Montag, Juli 01, 2013

„Ärger im Paradies oder was Kapitalismuskritik mit den aktuellen Unruhen zu tun hat.“



Slavoj Žižek gehört zu den umstrittensten und meistgehörten Philosophen der Gegenwart und in der aktuellen Zeit macht er seinem Ruf mal wieder alle Ehre und zeigt spannende Zusammenhänge zwischen den aufstrebenden Ländern des Arabischen Frühlings, den aktuellen Unruhen in der Türkei und Brasilien und seinem Lieblingsthema Kapitalismuskritik auf. Wie immer bringt dabei gute Beobachtung mit interessante Vernetzungen zusammen.

Hier ein paar Zitate aus dem lesenswerten Zeit Artikel:

„Das grundlegende Dilemma ist so einfach wie brutal: Sind die Proteste der letzten Jahre Zeichen einer globalen Krise, die uns langsam, aber sicher erreicht? Oder handelt es sich nur um kleinere Widerstände, die schnell eingegrenzt werden können? Es gibt gute Gründe anzunehmen, dass die lokalen Unruhen Zeichen einer globalen Anpassung an eine neue Fortschrittsepoche sind.
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Noch einmal: Der Protest brach in einem Land los, das sich mitten in einem wirtschaftlichen Aufschwung befindet. Das Rätsel wurde noch dadurch verstärkt, dass die Demonstranten sogleich von Präsidentin Dilma Rousseff unterstützt wurden, die sich über die Demonstrierenden "hocherfreut" zeigte.
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Nur weil der wahre Grund für die Proteste der globale Kapitalismus ist, heißt das nicht, dass die einzige Lösung in seiner Abschaffung liegt. Es gibt keine Alternative zwischen dem pragmatischen Umgang mit Einzelproblemen und dem Warten auf einen radikalen Umbruch. Denn dabei würde man die inneren Widersprüche des globalen Kapitalismus übersehen. Trotz der Beschwörung der Marktfreiheit subventionieren die USA ihre Bauern, trotz ihres Lobs der Demokratie pflegen sie Beziehungen zur absolutistischen Monarchie Saudi-Arabiens.“
Interessant ist auch die Diskussion der Leserbeiträge!

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