Donnerstag, September 19, 2013

„Mehr zuhören und weniger machen – jugendlichen Glauben verstehen lernen“




Die letzten zwei Tage habe ich mich wieder intensiv mit unserer Studie „Spiritualität von Jugendlichen“ auseinandergesetzt und es ging vor allem um die Umsetzung der Ergebnisse in die Praxis. Gestern war ich auf der Kreisjugendsynode meiner Kirche in Kassel und habe mit Jugendpfarrerinnen und Jugendpfarrern diskutiert und heute habe ich die Studie am mbs in Religionspädagogik vorgestellt. Was mich bei beiden Veranstaltungen sehr gefreut hat, ist die Offenheit und Motivation, in der man sich der neuen Jugendgeneration über strukturelle, traditionelle und konfessionelle Grenzen her nähern möchte. Gerade wenn es um die Kommunikation des Glaubens geht, gibt es doch noch einige Hürden zu überwinden und ich habe viel gelernt von den Ideen und Erfahrungen der Teilnehmenden. Interessant wird die Diskussion immer dann, wenn es um die Frage einer „Theologie von Jugendlichen“ geht. In wie weit kann und darf man das zulassen? Gerade, wenn der Glaube vieler Jugendlichen eher beziehungsorientiert ist? Geht da nicht viel guter und traditioneller Glaube verloren? Wird die Theologie nicht „weich“ und evtl. sogar willkürlich? Das sind wichtige Fragen, aber es besteht die Gefahr, dass diese Fragen zu früh gestellt werden und man mit ‚seinen Jugendlichen’ gar nicht so weit kommt sich damit auseinanderzusetzen. Ich denke, dass man erst mal sichere Räume für Gespräche bieten muss, die Jugendlichen die Sicherheit und die Freiheit geben, über ihre Vorstellung von Glauben zu reden. Denn viele Jugendliche suchen diese Gelegenheiten und finden sie in unseren Jugendarbeiten zu selten, da wir zu sehr mit uns und unseren Vorstellungen beschäftigt sind.
Startpunkte können dabei sein:
  • Offenheit statt Angst
  • Beziehungen statt Programme
  • Annahme statt Apologetik
  • Erfahrungen statt Dogmen
  • Partizipation statt Konsumdenken
  • Kleine Gruppen statt große Veranstaltungen


Kirche und Jugendarbeit muss für Jugendliche transparenter werden, Jugendliche wollen mitbestimmen und ernst genommen werden. 

Eine gute und unterhaltsame Kommentierung der wichtigsten Ergebnisse der Studie gibt es hier.



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