Freitag, Mai 17, 2013

„Von Macht, Mächten & Milieus“







Spätestens seit der Finanzkrise sind uns die mächtigen Kräfte die in unserer Gesellschaft einwirken wieder neu bewusst geworden. Dank Uli Hoeness ist auch das Thema Steuerflucht und die ganze „Offshore“ Diskussion in den Fokus der Öffentlichkeit gekommen. Dazu gibt es natürlich viele Fragen und noch mehr Antworten. Einigen sind wir in Modul 3 (Analyse sozialer Strukturen und Dynamiken) in unserem mbs Studienprogramm diese Woche nachgegangen: Die Frage nach einer Gesellschaftskritik am Bsp. sozialer Ungleichheit und gesellschaftlicher Exklusion. Wie sehen Zusammenhänge von sozialen und individuellen Transformationsprozessen praktischen aus? Und als Grundlage: Wie können wir eine Kulturananalyse in Milieus und Lebenswelten in Deutschland verstehen lernen. Die Frage, wie wir als Christinnen und Christen darauf antworten, hat sich dabei wie ein roter Faden durch die Woche gezogen. Welchen biblisch-theologischen Auftrag haben wir dabei? Aus welcher Tradition kommen wir? Wie können wir das Evangelium Gottes verstehen und in den verschiedenen Milieus leben und kommunizieren? Wo sind bei der Umsetzung von Kontextualisierungsprozessen Grenzen und Notwendigkeiten? Dr. Joachim Drechsel, Direktor des DGD, führte beispielhaft in die diakonische Geschichte und Identität ein und zeigte eindrucksvoll auf, welche gesellschaftlichen Dynamiken es in der alttestamentlichen Zeit gab und wie das Volk Israel darauf reagierte, sowohl strukturell als auch individuell. Markus Meinzer von tax justice network, am Abend vorher noch in der ARD, hat uns dann aktuell mit hineingenommen in die Mächte und Ohnmächte innerhalb der Finanzwelt. Tobias Künkler führte bei der theoretische Aufarbeitung des Themas in das Konzept Bourdieus (und des Begriffs des Habitus ein) ein. Insgesamt eine tolle und volle Woche und die spannende Frage, wie das Gelernte und Diskutierte jetzt in den ganzen Praxisprojekten umgesetzt wird, wo 'Habitustransformation' ganz praktisch wird...

Sonntag, Mai 12, 2013

"Die Zukunft gehört der Jugend?"




Unter dem Schlagwort „Generation Maybe“ wird seit einiger Zeit intensiv über Jugendliche und junge Erwachsene diskutiert, verwöhnt, entscheidungsunfähig und bindungsarm sind nur einige Attribute, die sich dabei finden lassen. Jetzt haben Tanja und Johnny Haeusler letzte Woche auf der re:publica-Konferenz ihren Beitrag zur Diskussion  beigesteuert und dieser ist sehr hörens- bzw. lesenswert. Dabei sind sie einseitig und manchmal sogar polemisch und nicht alles teile ich, aber die Gründer und Grimme-Preisträger von spreeblick.com  verstehen es mal wieder das Gefühl für eine Generation in Worte zu packen, das mehr aussagt als so mache Analyse.

Die Zukunft gehört der Jugend?

 ...


Die Jugend in Deutschland ist so behütet
wie in kaum einem anderen Land.
Doch kaum eine andere Jugend ist so unglücklich
wie die in unserem Land.

Trotzdem sie so dringend gebraucht wird,
fühlt sie sich
nutzlos,
ausgeschlossen,
kontrolliert,
unerhört.

Diese Jugend.
Mehr geduldet,
denn erwünscht.

Diese Jugend wünscht sich
Par-ti-zi-pa-tion.

Und sie hätte viel zu bieten,
würde die Öffentlichkeit erkennen:
Das, wofür sie brennen,
ist sinnvoll erspieltes Können.

Par-ti-zi-pa-tion
Für die digitale Generation.
Ein Kinderspiel!

...

Die Generation der digital Aufwachsenden
Ist die erste Generation,
die vielleicht unbewusst,
aber völlig selbständig
die Zeichen der Zeit erkennt
und die Zügel in die Hand nimmt.
Die sich selbst ausbildet.
Freiwillig.
In ihrer Freizeit.
Ohne die Hilfe und sogar gegen den Widerstand derer,
die sie auf ihr zukünftiges Leben vorbereiten sollen.
Die sagen:
Dieser Generation fehlt die Tugend.

Wir sagen:
Applaus für diese Jugend!


Hier der ganze Text

Und hier noch ein weiterer sehr interessanter Text zur "Generation Praktikum" von der frisch gebackenen Geschäftsführerin der Piraten Katharina Nocun. 

Und noch ein spannender Text zum Thema aus der FAZ:
"Der permanenteAlarmzustand und seine Folgen für die Seele." Von Melanie Mühl

Letzten Monat waren Tanja und Johnny Haeusler in der Ev. Jugend Rupelrath und haben dort ihr Buch Netzgemüse vorgestellt, hier der Podacst des Abends, informativ und unterhaltsam: