews aus der Praxis, Aktionsfläche etc.



Hier der Einleitungstext:


Außergewöhnlich und wertvoll ist es in unserer hektischen und individualisierten Gesellschaft, wenn Menschen sich als Mentoren zur Verfügung stellen und in das geistliche Wachstum anderer investieren. Mentoring ist kein schnelles Erfolgsrezept, kann jedoch Menschen tiefgreifend und nachhaltig verändern und mit ihnen ganze Gemeinden und Werke. Der Kongress lädt ein, Mentoring in seinen unterschiedlichen Facetten kennenzulernen. Es gibt viel zu entdecken sowohl für Neulinge als auch für Erfahrene. Wir wollen MentorInnen durch Vernetzung stärken und freuen uns auf spannende Begegnungen.



Flyer zum downloaden gibt es hier.
Anmelden kann man sich hier.



Dienstag, November 20, 2012

„Die Politik Jesu. Von John Howard Yoder “



John Howard Yoder gehört sicherlich nicht zu den bekanntesten Theologen und doch sind seine Gedanken und Bücher von großer Bedeutung. Der 1997 verstorbene  täuferisch-mennonitischen Theologe war schon zu Lebzeiten ein Querdenker und seine Gedanken sind sehr herausfordernd. Er promovierte unter Karl Barth und lebte zur selben Zeit wie David Bosch und Oscar Cullmann in Basel, alle trafen sich häufig zu theologischen Gesprächen. Da wäre ich gerne dabei gewesen. Aber so haben wir wenigsten ihre Bücher und ich bin dankbar, dass der Neufeldverlag jetzt „Die Politik Jesu“ neu in Deutsch herausgebracht hat. Und dieses Buch ist ohne Zweifel ein Ärgernis. Und dies schon seit 40 Jahren. Aber das war von John Howard Yoder durchaus beabsichtigt. Es soll „anregende Verwirrung“ stiften, wie Yoder selbst formuliert, und das trifft es ganz gut. Seine Gedanken sind quer und gehören nicht zu dem theologischen „Fastfood“, das heutzutage oft angeboten wird. Seine interdisziplinären Querverweise machen dieses Buch zwar nicht immer einfach zu lesen, aber sie geben der Thematik die nötige Tiefe und Weisheit. Yoder hat ein kluges Buch geschrieben. Ein Buch voller prophetischer Kraft, das dem Zeitgeist in die Parade fährt und schon in den 1970er Jahren vieles kritisch vorhersah, mit dem wir uns heute als Christinnen und Christen auseinandersetzen.
Yoders theologische Überlegungen haben das Ziel, das vorherrschende theologische Korsett zu sprengen und neu zu fragen, was Jesus für uns heute bedeutet. Er ermutigt, sich den Macht- und Strukturproblemen unserer Zeit aktiv zu stellen und das Evangelium nicht auf eine individualistisch verengte Auslegung zu reduzieren. Diese Gedanken haben eine ganze Generation von Christen weltweit beeinflusst, wie beispielsweise Ronald J. Sider, David Bosch, Samuel Escobar, Brian McLaren, Jim Wallis oder Shane Claiborne.
Eine tolle Zusammenfassung des Buches gibt es von Gabriel Stängle auf seinem blog. Empfehlenswert.