Mittwoch, Dezember 12, 2012

„Die Macht der Ohnmächtigen: Rückblick auf das Emergent Forum 2012“




So, das emergent forum 2012 ist auch schon wieder zehn Tage her und jetzt schaffe ich es, ein paar Gedanken zu notieren. Nach Essen und Berlin ist das Forum wieder nach Erlangen zurückgekehrt, wo es von der Eliagemeinde herzlich empfangen wurde und toll vorbereitet war. Danke. Das Forum stand unter dem sehr interessanten und herausfordernden Thema „Die Macht der Ohnmächtigen“ und wurde mit dem  „Magnificat der Maria“ am Freitag eingeleitet. Die verschiedenen thematischen Impulse (z.B. „Spiritualität als Widerstand“, „Kommunikationsguerilla“ oder die Auseinandersetzung mit dem gegenwärtigen Herrschaftssystem) können inklusiv Powerpointfolien hier nachgehört und gesehen werden. Besonders die Auseinandersetzung mit dem Theologen Walter Wink hat mich inspiriert und neu herausgefordert die Bibel nicht nur aus einem individualistischen Blick zu lesen, sondern auch zu fragen, welche gesellschaftspolitischen und systemkritischen Aussagen sie macht. Walter Wink schreibt dazu beispielsweise:
„Die Treue des Evangeliums besteht nicht darin, dass wir seine Slogans wiederholen, sondern darin, dass wir vorherrschenden Götzenkult in seine zersetzenden Säuren werfen. Aufruf zum spirituellen und aktiven Widerstand, dies bedeutet, dass wir beides gleichermaßen verstehen und wahrnehmen müssen, die geistlichen Mächte der unsichtbaren Welt und die materiellen Systeme und Strukturen deren Macht von Menschen kommt und diese ausnutzen. Beides ist nicht voneinander zu trennen.“
Ansonsten war das Forum geprägt von vielen tollen Begegnungen, Diskussionen und Netzwerken. Ich fand es eher ruhig, keine großen Töne, sondern die Stimmung war eher nachdenklich: Einmal was das herausfordernde Thema betraf und zum anderen auch die Frage, wohin die emergente Bewegung in Deutschland sich in Zukunft bewegen wird. Ich war erstaunt wie viele Leute zum ersten Mal auf dem Forum waren, was einen neuen und frischen Wind in die ganze Veranstaltung gebracht hat. Auch eine junge Bewegung kann ja in die Jahre kommen! Deshalb ist es gut, dass viele Junge an der Programmgestaltung beteiligt war und dem Forum somit ihre Prägung gegeben haben. Ich habe es genossen und freue mich auf nächstes Jahr.

Der philosophische Apfel von Jens!