Samstag, April 27, 2013

"Veränderte Zeiten – veränderte Berufung?"


„Experten können uns alles in der objektiven Welt erklären, aber wir verstehen unser eigenes Leben immer weniger. Kurzum: Wir leben in der post-modernen Welt, wo alles möglich ist und so gut wie nichts gewiss.“
Vaclav Havel, Ex Präsident der Tschechischen Republik, Club of Rome

Ich beschäftige mich gerade mit dem Thema Berufung und merke, dass sich das Verständnis im Vergleich zu früheren Zeiten verändert, besonders bei jungen Leuten. Zwar sind die Wege die eigene Berufung zu finden und zu verwirklichen wahrscheinlich so verschieden, wie es Menschen auch sind. Doch bei aller Unterschiedlichkeit gibt es wiederkehrende Themen, Herausforderungen und Muster, die sich gleichen. Hat Berufung in der Bibel oft den Charakter des Herausrufen von einer sicheren Situation (Beruf, Familie etc.) in eine unsichere Berufung Gottes, so zum Beispiel bei Abraham, vielen Propheten oder auch den Jüngern Jesu, so stelle ich fest, dass in der letzter Zeit viele ein umgekehrtes Verständnis von Berufung haben. Sie suchen nach Sicherheit in einer unsicheren Zeit. In einer Zeit der Möglichkeiten und Optionen, in einer Zeit der großen Finanzkrisen, in einer Zeit der Globalisierung, in einer Zeit der veränderten Familienformen, in einer Zeit der Bildungsumbrüche, in einer Zeit, in der viele Antworten nicht mehr tragen, suchen junge Menschen ihren Weg, ihre Berufung, die ihnen in all den Veränderungsprozessen Sicherheit gibt. Berufung bedeutet dann also raus aus der Unsicherheit und rein in die Sicherheit. Das finde ich sehr spannend und mich würde interessieren, ob du das auch so beobachtest? Was sind deine Gedanken, Erfahrungen, Beobachtungen dazu? Welche Rolle spielt Berufung für dich und dein Umfeld?