Dienstag, November 05, 2013

„Menschenhandel, Sklaverei und was Christen tun können.“




Vor ein paar Wochen habe ich ein paar statistische Rahmenzahlen zum Themenkomplex Menschenhandel und Sklavereigepostet. Heute war im Rahmen der unseres mbs studienprogramms ein Themenabend zu genau diesem Thema. Dietmar Roller und Daniel Rentschler von IJM (InternationalJustice Mission) haben den Abend inhaltlich verantwortet und von ihrer Arbeit erzählt. Dietmar Roller begann mit einem kurzen Bericht über Indien, Zwangsprostitution und der Chancen für Opfer und Möglichkeiten gegen Menschenhändler und Zuhälter vorzugehen. Danach begann Daniel Rentschler mit einer Reflexion von Amos 3-5 und fragte die Anwesenden, warum Gott damals in Israel die Gottesdienste ablehnte: „Ich kenne eure Vergehen, eure zahllosen Verbrechen! Ihr beutet die Armen aus und verlangt von ihnen hohe Abgaben an Korn. Ihr verfolgt ehrbare Bürger, nehmt Bestechungsgelder an und verweigert den Schutzlosen ihr Recht.“ Von dort aus zog Rentschler eine rote Linie vom Alten zum Neuen Testament und zeigte daran auf, dass Gott Gerechtigkeit liebt und Ungerechtigkeit auf Erden hasst. Was aber heißt das? Was können wir denn tun gegen die Ungerechtigkeiten dieser Welt? Sollen wir es abschaffen? Aktuell: 27 Millionen Sklaven; 18 Milliarden Euro Umsatz mit Zwangsprostitution (allein in den Niedriglohnländern); schätzungsweise jedes Jahr werden eine Millionen Kinder neu versklavt. Rentschler plädierte dafür sich nicht von diesen Zahlen zurückzuschrecken, sich weder schocken noch sich entmutigen zu lassen, sondern den Auftrag Gottes ernst zu nehmen und in Gebet und kleinen Schritten voranzugehen. Dabei sei für die Betroffenen individuelle Hilfe und auch strukturelle Veränderung wichtig. Bei der Arbeit IJM werden dabei vier Punkte beachtet und bearbeitet: 1. Befreiung von Opfern (durch verdeckte Ermittler, die örtlichen Polizei etc.), 2. Überführung von Tätern (juristische und öffentliche Verurteilung), 3. Nachversorgung der Opfer (Therapien, alternative Berufsausbildung etc.) und 4. Strukturelle Prävention (verbesserte Gesetzgebungen etc.). Untersuchungen zeigen, dass wenn diese vier Punkte konsequent mit den örtlichen Behörden und Rechtsprechung durchgesetzt werden, geht Sklaverei und Zwangsprostitution bis 78% zurück. Aber es ist ein langer und oftmals mühseliger Weg mit vielen Rückschlägen und immer wieder neu auftretenden Herausforderungen. IJM hat sich dabei besonders auf die juristischen Auseinandersetzungen gewidmet um strukturelle Ungerechtigkeiten anzugehen und Gerichtsverhandlungen gegen illegalen Menschenhandel und Landnahme durchzusetzen, strenger Rechtssprechungen gegen Zwangsprostitution durchzubringen etc. Vielleicht sind dies kleine Lichtstrahlen in einer dunklen Welt, aber es ist ein Licht, dass die Dunkelheit durchbricht, es ist das Licht Gottes, das hineinstrahlt mitten in alle Ungerechtigkeit.
Was können Christen jetzt tun? Beten, informieren, aufklären, unterstützen. Hier noch neuen Punkte, die IJM konkret vorschlägt um zu helfen. Wer Interesse hat sich darin schulen zu lassen, kann „Botschafter“ für die Arbeit von IJM werden.

„Lernt Gutes zu tun, trachtet nach Recht, helft den Unterdrückten, schafft den Waisen Recht, führt der Witwen Sache!“ Jesaja 1,17

Die mbs3 des Vortrags kommt die nächsten Tage unter http://www.gesellschaftstransformation.de/downloads.html zu finden.


Wer ist IJM?
IJM Deutschland e.V. ist der deutsche Zweig der internationalen Menschenrechtsorganisation International Justice Mission (IJM), die sich in zwölf Partnerländern für die Rechte der Opfer von Sklaverei, Menschenhandel, Zwangsprostitution und anderen Formen gewaltsamer Unterdrückung einsetzt. Dazu arbeiten weltweit mehr als 500 Mitarbeiter als Anwälte, verdeckte Ermittler und Sozialarbeiter mit lokalen Behörden, um Betroffene zu befreien, Nachsorge zu vermitteln, Täter zu überführen und die Funktionsfähigkeit von Rechtssystemen zu fördern.