Dienstag, Februar 18, 2014

"Christen sind nicht, wie sie singen."

Dies war sicher einer der Gründe, weshalb sich in unserer Studie Menschen von Gott abgewendet haben. Und darüber gab es die letzten Tage auch sehr interessante Diskussionen. Wie ist dieses Leitmotiv (Moral, eines von vier) einzuordnen? Was sagen uns Zitate wie diese:

„Menschen in christlichen Kreisen leben häufig sehr gesetzlich und heucheln ein heiliges Leben, obwohl sie selbst oft die Schlimmsten sind.“ (Gudrun)


„Ich glaube nicht mehr, weil ich persönlich erleben musste, wie viel Schlimmes sich Christen gegenseitig antun. Gemeindesysteme verletzen Menschen. Ich will nicht mehr Teil dieses Systems sein.“ (Dirk)

Einige in den Diskussionen kritisierten die Abhängigkeit des Glauben von Menschen, man wisse doch, dass der Mensch schlecht sei, eben auch Christen und wie heißt es so schön: Christen enttäuschen - Christus nie. Aber ist es so einfach? Ist damit das Thema aus der Welt geschafft? Ich fürchte nicht, denn diese Zitate (und das ganze Kapitel dazu im Buch) weisen zumindest mich darauf hin, dass es doch eine (immer größere?) Spannung zwischen Christus und Christen gibt und beides ist eben nicht zu trennen. So wie der Name der Christen auf Christus hinweist, so auch alles Verhalten. So wie Gottes- und Nächstenliebe nicht zu trennen ist und das eine auf das andere hinweist, so gibt das Leben der Christen Zeugnis über Christus. Deshalb glaube ich, dass es sich lohnt darüber nachzudenken nach was unser Leben 'schmeckt', dabei geht es nicht um Perfektion, sondern um Beziehungen, zu Gott und dem Nächsten, auf dass die Welt erkenne, dass wir Gottes Kinder sind. 

Hier ein Radiobeitrag des SWR zum Buch:





Christina Brudereck hat nicht nur eine sehr lesenswerte Rezension des Buches für die Zeitbeilage "Christ & Welt" geschrieben, sondern auch diese wertschätzenden Worte. Danke.

Will ich das wissen? Wie es zur Ent-Kehrung kommt?
Will ich das wahrhaben? Dass es De-Konversion gibt?
Will ich das beachten? Dass es Aus-Wählen gibt?  

Ich kenne Zweifel, habe selbst genug davon. 
Ich kenne eigene Irritation über das Christentum und seine Dogmen & Gesetzlichkeiten. 
Ich kenne alles von Kopfschütteln bis Verzweiflung über einzelne VertreterInnen meiner Glaubenstradition.  
Ich vermisse Gott in dieser Welt.

Will ich mehr wissen? Muss ich? Ja, ich muss. 
Um der Ent-Kehrten willen. Also um der Liebe willen. 
Um meiner eigenen Entkehrungs-Tendenzen willen. 
Um meiner Arbeit willen. 
Ich will eigentlich erst Mal nicht. 
Aber um Gottes willen habe ich am Ende doch gelesen. 
Mit großem Gewinn.

Es war entlarvend. Wohltuend ehrlich. 
Es war schaurig. Traurig. Eine Offenbarung. 
Erforscht, nachgefragt und aufgeschrieben, gibt es kein Zurück.
Ich komme hinter mein Wissen nicht mehr zurück.
Was das bedeutet, muss ich jetzt herausfinden. 

Christina Brudereck


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