Donnerstag, März 20, 2014

„Mentoring als Dekonversionsprophylaxe“



Heute kam die 6. Auflage meines Mentoringbuches auf den Markt, was mich sehr freut, da sich das Thema Mentoring tatsächlich langsam unter Christen und Gemeinden durchzusetzen scheint. Langezeit lag dieses Buch wie Blei in den Regalen des Neukirchener Verlags, bevor es in den letzten Jahren eine Auflage nach der anderen erlebte. Und doch glaube ich, dass es immer noch zu wenig gelebt wird. Gerade im Bezug auf unsere Dekonversionsstudie wurde mir noch mal deutlich welche Chancen gerade Gemeinde haben. Ein Sache, die sich durch fast alle Leitmotive der Entkehrten zog, war, dass sie ihr Zweifel, Enttäuschungen etc. mit sich selbst ausgemacht hatten, dass sie keine „Raum“ in ihrer Kirche und Gemeinde fanden, der für sie so vertrauenswürdig war, als dass sie sich ihm anvertrauen konnten. Jetzt liegt dies sicher auch an jedem ein Stück selbst und doch denke, ich dass uns a) die Gesprächkultur für Unangenehmes und Schwieriges fehlt und b) die Vertrauensräume um darüber ins Gespräch zu kommen. Mentoringbeziehungen bieten eine Möglichkeit darauf zu reagieren, weil sie genau auf diese beiden Punkte antworten. Sicher, Mentoring ist kein Allheilmittel und sowieso eher eine ‚leise Revolution’, aber nachhaltig gerade in Glaubens- und Persönlichkeitsprägung. Deshalb wünsche ich mir mehr ‚gestandene Christinnen und Christen’, die für Mentoringbeziehungen bereitstehen und sich auf eines der schönsten Abenteuer unserer Zeit einlassen: einen Menschen begleiten. Gemeinden müssen lernen ihr Generationenpotenzial zu nutzen, statt sich über ihr Liedgut zu streiten, da liegt meiner Meinung noch sehr viel verborgen...

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Montag, März 17, 2014

"Der Countdown läuft..."






...die Band probt, das Catering wird bestellt, Michael Shiferaw fliegt am Mittwoch aus Addis Abeba ein, Monika Deitenbeck-Goseberg kann es kaum erwarten von ihren Erfahrungen mit Obdachlosen und der Rollidisco zu berichten. Der 7. Studientag Gesellschaftstransformation steht kurz bevor. Am 22. März 2014 geht es um 10:00h in der Evangeliumshalle in Marburg zum Thema „Grenzen überwinden – ganzheitlich dienen“ los. Die Hauptreferenten sind Michael Shiferaw (Addis Abeba) und Monika Deitenbeck-Goseberg (Lüdenscheid). Zudem gibt es zehn vertiefende und praxisnahe Seminare, einen ‚Best Practice Raum‘, eine inspirierende Fachausstellung und es werden über 20 Praxisprojekte aus dem Studienprogramm präsentiert. Bereits über 250 Personen haben sich angemeldet, aber Kurzentschlossene können sich immer noch anmelden und sind uns herzlich willkommen. 

In vielen Gebieten der Welt boomt die christliche Gemeinde, so auch in Äthiopien, die evangelischen Christen haben sich dort im letzten Jahrzehnt fast verdoppelt. Dabei ist die Situation nicht einfach, da sich Christen mit Armut und einem aufstrebenden Islam auseinandersetzen müssen. Aber genau dies stärkt die Gemeinden, die sich aktiv in ihren Stadtteil einbringen und Verantwortung für die Mitbürgerinnen und Mitbürger übernehmen. Eine Frage an unserem Studientag ist: Was können wir von den Geschwistern in Äthiopien lernen? Mit dem Wissen, dass unsere westliche Situation in Deutschland ganz anders ist, wollen wir uns von Michael Shiferaw herausfordern lassen, unseren Glauben zu schärfen und uns hinterfragen lassen, wo wir uns als Gemeinde vielleicht selbst Grenzen gesetzt haben, die Gott gar nicht möchte. Monika Deitenbeck-Goseberg wird das Thema der selbst gesetzten Grenzen aufnehmen und praxisnah davon berichten, wie diese in ihrer Gemeinde Stück für Stück abgebaut wurden und die Gemeinde nach außen und innen gewachsen ist. Die Frage ist daher: Wo stehen wir uns mit unseren Gewohnheiten und Traditionen selbst im Weg? Wie können wir eine Willkommenskultur in unseren Gottesdiensten leben? Wie schaffen wir es, milieuübergreifend Menschen eine Heimat in unserer Gemeinde zu bieten? Diese und andere Fragen werden durch die Hauptreferenten, aber auch durch die Seminare und Praxisprojekte an diesem Tag aufgenommen und mit Ihnen erarbeitet werden.
Hier der Flyer.

Seminare:

1. »Ganzheitlich ein Land verändern heißt: mit den Kindern beginnen.« (Michael Shiferaw)
2. »Gebet für deine Stadt – Verheißungen einer Transformation und wachsenden Einheit geistlich aktivieren und was deine Gemeinde davon hat.« (Bernd Oettinghaus)
3. »Blutige Handys? Was der Coltanabbau im Kongo mit unseren Handy zu tun hat und wie wir die Gerechtigkeit Gottes in unserem Alltag besser leben können.« (Dr. Gisela Schneider)
4. »Gemeinsam mit Migranten Gemeinde bauen – Chancen und Herausforderungen.« (Thomas Milk und Omar Barboza)
5. »Lebe 58: Mit Jesaja 58 einen teilenden Lebensstil entwickeln. Interaktive und multimediale Exegese.« (Andreas Schuss)
6. »Der Engel der Kulturen. Anhand verschiedener Projekte und Beispiele soll praktisch überlegt werden wie christliche und
muslimische Kinder und Jugendliche in einen gemeinsamen Dialog über ihren Glauben kommen.« (Sabine Rüter)
7. »Gemeinde und Kommune: Neue Partnerschaft entdecken. Wie christliche Gemeinden und Werke mit Wohnbaugesellschaften und Kommunen zusammen arbeiten können.« (Thorsten Riewesell & Team)
8. »Grenzenlose Freiheit? Warum Freiheit nicht ohne Grenzen, Gesetze & Rechtsprechung aufblühen kann.« (Dietmar Roller & Daniel Rentschler)
9. »Weltweite Partnerschaft: Aufeinander hören – voneinander lernen – Gemeinden im globalen Fokus.« (Steve Volke)
10. »Von der Transformation der Ortsgemeinde, oder die Quadratur des Kreises. Wie etablierte Gemeinden sich trotzdem verändern können.« (Klaus Schönberg)

Parallel zu den Seminaren:
11. Best Practice Room (Interaktive Ideenbörse): mit Tobias Müller und Praxisideen von Piero Scarfalloto: Interkulturelle Jugendarbeit und Daniel Wegner: Chillaui Cineplex – Evangelische Kirche interkulturell. Eigene Erfahrungen und Praxisbeispiele sind willkommen. Bitte anmelden bei tobias.mueller@m-b-s.org
12. Transformation studieren? Informationen über die beiden Studienprogramme Gesellschaftstransformation und Development Studies & Transformation. (Tobias Künkler, Tobias Faix & Thomas Kröck)