Freitag, März 01, 2013

“Gottes Leidenschaft für mehr Gerechtigkeit - Die ‚Gerechtigskeitsbibel‘ – jetzt auch in Deutschland!“





So spricht der Herr: 'Sorgt für Recht und Gerechtigkeit! Helft den Menschen, die beraubt und unterdrückt werden! Den Ausländern, Waisen und Witwen tut keine Gewalt an, und übervorteilt sie nicht! Hört auf, hier vor Gericht unschuldige Menschen hinzurichten! (Jeremia 22,3)

Manche Projekte brauchen etwas Zeit, aber wenn sie dann endlich realisiert sind, ist die Freude umso größer! Über drei Jahre haben verschiedene Leute an dieser Bibel mitgearbeitet um sie zu realisieren und diese Woche ist unter der Schirmherrschaft der Micha Initiative beim Brunnen Verlag die „Gerechtigkeitsbibel“ herausgekommen. Keine neue Übersetzung (sondern die Hoffnung für alle), sondern eine klassische Bibel, die aber besonders den Themenbereich „Gerechtigkeit“ und „Armut“ aufnimmt, in dem sie über 3000 Bibelverse zu diesen Themenfeldern farblich hervorhebt. Dazu gibt es biblisch-theologische Einleitung ins Thema und verschiedene (Erlebnis)Berichte zum Thema aus der ganzen Welt. Gerade wir in der westlichen Welt tun uns nach wie vor schwer mit diesem Thema, dass Gott sich durch das ganze Alte und Neue Testament für das Recht von Armen, Waisen, Benachteiligten etc. eingesetzt hat. Gerechtigkeit ist bei Gott nicht nur ein Zubrot, sondern es ist Teil seines Wesens (Gottes Wesen ist Gerechtigkeit. Psalm 7,18). Kein Option für Christinnen und Christen, sondern eine Kernbotschaft, die sich wie ein roter Faden durch die Bibel zieht: Jesus nimmt beispielsweise in Lk 4,16-21 die Prophezeiung von Jesaja 61,1-2 auf und erfüllt diese:

Eines Tages kam Jesus wieder in seine Heimatstadt Nazareth. Am Sabbat ging er wie gewohnt in die Synagoge. Als er aufstand, um aus der Heiligen Schrift vorzulesen, reichte man ihm die Buchrolle des Propheten Jesaja. Jesus öffnete sie, suchte eine bestimmte Stelle und las vor: "Der Geist des Herrn ruht auf mir, weil er mich berufen hat. Er hat mich gesandt, den Armen die frohe Botschaft zu bringen. Ich rufe Freiheit aus für die Gefangenen, den Blinden sage ich, dass sie sehen werden, und den Unterdrückten, dass sie bald von jeder Gewalt befreit sein sollen. Ich rufe ihnen zu: Jetzt erlässt Gott eure Schuld.“ Jesus rollte die Buchrolle zusammen, gab sie dem Synagogendiener zurück und setzte sich. Alle blickten ihn erwartungsvoll an. Er begann: "Heute hat sich diese Voraussage des Propheten erfüllt." Während er sprach, konnte ihm die ganze Gemeinde nur zustimmen. Sie staunten alle darüber, wie Jesus Gottes rettende Gnade verkündete, und fragten sich ungläubig: "Ist das nicht der Sohn Josefs, unseres Zimmermanns?"

Dieses Staunen über einen Gott, der sich für Gerechtigkeit und gegen Unterdrückung einsetzt hört man heute noch in vielen Gemeinden und es wird Zeit, dass sich dies ändert. Wir leben in einer Zeit, in der es weltweit zu viel Armut, Sklaverei und Ungerechtigkeit gibt. Aber Gott hat angefangen sein Reich auf dieser Welt sichtbar zu machen und wir dürfen ihm dabei helfen. Diese Bibel ist ein kleiner Beitrag, der helfen soll, dass wir auch in Deutschland mehr über dieses Thema reden und überlegen, was dies für uns als Christinnen und Christen heißt und anstecken zu lassen von der Leidenschaft Gottes!


Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Bestellen kann ich es wo?

Tobias Faix hat gesagt…

Hier zum Beispiel:
http://brunnen-verlag.de/details.php?catp=&p_id=196185

Hans-Christian Beese hat gesagt…

Endlich! Vielleicht sollte man im nächsten Schritt andere Schriftpassagen noch ausgrauen ;)

Tobias Faix hat gesagt…

das überlasse ich dann lieber dir! ;)

Hans-Christian Beese hat gesagt…

Ein paar Ausgraukandidaten hätt ich schon:

"Da waren etliche, die wurden unwillig und sprachen: Was soll doch diese Vergeudung? Man könnte das Wasser um mehr denn dreihundert Groschen verkauft haben und es den Armen geben. Und murrten über sie. Jesus aber sprach: Laßt sie mit Frieden! Was bekümmert ihr sie? Sie hat ein gutes Werk an mir getan. Ihr habt allezeit Arme bei euch, und wenn ihr wollt, könnt ihr ihnen Gutes tun; mich aber habt ihr nicht allezeit."

und: "Da sprach seiner Jünger einer, Judas, Simons Sohn, Ischariot, der ihn hernach verriet: Warum ist diese Salbe nicht verkauft um dreihundert Groschen und den Armen gegeben?"

oh ja, und:

"Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christum, so sind wir die elendesten unter allen Menschen."

Tobias Faix hat gesagt…

Das ausgerechnet du diese Stellen ausgrauen willst wundert mich ja schon ein wenig, aber nun gut....

Hans-Christian Beese hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Hans-Christian Beese hat gesagt…

Ich würde sie für euch ausgrauen, damit endlich die "Bibel in emergenter Sprache" bekommen.

Tobias Faix hat gesagt…

Ach, das will ich doch gar nicht, lass die Bibel wie sie ist, unbequem und ärgerlich für dich und für mich...

Hans-Christian Beese hat gesagt…

Hier trifft im Großen und Ganzen wieder das alte Sprichwort "All is yellow to the jaundiced eye". Mit der entsprechend hermeneutisch getönten Brille wird die Bibel zum gesellschaftlichen Befreiungsmanual und die "Mächte und Gewalten" zum ideologischen Überbau.

Hans-Christian Beese hat gesagt…

Unbequem und ärgerlich wird die Bibel für den, der sie sagen lassen will, was er denkt. Dann wird Christus zur Projektion des eigenen Gerechtigkeitsideals.

Tobias Faix hat gesagt…

ach komm, die Diskussion: du hast die Wahrheit und ich erliege meiner eigenen Projektionen hatten wir doch schon, weder Welt noch Glaube ist so schwarz/weiß wie du es gerne hättest...

Hans-Christian Beese hat gesagt…

p.s.
Gib zu, dass eine "Bibel" mit einseitig "farblich hervorgehobenen" Passagen zu genau deinem Lieblingsthema eine Steilvorlage für kritische Anfragen meinerseits ist.

Tobias Faix hat gesagt…

ja, das gebe ich zu!
Ich wäre sogar enttäuscht gewesen, wenn du dich nicht gemeldet hättest! :)

Daniel hat gesagt…

Hmm... meine uralte Lutherbibel hat auch hervorgehobene Passagen und die Kommentare in meiner Elberfelder Studienbibel sind massiv "ideologisch" gefärbt. Also: So what?

Tobias Faix hat gesagt…

Aber das ist alles nichts gegen die "red letter JEsus words" Bibel! ;)

Hans-Christian Beese hat gesagt…

naja, die alte Lutherbibel hat thematisch unsortiert gewisse "Kernworte" hervorgehoben, das ist unproblematisch. Elberfelder und noch viel mehr Scoffield ist stark dispensationalistisch geprägt, zudem mit extravaganter Typologie. Würde ich auch kritisieren.

Hans-Christian Beese hat gesagt…

Noch einmal die Frage: Wozu soll eine solche Bibel gut sein?

Für die Transformationsagenda der EmCh wäre ein Themenstudium der markierten Verse sicherlich destruktiv.
Für emergente Zwecke müsste man zusätzlich einen Großteil der hervorgehobenen Texte ausgrauen.

Nimm zum Beispiel nur mal das angeführte Jesaja-Zitat aus dem Lukas-Evangelium:

(a) Wundersame Blindenheilingen kannst du eh auf keine Agenda setzen.

(b) den Armen das Evangelium zu predigen ist (es sei denn, du reduzierst "Evangelium" auf die Ankündigung zeitnaher Kapitalumschichtung) laut dem jüngsten Posting eines prominenten EmCh-Bloggers ein Missbrauch der Not des anderen (Er spricht von Gruppen, die "größeren Einfluss" haben als ... "es jeder könnte, der versucht, die Hilfe als Mittel zum Zweck zu missbrauchen. Wie ich ja schon versucht habe, zu zeigen, hat Jesus das nie getan. Er hat auf Rückfragen reagiert – aber er hat nie Hilfe und verbale Botschaft unmittelbar verknüpft."

Also: Lk. 4,16-21 ausgrauen, denn "Jesus hat das nie getan!"

(c) Gefangenenbefreiung physisch zu deuten wäre angesichts der anbrechenden, Jahrhunderte dauernden Verfolgungs- und Verhaftungswelle gegen die junge Kirche durch Vorspiegelung falscher Hoffnungen geradezu Verhöhnung.

Hans-Christian Beese hat gesagt…

Lukas 16,19-30, die Geschichte vom reichen Mann und armen Lazarus – ausgrauen! Das Konzept von der ausgleichenden Gerechtigkeit im Jenseits passt gar nicht!

Tobias Faix hat gesagt…

Oh, danke, dies sind ja richtige Fragen! :)

Also, zuerst: Bultmann wäre stolz auf dich. :)

Ich würde tatsächlich erstmal die jesuanische Auslegung des Jesajatextes ernst nehmen udn fragen, was meint Jesus denn damit, dass dies sich heute (sic!) erfüllt. Danach muss ich den Text natürlich im Kontext des Judentums udn des ganzen Lukasevangeliums sehen bevor ich gleich frage, was daraus für uns nicht mehr zu gebrauchen ist udn wie es dann zu deuten ist. Also, ich würde den Ball erst mal flach halten...

P.S. Schönes Bild...

Hans-Christian Beese hat gesagt…

haha, wenn Bultmann stolz auf mich wäre, hätte er mich wohl mindestens so missverstanden, wie du! Es gibt nichts in der gesamten Schrift, das keine Bedeutung mehr für uns hätte. Ich behaupte nur, dass es nicht immer die Bedeutung hat, auf die die Emch sie reduziert, nämlich die einer sozialpolitischen Befreiungsagenda.

p.s. danke! Das Bild habe ich mit meinem neuen i-Pad nachts um 12 aufgenommen;)

sönke hat gesagt…

Vielen Dank für den Tip!
Hab sie heute bestellt..und freu mich drauf!

Die Aufregung verstehe ich übrigens nicht wirklich, denn irgendwie macht doch jede Predigt etwas Ähnliches, in dem bestimmte Gedanken herausgehoben werden, oder?

Und so ganz unthematisch finde ich Luther nicht:

Die meisten (alle?) hervorgehobenen Stellen haben einen starken Bezug zu persönlicher Frömmigkeit (meistens Erbauung).

Ein Beispiel:

Im gesamten 3. Mose sind lediglich die folgenden Sellen hervorgehoben:

10,3 Ich erzeige mich heilig an denen, die mir nahe sind..

19,2 Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig..

19,18 Du sollst deinen Nächsten lieben..

19,32 Vor einem grauen Haupt sollst du aufstehen..

Ist das keine thematische Auswahl?!