Freitag, November 01, 2013

„Die Bibel verstehen und neue Gottesdienstformen ausprobieren – neues aus der emergenten Buchmanufaktur“




 Diese Woche sind zwei neue, inspirierende Bücher in unserer Reihe „einfach emergent“ erschienen. Kurz, knapp und informativ greifen sie zwei wichtige Themenfelder aus dem emergenten Dialog im deutschsprachigen Raum auf. In „Wie die Bibel Sinn macht. Ein altesBuch neu kennenlernen“ beschäftigt sich Dominik Sikinger mit seinem Lieblingsbuch, der Bibel. In einem „Drama in fünf Akten“ erzählt er spannend die heilsgeschichtlichen Linien der großen Geschichte Gottes mit den Menschen nach. Ein schönes Buch, um das Buch der Bücher wieder neu zu entdecken. Ein ganzes Autorenteam rund um die Kubik-Gemeinschaft Karlsruhe haben ihre geistlichen Erfahrungen und Experimente unter dem Titel „Geistlicher Rhythmus und kreative Gottesdienstformen“ in Band 4 der Reihe veröffentlicht. Daniel Ehniss, Mirjam Holzmüller, Hannegret Lindner, Denis Holzmüller beschreiben ganz praktisch wie sie in Zeiten von gesellschaftlichen Umbrüchen, ganz ohne Denkverbote, ihre Spiritualität gemeinsam leben wollen. Ein Buch voller Ideen, Anwendungsbeispiele und Kreativtechniken, das dazu ermutigt, neue Dinge im eigenen Umfeld auszuprobieren. Dazu haben sie eine tolle Homepage erstellt, die parallel zum Buch zu gebrauchen ist.
Beide Bücher sind beim Francke Verlag Marburg herausgekommen und kosten 5,95€.

Montag, Oktober 28, 2013

„Berufung: Der rote Faden deines Lebens. Part 1“



„Es geht im Wesentlichen darum, dass ich mich selbst verstehe, dass ich sehe, was Gott wirklich will, dass ich es tue; es geht darum eine Wahrheit zu finden, die für mich gilt, die Vorstellung zu finden, für die ich leben und sterben kann.“
Sören Kierkegaard

Vor ein paar Wochen ist mein neues Buch ‚Logbuch Berufung’ herausgekommen und ich möchte das Erscheinen des Buches mit einer kleinen ‚Blogreihe’ begleiten. Dies hat mehrere Gründe, zum einen hat mich selbst das Thema ‚Berufung’ wieder ganz neu gepackt und ich habe längst noch nicht alle Gedanken fertig bzw. ins Buch packen können und zum anderen wünsche ich mir zu manchen Themen eine anregende Diskussion. Als ich vor ein paar Monaten was zum Thema „VeränderteZeiten – veränderte Berufung“ schrieb, haben mir die Kommentare und Mails dazu sehr geholfen.
Berufung ist ein vieldeutiger und auch umstrittener Begriff, dem ich auf die Spur kommen möchte. Die lateinische Übersetzung lautet „vocatio“ und bedeutet, dass Gott jemanden für einen bestimmten Dienst oder eine Aufgabe beruft. Mittlerweile wird der Begriff Berufung oft von diesem spirituellen Ursprung losgelöst gesehen und als „innere Stimme“ verstanden. Manche sprechen von einer Lebensaufgabe, und Berufung wird dann im Zusammenhang mit dem eigenen Beruf gesehen (der eigene Beruf als Berufung). Mir gefällt diese ursprüngliche Bedeutung natürlich gut und dass bei der Suche nach der eigenen Berufung Gott eine Rolle spielt. Deshalb sehe ich den einzelnen Menschen mit seiner Biografie, seinen Begabungen und seinem ganzen Sein als etwas Wichtiges an, in dem schon viel von dem liegt, was wir später als Berufung erkennen werden. Jede Berufung ist dabei einzigartig und wird von verschiedenen Einflüssen geprägt. So gab es durch alle Zeiten der Geschichte Berufungen, aber sie waren nicht immer gleich. In allen Phasen des Lebens gibt es besondere Fragen, auch an die Berufung. Jede Persönlichkeit spricht auf bestimmte Sprachen der Berufung an. Jede Biografie ist durch das eigene soziale Umfeld geprägt, von der Ursprungsfamilie bis zum jeweiligen Milieu, aus dem man kommt. In all das ruft und wirkt Gott hinein. Davon gehe ich in aus. Dass Berufung nicht nur etwas Innerweltliches, Emotionales oder Psychologisches ist, sondern dass es einen Gott außerhalb unserer Lebenswelt gibt, der aber genau in diese eingreifen kann. Dies ist von entscheidender Wichtigkeit, da die Deutung von ein und dem selbem Ereignis dadurch kaum unterschiedlicher sein könnte. Zwei Personen erleben eine ähnliche Geschichte, beispielsweise, dass sie von einer Krankheit geheilt worden sind. Die eine Person glaubte an Gott und hat für die Heilung gebetet und sieht diese jetzt als ein Wunder Gottes in ihrem Leben an. Die andere Person glaubt nicht an Gott, hat auch nicht gebetet und ist jetzt dankbar, dass sie zu den wenigen gehört, die plötzlich wider Erwarten gesund geworden sind. Zugespitzt könnte man in verschiedenen Situationen fragen: „Zufall oder Gott?“ und jede Person muss die Antwort selbst geben. Sicher ist nur, dass wir alle von einem Weltbild ausgehen, welches uns geprägt hat und uns leitet und mit dessen Hilfe wir die verschiedenen Lebensfragen beantworten werden, auch die Frage nach unserer Berufung. In vielen Gesprächen als Pastor, Mentor oder Lehrer ist mir klar geworden, dass diese Prägungen nicht nur das eigene Verständnis von Berufung prägen, sondern dadurch auch die Berufung selbst. Das ist spannend und allein deshalb lohnt es sich über das eigene Berufungsverständnis und die eigene Berufung nachzudenken....